Ein Gastbeitrag von Elena Merle von textil-one.de

Den altbekannten Spruch: „Kleider machen Leute“ kennt jeder. Forscher der California State University haben nun in einer fünfstufigen Studie herausgefunden, dass formell-businesstaugliche Kleidung Denkprozesse der Träger abstrakter sowie ganzheitlicher macht – keine schlechten Voraussetzungen für ein erfolgreiches Bewerbungsgespräch! Welchen Einfluss die Wahl des Outfits auf Ihr Bewerbungsgespräch haben kann, erfahren Sie in diesem Artikel.

Businesskleidung strahlt Professionalität aus

Klar – Bluse, Hemd und die feinen Lederschuhe sind nicht immer die bequemste Wahl. In den meisten Fällen trägt man diese Kleidungsstücke lediglich, um gesellschaftlichen Normen gerecht zu werden, doch das Tragen des feinen Zwirns zahlt sich aus. Ob auf Treffen mit wichtigen Geschäftspartnern, für den beruflichen Alltag im Büro oder aber für den Einstieg in die Berufswelt, das Bewerbungsgespräch – businesstaugliche Kleidung verleiht dem Träger einen gehobenen Ausdruck der Professionalität und Selbstsicherheit, der das Gegenüber von der eigenen Kompetenz überzeugt.

Die erwähnte Untersuchung der Fachzeitschrift „Social Psychological und Personality Science“ berichtet außerdem, dass sich Berufstätige in ihrer Berufsbekleidung besser konzentrieren können, sie abstrahierender denken und zudem gesteigerte Führungsqualitäten aufweisen.

Menschen, die Businesskleidung tragen, beschreiben sich selbst als kompetent und rational denkend: Dieser erste Eindruck, selbstverständlich in Verbindung mit höflichen Ausdrucksformen, ist besonders in Situationen erfolgsfördernd, die durch ihre hohe soziale Distanz gezeichnet sind, denn in solch professionellen Kontexten kann man meist weniger durch persönliche Nähe punkten.

Vielseitige Lösungsansätze und erweitere Horizonte durch Krawatte und Co.?

Mithilfe verschiedenster Experimente, kann das Forscherteam rund um Abraham M. Rutchick die Annahme bestätigen, dass formelle Kleidung ihre Träger zu abstrakteren und ganzheitlicheren Verarbeitungsprozessen befähigt. Diejenigen Teilnehmer, welche die gestellten Fragen der amerikanischen Studie in Alltagskleidung beantwortet haben, steuerten weniger kreative Lösungsansätze bei als diejenigen, die ein Businessoutfit trugen.

Vielseitiges „um-die-Ecke-Denken“ ist besonders dann wichtig, wenn es darum geht, den zukünftigen Wunsch-Chef von den eigenen Qualitäten zu überzeugen. Nicht selten werden Bewerber im Erstgespräch mit kniffligen Aufgaben konfrontiert, durch die sie genau diese vielseitige Denkweise sowie ihren weiten Horizont beweisen sollen. Die Planung eines eleganten, stilvollen Outfits für das Bewerbungsgespräch sollte also nicht an letzter Stelle stehen, wenn es darum geht, sich umfassend auf ein Jobinterview vorzubereiten!

Businesskleidung beeinflusst auch, was wir über uns selbst denken

Kleider wecken nicht nur in unserem Gegenüber Assoziationen über Macht, Intelligenz, persönliche Eigenschaften oder Kompetenz. Diesen Effekt haben die Textilien insbesondere auf uns selbst und somit auch auf unser Auftreten. Studenten fühlen sich im Geschäftsdress intelligenter. Gleichzeitig vermittelt die Kleidung ihnen ein Gefühl von Macht, Selbstvertrauen und Erfolg, berichtet das Onlinemagazin BusinessInsider. Dieser Eindruck von Erhabenheit führt im Umkehrschluss zu einer erhöhten sozialen Distanz und somit wiederum zu abstrakterem Denken. Legere Kleidung ermöglicht auf der anderen Seite eine Begegnung auf Augenhöhe.

Das Styling fürs Bewerbungsgespräch hängt von der Branche ab

Dieser Artikel hat umfassend gezeigt, inwiefern Businesskleidung das abstrakte Denken positiv beeinflusst und einen Eindruck von Intelligenz und Professionalität in unserem Gesprächspartner erweckt. Allerdings hat das konkretere, weniger komplexe Denken, welches Studienteilnehmer in lässigerer Kleidung aufweisen, für manche Branchen möglicherweise auch seine Vorteile. Einige moderne Startups legen beispielsweise sehr viel Wert auf Begegnungen auf Augenhöhe sowie schnelle und impulsive Denkanstöße. Welcher Kleidungs- und Denkstil am besten für die individuelle Bewerbung geeignet ist, sollte im Vorfeld des Bewerbungsgesprächs geklärt werden. In vielen Fällen gibt der Arbeitgeber einen gewünschten Dresscode vor.

Das manchmal verhasste und weniger entspannte Geschäftsoutfit sieht also nicht nur professionell aus – es macht uns auch professioneller!

 

Nähere Informationen darüber, welches Outfit erwünscht ist, wenn in der Einladung zum Bewerbungsgespräch business casual, smart casual und Co. gewünscht werden, können Sie im Ratgeber von Textil One nachlesen.

 


Quellen:

http://journals.sagepub.com/doi/abs/10.1177/1948550615579462

http://www.businessinsider.de/menschen-im-anzug-sind-beruflich-erfolgreicher-2017-6

https://www.op-online.de/leben/karriere/welchen-einfluss-kleidung-auf-erfolg-hat-wird-sie-ueberraschen-zr-8415911.html

http://www.wiwo.de/erfolg/coach/outfit/dresscode-im-job-wie-anzug-und-krawatte-uns-im-job-beeinflussen/19762158.html

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