Noch immer ist der Lebenslauf meist das Erste, was ein Unternehmen von einem Bewerber zu sehen bekommt. Doch wie muss der Lebenslauf 2017 gestaltet sein, um sich von der Masse abzuheben und positiv aufzufallen? Welche neuen Trends gibt es? Die Bewerbungsberaterin Maja Skubella gibt hier einen Überblick.

Versetzen wir uns in einen  Personaler, der einen großen Berg Bewerbungsunterlagen durchwühlt. Er will „die richtige“ Person für die vakante Stelle finden. Keine leichte Aufgabe. Gerade dann nicht, wenn der Entscheider ca. 250 Bewerbungen vor sich liegen hat.

Viele Bewerber gestalten ihren Lebenslauf ganz nach der Devise: „Alles ist erlaubt, wenn die Unterlagen nur dem Entscheider auffallen“. Das kann funktionieren, denn so viele No-Goes gibt es heute eigentlich nicht mehr.

Allerdings sollte man das richtige Maß finden. Manche versuchen durch aufwendige grafische Spielereien zu überzeugen. So lange es dem Stil des anvisierten Unternehmens entspricht und der Entscheider die Botschaft versteht, ist alles super. Es dürfen nur nicht die wesentlichen Informationen zugedeckt werden. Minimalistische und wenig aussagekräftige Lebensläufe hinterlassen vielleicht zu viele Fragezeichen und werden aussortiert.

Aufgrund der Globalisierung der Unternehmen geht der Trend im Lebenslauf zu mehr Internationalität. Das bedeutet, dass sich die angloamerikanische, die erfolgsorientierte Form nach und nach durchsetzen wird. Aktuell gibt es allerdings noch viele verschiedene Kompromisse und Mischformen, je nach Branche und Unternehmensgröße.

Trends in den heutigen Lebenslauf

  • Den Lebenslauf als Infografik aufbereiten. Mit einem QR-Code geben Sie dem Entscheider die Möglichkeit mit seinem Mobilphone auf Ihr Profil, zum Beispiel bei Xing, zu kommen und ausführlichere Informationen zu bekommen.
  • Im PDF-Lebenslauf können Sie Links aktivieren, die  auf Zusatzinformationen führen.
  • Bei Tätigkeiten im  Marketing, Vertrieb oder Human Ressources ihren Klout-Score, wenn dieser über 40 liegt, angeben.
  • Bauen Sie einen „QuickReader“ ein. Sie nutzen die erste Seite im Lebenslauf für einen Überblick der wichtigsten Fakten.  Nicht mehr als vier bis sieben stellenrelevante Informationen auflisten. Dies kann unser Hirn leicht verarbeiten und gut abspeichern. Eine Führungskraft muss Zahlen und Fakten nennen, wie zum Beispiel Gewinnsteigerungen.
  • Fakten sind Ihr Überzeugungsargument. Dazu gehören auch Erfolge im privaten, sozialen bzw. ehrenamtlichen-Bereich. Soft Skills, die häufig als Argument genutzt werden, immer nur in Verbindung mit konkreten Erfahrungen aufführen.
  • Wichtig ist, Ihre Persönlichkeit aus dem Nebel zu holen. Was will das Unternehmen und was  biete Sie ihm.

Grundregeln für die formale Gestaltung 2017

  • In deutschen mittelständischen Unternehmen ist immer noch ein gegenchronologischer tabellarischer Lebenslauf mit Daten auf der linke Seite und Beschreibung auf der rechten Seite gewünscht.
  • In   fortschrittlichen   und   internationalen   Umfeldern   geht alles in Richtung  angloamerika-nischen Lebenslauf. Es ist keine Tabelle nötig. Unterhalb der Daten werden die jeweiligen Etappen aufgelistet.
  • Den Lebenslauf auf drei Seiten begrenzen.
  • Den Lebenslauf übersichtlich in Rubriken einteilen, klassisch in Berufserfahrung, Ausbildung und Zusatzqualifikationen.
  • Fotos sind eine sehr deutsche Spezialität. Außerhalb Deutschlands wird das Foto schon fast zu 100 % weggelassen. Die Erwartungshaltung in deutschen Personal- und Fachabteilungen ist oft noch ein in den Lebenslauf eingebettetes Foto.

Grundregeln für das Layout 2017

  • Berücksichtigen Sie den typischen Blickverlauf  in Z-Form beim Lesen.
  • Setzen Sie die Akzente dort, wo sie Sinn machen.  Betonen Sie beispielsweise Funktionen, Abschlüsse oder die Erfolge, nicht aber Daten und Firmennamen. Immer dieselben Aspekte hervorheben, nicht mischen.
  • Wählen Sie eine Schrift, mit der Sie sich identifizieren, sehr gut geeignet sind Calibri, Cambria, Arial oder Helvetica.

Maja Skubella, Mitglied bei den KarriereExperten.com, hat als Bewerbungsberaterin in den letzten Jahren mehr als 1.000 Lebensläufe und Anschreiben geprüft und etliche davon auch optimiert. Das war möglich auf Grund ihrer vielfältigen Erfahrungen im Marketing- und Personalbereich und durch die Ausbildung bei Svenja Hofert.

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