Teil 6 unserer Städteserie führt uns in die Geburtsstadt von Johann Wolfgang von Goethe, in der sich neben pittoresken Fachwerkgebäuden die einzig echte Skyline Deutschlands erhebt. In Frankfurt am Main lebt man beschaulich und hält doch Schritt im Tempo einer internationalen Finanzmetropole.

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Sushi und „Äbbelwoi“, Börse und Römerberg, Commerzbankturm und Kaiserdom, Goethe und Mario Draghi, Frankfurt Airport neben Spessart und Taunus – Frankfurt ist eine Metropole von internationaler Bedeutung und beschaulicher Gemütlichkeit. Mit ihren beeindruckenden Bankentürmen, Hochhäusern und Glasfassaden ist Frankfurt hierzulande die einzige Stadt, deren Silhouette den Begriff Skyline verdient. Etliche Etagen tiefer erfreut man sich an urigen Apfelweinkneipen, dörflich anmutenden Stadtteilen mit sanierten Fachwerkhäusern und idyllischen Flussauen. Frankfurt bringt auf reizvolle Art und Weise Gegensätzliches zusammen. Zwischen Weltstadtflair und anheimelnder Gemütlichkeit liegen dabei oft nur ein paar Schritte.

Die Pendlermetropole Deutschlands

Frankfurt zählt rund 732.000 Einwohner und es werden jährlich mehr. Derzeit wächst die Stadt um gut 15.000 Einwohner pro Jahr. Im Vergleich der 50 einwohnerstärksten Städte Deutschlands liegt die Mainmetropole damit auf Platz vier. Jeden Morgen verlassen über 350.400 Pendler die Züge am Hauptbahnhof – so viele wie in keiner anderen deutschen Stadt. Dann wird Frankfurt für einige Stunden zur Millionenmetropole. Über 43.000 Unternehmen sind hier ansässig und bieten mehr als 547.500 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze hauptsächlich in der Finanzbranche, im Logistik- und Transportwesen, in der Chemieindustrie sowie in der Kommunikations- und Medienwirtschaft. Zu den größten Arbeitgebern zählen der Flughafen, Lufthansa, Deutsche Bahn, Post, Deutsche Telekom, Allianz, Siemens, Deutsche Bank Commerzbank, Degussa und die Stadtwerke. Die Arbeitslosenquote liegt bei 6,4 Prozent.

Globales Dorf mit wenig Wohnraum

Der hohe Pendleranteil ist vor allem der knappen Wohnraumsituation geschuldet. Mit 248 Quadratkilometern ist Frankfurt am Main eher ein globales Dorf als eine Großstadt. Zu Fuß dauert es keine halbe Stunde, um vom Ostend ins Westend zu gehen. Wohnungen sind Mangelware und demzufolge teuer: Für eine 30m²-Wohnung liegt der durchschnittliche Mietpreis aktuell bei 16,34 EUR/m². Bei einer 60m²-Wohnung zahlt man durchschnittlich 12,93 EUR/m² Miete. Die teuersten Pflaster sind neben der Innenstadt das Westend und das Bahnhofsviertel. Laut Bürgermeister Olaf Cunitz habe aber die Entwicklung des Wohnstandorts Frankfurt höchste Priorität bei der Stadtplanung.

Wald und Fluss sorgen für Erholung

Die Großstadt liegt mitten im Grünen, eingebettet in waldreiche Mittelgebirge. Taunus, Odenwald und Spessart sind in kürzester Zeit erreichbar. Außerdem schmückt sich Frankfurt mit dem größten Stadtwald der Republik. In den Nidda-Auen können Spaziergänger und Radfahrer fast das ganze Frankfurter Stadtgebiet ausschließlich im Grünen durchqueren. Sie sind Hauptbestandteil des “GrünGürtels”, der Frankfurt komplett umschließt und mit Grill- und Kinderspielplätzen besonders im Sommer ein Naherholungsgebiet mitten in Frankfurt bietet.

Das Ufer des Mains hingegen lockt mit Cocktailbars und Gartenrestaurants und einem der artenreichsten südländischen Gärten nördlich der Alpen. Im „Nizza“ wachsen Palmen, Bananen, Zypressen, Pinien und Korkeichen. Neben den Spaziergängern haben inzwischen auch Rollschuhfahrer, Skater und Fahrradfahrer das Mainufer entdeckt. Samstags sorgen Flohmarkthändler für bunten Trubel. Das Museumsufer zu beiden Seiten des Mains bildet mit insgesamt 13 Museen eine einzigartige Kulturmeile.

Kampf gegen Kriminalität

Doch wer „Frankfurt“ hört, denkt nicht nur an Würstchen, Flughafen, Paulskirche und an die Börse. Seit Jahren schon vermittelt vor allem das Bahnhofsviertel ein Bild von Gewalt, Kriminalität und Drogenmissbrauch. Mit 16.292 Straftaten je 100.000 Einwohner ist Frankfurt die gefährlichste Metropole Deutschlands. Doch die Stadt tut so einiges gegen dieses schlechte Image. Mit einer Sicherheitspartnerschaft zwischen Polizei und Stadtverwaltung, einer wegweisenden Drogenpolitik und Aktionen für mehr Zivilcourage soll die öffentliche Sicherheit nachhaltig verbessert werden.

Im eigenen Rhythmus

Und auch achtlosen Umweltsündern geht es in Frankfurt an den Kragen. Schlappe 20 Euro Bußgeld kostet ein weggeworfener Zigarettenstummel. Die „Stabsstelle Sauberes Frankfurt“ kümmert sich um wild abgelagerten Müll, schmutzige Ecken oder unansehnliche Graffitis und sensibilisiert Einheimische wie Touristen für ein achtsameres Verhalten – mit Erfolg. Frankfurt ist nicht nur kontinentales Finanzzentrum, europäischer Verkehrsknotenpunkt, multikulturelle Metropole (jeder vierte Frankfurter hat keinen deutschen Pass) und Geburtsstadt von Johann Wolfgang von Goethe. Frankfurt ist auch eine saubere, grüne Stadt mit engagierten Einwohnern, die ihren eigenen Rhythmus zwischen Beschaulichkeit und Großstadtpuls gefunden haben.


Quellen: www.arbeit-in.info, www.frankfurt.de; www.insm-wiwo-staedteranking.de; www.wohnungsboerse.net

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