Die meisten Lkw-Fahrer lieben ihren Beruf oder zumindest das Gefühl, einen Dieselriesen über endlose Straßen in neue Städte oder Länder zu steuern. Wären da nicht die Baustellen, überlastete Straßen, immerwährender Zeitdruck und zu wenig Zeit für die Familie. Wer mit dem Gedanken spielt, Lkw-Fahrer zu werden, sollte Vor- und Nachteile abwägen. Wir geben einen Überblick.

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Einmal Trucker, immer Trucker

Vier von fünf LKW-Fahren haben ihren Beruf in erster Linie aus Spaß am Fahren gewählt und immerhin mehr als die Hälfte würde das jederzeit wieder tun. Sie sind mit Leib und Seele Berufskraftfahrer. Und das, obwohl der Job alles andere als einfach und in der Öffentlichkeit mit Imageproblemen behaftet ist. Doch „einmal Trucker, immer Trucker“ heißt es. Tatsächlich belegt die ZF-Zukunftsstudie 2012, dass Berufskraftfahrer zwar keine stark ausgeprägte Arbeitgebertreue, dafür aber eine hohe Berufstreue an den Tag legen. Ein Großteil von ihnen schrubbt schon seit vielen Jahren Kilometer für Kilometer auf dem Asphalt.

Nachwuchssorgen

Die Gründe für die Berufswahl sind vielfältig. Neben dem Spaß am Fahren schätzen viele LKW-Fahrer, dass sie auf den Fahrten ihr eigener Chef sind und immer wieder neue Länder und Städte kennenlernen. Die Arbeit ist interessant, sehr abwechslungsreich und verantwortungsvoll. Auch die Verdienstmöglichkeiten werden von einem Drittel als Kriterium genannt. Trotzdem gehen der Logistikbranche mehr und mehr die Fahrer aus. Laut ZF-Studie werden sich bis 2027 annähernd 40 Prozent der noch 2012 beschäftigten Fahrer in den wohlverdienten Ruhestand begeben. Qualifizierter Nachwuchs wird dringend benötigt.

Ausbildung und Einsatzmöglichkeiten

Wer beruflich einen Brummi steuern möchte, muss die dreijährige, duale Ausbildung zum Berufskraftfahrer oder die beschleunigte Grundqualifikation nachweisen, um im gewerblichen Güter- und Personenverkehr tätig zu sein. Darüber hinaus ist bei einer Bewerbung die sogenannte ADR-Bescheinigung, also die Berechtigung Gefahrgut zu transportieren und der Nachweis des Gabelstaplerscheins oft hilfreich. Professionelles Be- und Entladen und die damit verbundene Ladungssicherung, Erfahrungen im eng getakteten Nah- und Auslieferverkehr sowie Kenntnisse in Speditionswesen und Logistik stehen bei Arbeitgebern hoch im Kurs. Hauptsächlich bieten Transportunternehmen des Güter- und Personenverkehrs Beschäftigungsmöglichkeiten für Berufskraftfahrer, so zum Beispiel kommunale Verkehrsbetriebe, Bus- und Reiseunternehmen und Speditionen, aber auch Abschlepp- und Pannendienste, Kurier- und Postdienste sowie Betriebe im Baustofftransport, in der Getränkeherstellung oder der Abfallwirtschaft.

Quereinstieg in den 7,5-Tonner

Berufskraftfahrer ist aber auch ein idealer Beruf für Quereinsteiger. Die ZF-Studie zeigte, dass vier von fünf Fahrern zuvor in einem anderen Beruf beschäftigt waren – meist aus Kfz-affinen Bereichen wie Kfz-Schlosser und -Mechaniker. Die größte Hürde für Quereinsteiger ist die Lkw-Fahrerlaubnis als Grundvoraussetzung für den Fahrer-Beruf. Kosten in Höhe von mehreren tausend Euro für den LKW-Führerschein der Klasse CE stellen für viele ein Problem dar. Da jedoch neue Fahrer dringend gebraucht werden, unterstützen viele Unternehmen Bewerber finanziell oder übernehmen die Kosten für den Führerscheinerwerb komplett, wenn sich der neue Mitarbeiter für eine gewisse Zeit verpflichtet, im Unternehmen zu bleiben.

Immer unter Zeitdruck und reich … an Erfahrung

Doch das raue Trucker-Leben hat auch seine Nachteile. Ungünstige Arbeitszeiten durch lange Fahrten unter hohem Zeitdruck stressen die Fahrer ebenso wie überlastete Straßen. Die schlechte Vereinbarkeit von Beruf und Familie vor allem im Fernverkehr mindert die Berufszufriedenheit deutlich. Auch die Entlohnung könnte in den Augen vieler Fahrer besser sein. Das Einstiegsgehalt in diesem Beruf liegt etwa bei 1.800 Euro. Größere Unternehmen zahlen in der Regel mehr als kleine Logistiker und mit zunehmender Berufserfahrung steigt auch die Summe auf dem Gehaltszettel im Durchschnitt auf 2.300 Euro brutto.

Weiterbildungen sind ein Muss

Das Leben in der Fahrerkabine wird sich in den kommenden Jahren weiter verändern. Auch hier halten Technologisierung und digitale Vernetzung Einzug. Zum einen erleichtern diese Entwicklungen den Berufsalltag des Fahrers, zum anderen verlangen sie von ihm immer neue Kenntnisse im Einsatz modernster Elektrotechnologie. Weiterbildungen und Zusatzqualifikationen sollten also für jeden Berufskraftfahrer zum Pflichtprogramm gehören, der beruflich nicht in einer Sackgasse enden möchte.

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Quellen: https://www.zf-zukunftsstudie.de/zukunftsstudie-2012/

https://www.ausbildung.de/berufe/berufskraftfahrer/gehalt/#ueberblick

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