17.03.2017

Jeder kennt sie und jeder fürchtet ihren Ruf, wenn es um das Thema Jobsuche und Bewerbung geht: Die Lücke im Lebenslauf. Es kann schnell gehen. Eine unvorhersehbare Kündigung, eine kurze Krankheit oder Pflege eines Angehörigen und schon klafft ein Loch von einigen Monaten in der Auflistung der Tätigkeiten. Doch wie sollte man am besten damit umgehen?

Wir geben Ihnen Tipps mit auf den Weg, wie Sie am besten damit umgehen.

Welche Lücken sind nicht der Rede wert?

Als Lücke im Lebenslauf bezeichnet der Personaler im Allgemeinen einen Zeitraum von mehr als ein bis zwei Monaten, in der der Bewerber keiner Tätigkeit nachgegangen ist. Wer also nur vier Wochen Freizeit zwischen zwei Jobs hatte oder einen längeren Urlaub gemacht hat, um sich zu sammeln, muss also keine Angst vor einer Lücke im Lebenslauf haben.

Oft sind Lücken nämlich gar keine: Bei einem Studiengangwechsel, Krankheit oder dem Berufseinstieg entstehen gerne zeitliche Löcher im Lebenslauf. Diese sind aber gar nicht schlimm: Versuchen Sie in der freien Zeit Praktika zu finden oder bilden Sie sich fort! Zeigen Sie, dass Sie nicht untätig waren, sondern tatsächlich aktiv. Krankheit oder Pflege von Angehörigen dagegen müssen nicht näher erklärt werden – das ist Privatsache. Eine Angabe, was Sie in dieser Zeit gemacht haben oder welche Krankheit Sie oder Ihr Angehöriger hatten, ist nicht notwendig.

Übergangszeiten wie kurze Arbeitslosigkeit sind ebenfalls vollkommen normal. Sollte die Zeit länger werden, sollten Sie aber versuchen, Alternativen zu finden.

Wie geht man mit echten Lücken im Lebenslauf um?

Einfach mal eine Auszeit nehmen und nichts tun – oder sich Zeit nehmen, um einen neuen Job zu finden? Das kommt vor und muss auch mal sein. Schließlich will man auch nicht jedes Jobangebot direkt annehmen. Allerdings ist das dann tatsächlich so, dass eine echte Lücke im Lebenslauf entsteht. Viele Bewerbungsratgeber und Coaches fangen dann an zu tricksen: Mal werden die Monatsangaben weggelassen und Zeiträume nur mit Jahreszahlen angegeben oder wilde Formulierungen genutzt, um die Lücken zu übermalen. Ganz ehrlich: Sowas durchschauen Personaler direkt.

Trotzdem kann man etwas an der eigenen Präsentation arbeiten, um vorhandene Lücken im Lebenslauf besser zu verkaufen. Dabei geht es allerdings immer dabei, auch auf dem Teppich zu bleiben und nicht zu dick aufzutragen. Sie wollen lediglich nicht den Verdacht aufkommen lassen, dass Sie nichts getan und nur faul zuhause auf dem Sofa gelegen haben.

Die Wortwahl entscheidet mit

Der Ton macht in der Bewerbung die Musik. Das gilt auch, wenn es darum geht, Lücken zu erklären oder die derzeitige Situation zu schildern. Sprechen Sie nicht von Arbeitslosigkeit, sondern lieber, dass Sie auf der Suche nach einer beruflichen Neuorientierung sind. Das zeigt, dass Sie aktiv und engagiert sind. Sie sind auf der Suche und nicht hilflos.

Weiterbildungen können Lücken schließen

Wenn Sie längere Zeit keine feste Anstellung hatten und vielleicht auch Praktika nicht Ihr Ding sind, sollten Sie die freie Zeit trotzdem sinnvoll gestalten. Weiterbildungen, vor allem freiwilliger Natur, sind bei Personalern extrem beliebt. Sie zeigen Engagement und dass Sie sich entwickeln möchten, auch wenn gerade kein Job in Aussicht ist.

Ein Tipp: Auch Selbststudium kann Sie weiterbringen. Wenn Sie sich weitergebildet haben, indem Sie Fachliteratur studiert haben, ist das in jedem Fall eine Erwähnung wert und kann Sie weiterbringen.

Layout günstig gestalten

Sie können Ihren Lebenslauf chronologisch oder im amerikanischen Stil, also anti-chronologisch mit der letzten Station zuerst, erstellen. In den letzten Jahren hat sich die zweite Variante durchgesetzt. Wenn Sie aber zuletzt eine längere Zeit ohne Beschäftigung waren und dies eher unauffällig platzieren möchten, können Sie auch gewohnt chronologisch arbeiten.

Versuchen Sie die unliebsame Stelle so zu platzieren, dass Sie nicht zu prominent auf der ersten Seite, sondern vielleicht erst etwas später erscheint.

Soziales Engagement hilft

Wenn Sie sich sozial engagieren, im Altenheim aushelfen oder ehrenamtlich die Jugend des lokalen Fußballvereins trainieren, kann sich dies ebenfalls positiv auf Ihre Bewerbung auswirken. Auch wenn Sie nicht arbeiten, haben Sie etwas, für das Sie Einsatz zeigen – sogar unentgeltlich. Erwähnen Sie also ruhig Ihr Engagement im Lebenslauf. Allerdings gehört dies nicht zu Ihren beruflichen Tätigkeiten, sondern eher in den Bereich Hobbys und Engagement.

Achtung: Niemals lügen!

Auch wenn der Lebenslauf nicht lückenlos ist und man am liebsten etwas schummeln möchte, können wir davon nur abraten! Lügen gehen gar nicht und können sogar zur fristlosen Kündigung führen, wenn diese später ans Licht haben. Ehrlichkeit wehrt doch am längsten und sollte bei der Bewerbung oberste Priorität haben, um nicht später dumm und ohne Job dazustehen.

Hilfe holen

4 Augen sehen immer mehr als 2 – deswegen sollte man immer einen Freund oder jemanden aus der Familie die Bewerbungsunterlagen gegenchecken lassen – schließlich sieht man oft den Wald vor lauter Bäumen nicht. Falls man auf Nummer sicher gehen möchte, kann man auch einen professionellen Bewerbungsservice engagieren und die Bewerbung schreiben lassen.

 


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