Immer häufiger kommen im Rahmen des Bewerbungsprozesses auch Telefoninterviews zum Einsatz. Unternehmen wollen dadurch den Aufwand und die Risiken bei der Gewinnung neuer Mitarbeiter möglichst gering halten. Erfahren Sie hier, was Sie bei der Vorbereitung und Durchführung beachten sollten.

„Häufig haben die Unterlagen eines Bewerbers einen sehr geringen Aussagewert und durch ein Telefoninterview kann sich ein Arbeitgeber ein besseres Bild von dem Kandidaten machen”, erklärt die Karriereberaterin Doris Brenner in ihrem Ratgeber „Telefoninterviews: Das Wichtigste für Bewerber”. Auch offene Fragen können so vor einem möglichen persönlichen Gespräch geklärt werden, wie etwa Gehaltsvorstellungen, Reisebereitschaft oder Unklarheiten im Lebenslauf.

Haben Sie einen Termin für ein Telefoninterview? Für einen gelungenen und souveränen Auftritt am Telefon heißt es nun für Sie: Bereiten Sie sich gut vor und zeigen Sie sich während des Gesprächs von Ihrer besten Seite. Doris Brenner gibt im Folgenden einige wertvolle Tipps.

Wählen Sie den richtigen Zeitpunkt und Ort

Wurde Ihnen ein konkreter Termin vorgeschlagen, den Sie nicht wahrnehmen können, bitten Sie um einen Alternativtermin, der Ihnen besser passt. Beachten Sie bei der Terminvereinbarung sowohl Ihren Biorhythmus, als auch Ihre zeitliche Verfügbarkeit. Zwischen zwei anderen Meetings fehlt Ihnen dafür ganz sicher die Ruhe. Wählen Sie daher auch einen Ort, an dem Sie ungestört sind und falls Sie über Handy sprechen, stellen Sie sicher, dass Sie guten Empfang haben.

Recherchieren Sie über das Unternehmen

Der Besuch auf der Unternehmenshomepage vor dem Telefontermin ist unbedingt empfehlenswert. Ziehen Sie auch Informationsquellen heran, die nicht von dem Unternehmen selbst stammen. Welche Informationen Sie in Erfahrung bringen sollten, hängt auch von der zu besetzenden Position ab. Ein Leiter Finance sollte sich die Bilanzzahlen etwas genauer angesehen haben als ein Entwicklungsingenieur. Dieser sollte aber aktuelle Produktentwicklungen und Technologien des Unternehmens kennen.

Bereiten Sie gängige Fragen vor

Zu den typischen Fragen im Telefoninterview zählen zunächst Fragen zu Ihrer Biografie. Bereiten Sie sich also darauf vor, über Ihren bisherigen beruflichen Werdegang zu sprechen, über eventuelle Lücken im Lebenslauf und Ihre Wechselmotivation. Bei den stellenbezogenen Fragen möchte man mehr über Ihre Motivation für und Ihre Erwartungen an die vakante Position erfahren. Auch auf Fragen zu Ihrer Teamerfahrung und vor allem für Vertriebspositionen zum Umgang mit Kunden sollten Sie sich gefasst machen.

Die 1-Minuten-Präsentation

Häufig wird der Bewerber zu Beginn eines Telefoninterviews aufgefordert, sich kurz vorzustellen. Im Grunde möchte Ihr Gesprächspartner dann Argumente von Ihnen hören, warum Sie in die engere Wahl für die Stelle gehören. Diesem Wunsch werden Sie am besten gerecht, wenn Sie Ihr eigenes Qualifikationsprofil kurz und prägnant in einer 1-Minuten-Präsentation vorstellen. Fokussieren Sie sich auf das Wesentliche und erzählen Sie das in einer Minute. Geben Sie dem Interviewpartner einen ersten Überblick über sich und liefern Sie Anknüpfungspunkte für das weitere Gespräch.

Legen Sie ein Lächeln in Ihre Stimme

Da am Telefon Gestik und Mimik entfallen, kommt der Stimme eine ganz besondere Bedeutung bei. Emotionen lassen sich auch über die Stimme transportieren. Versuchen Sie, immer wieder beim Reden zu lächeln, denn dadurch klingt die Stimme freundlich, entspannt und engagiert. Wissen Sie eigentlich, wie Ihre Stimme am Telefon klingt? Testen Sie es, indem Sie eine Nachricht auf Ihrem Anrufbeantworter hinterlassen und diese abhören.

Hören Sie aufmerksam zu

Der eigentliche Kern des Telefoninterviews ist der Fragenteil. Dabei gilt es, eine möglichst hohe Passgenauigkeit des eigenen Qualifikationsprofils mit den Anforderungen der Stelle zu verdeutlichen. Bleiben Sie entspannt und authentisch und vermeiden Sie sowohl einsilbige als auch zu ausschweifende Antworten. Hören Sie sehr aufmerksam zu, damit Sie Punkte des Interviewpartners aufgreifen und weiterführen können. Machen Sie sich am besten Notizen, wenn der Gesprächspartner etwas anspricht, das Sie später nochmals aufgreifen wollen.

Eigene Fragen stellen

Wenn Sie selbst Fragen stellen, können Sie zum einen mehr über die zu besetzende Stelle erfahren. Zugleich sind die eigenen Fragen eines Bewerbers für viele Interviewer ein Gradmesser, um die Qualität eines Bewerbers einschätzen zu können. Gute Kandidaten stellen meist auch gute Fragen und daher sollten Sie sich darüber ein paar Gedanken machen. Geeignet wären zum Beispiel Fragen wie: „Wer ist der disziplinarische Vorgesetzte?”, „Warum wird die Stelle neu besetzt?”, „Wo liegen die Aufgabenschwerpunkte?”.

Wie geht es weiter?

Das Telefoninterview ist zusammen mit Ihren Bewerbungsunterlagen die Grundlage für den weiteren Auswahlprozess und damit eine wichtige Hürde auf dem Weg zum neuen Job. Wenn Sie diese gemeistert haben, folgt in der Regel ein persönliches Vorstellungsgespräch. Weitere Elemente im Rahmen des Auswahlprozesses können Assessment-Center oder ein Persönlichkeitstest sein.


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Buchtipp: Duden Praxis Kompakt „Telefoninterviews: Das Wichtigste für Bewerber”, Bibliographisches Institut, Mannheim, ISBN: 978-3411750115, EUR 6,95