Schlechte Manieren bei einem Geschäftsessen fallen sofort auf und können sich durchaus negativ auf Ihre Karriere auswirken. Damit die Spaghetti nicht zum Fallstrick werden, sollten Sie wissen, wohin die Serviette gehört oder wie man sich am Buffet benimmt. Sie wissen es doch, oder?

Es gibt viele Anlässe für ein geschäftliches Essen in einem Restaurant: ein Bewerbungsgespräch, ein wichtiger Kundentermin oder eine Firmenveranstaltung. Egal, ob Sie Gastgeber oder Gast sind, schlechte Manieren fallen sofort auf und sind für die Karriere nicht sonderlich förderlich. Bei einem Bewerbungsgespräch zum Beispiel schafft ein gemeinsames Mittagessen zwar eine entspannte Atmosphäre. Gleichzeitig wird der Personalverantwortliche aber auch ganz nebenbei Ihr Verhalten beobachten. Wer auf solchen Businessterminen die Benimmregeln beherrscht, wirkt souverän und kann bei Kunden, Geschäftspartnern oder den eigenen Vorgesetzten Bonuspunkte sammeln. Ob Sie in diesem Fall kniggefest sind, können Sie anhand unseres 10-Punkte-Plans überprüfen.

1. Restaurantwahl

Als Gastgeber sollten Sie für ein Geschäftsessen kein Restaurant wählen, in dem Sie selbst noch nicht gegessen haben. Lediglich anhand der Speisekarte und der Preisliste können Sie die Qualität des Essens und des Services nicht beurteilen. Wenn Sie ein neues Lokal wählen, ist es ratsam, vor dem Termin dort Probe zu essen. Dann können Sie auch gleich einen geeigneten Tisch – nicht unbedingt vor dem Eingang oder neben den Toiletten – für den wichtigen Termin reservieren. Außerdem schadet es nie, wenn man mit dem Restaurantchef oder dem Servicepersonal schon freundschaftlich Bekanntschaft geschlossen hat.

2. Bitte setzen Sie sich

Als Gastgeber sollten Sie nicht auf die letzte Minute kommen, sondern wenn möglich vor Ihren Gästen da sein. Treffen Sie sich vor dem Restaurant, hält der Gastgeber dem Gast die Türe auf. Im Restaurant gehen Sie dann wieder voran und geleiten Ihren Gast an seinen Platz. Dieser darf sich zuerst setzen, als Gastgeber setzen Sie sich immer zuletzt. Übrigens gehören Jacken oder Jacketts niemals über die Stuhllehne, sondern an die Garderobe.

3. Wohin mit der Serviette

Die Serviette gehört weder in den Kragen oder Ausschnitt, noch darf sie als Taschentuch entfremdet werden. Erst wenn der erste Gang serviert wird, nehmen Sie die Serviette vom Teller und legen sie auf den Schoß. Ausnahmen sind kunstvolle Faltgebilde, die beim Studieren der Speisekarte stören. Diese dürfen schon vorher vom Teller genommen werden.

4. Die Qual der Wahl

So verlockend es ist: Wenn Sie zu einem Geschäftsessen eingeladen sind, sollten Sie nicht ungeniert das Teuerste auf der Karte bestellen. Orientieren Sie sich im Zweifelsfall an Ihrem Gastgeber. Er bestellt in der Regel als Erster. Wenn er im Vorfeld ein bestimmtes Gericht empfiehlt, sollten Sie das als subtilen Wink verstehen. Sollte Ihnen die Empfehlung nicht zusagen, finden Sie sicher ein preislich vergleichbares Gericht auf der Karte. Auch bei der Frage, ob Vorspeise und/oder Nachtisch orientieren Sie sich am Gastgeber, sonst laufen Sie Gefahr, beim Essen beobachtet zu werden, weil Sie als Einzige/r eine Vorsuppe bestellt haben.

5. Auf ein Gläschen

Auch bei den Getränken gibt es einige Regeln zu beachten. Was macht man zum Beispiel mit dem noch halbvollen Aperitif-Glas, wenn der Kellner bereits den Wein ausschenkt? Keinesfalls runterschütten, sondern stehen lassen, sobald mit dem Wein angestoßen wird. Die Wahl des Weines ist übrigens Sache des Gastgebers. Das Weinglas wird am Stiel angefasst. Während des Essens tupft man sich den Mund mit der Serviette ab, bevor man zum Glas greift.

6. Unverfänglich plaudern

Klar, dass Sie bei Tisch nicht mit knallharten Vertragsverhandlungen beginnen, sobald der Aperitif serviert wurde. Ein bisschen Smalltalk sorgt für eine lockere und entspannte Atmosphäre. Damit aber die freundliche Plauderei nicht in eine hitzige Diskussion umschlägt, vermeiden Sie polarisierende Themen wie Religion, Politik und zuweilen auch Sport. Wer klug ist, lässt andere reden und hört aufmerksam zu. Fragen zu stellen, ist dabei eine sehr gute Möglichkeit, ins Gespräch zu kommen. So zeigen Sie Interesse und können die Unterhaltung geschickt lenken.

7. Die Schlacht am Buffet

Als Gastgeber obliegt es Ihnen, das Buffet zu eröffnen. Als Gast gilt: Contenance bitte! Überladene Teller sind ein absoluter faux pas! Und im Übrigen auch völlig unnötig, denn Sie dürfen so oft zum Buffet gehen, wie Sie möchten. Halten Sie aber dabei die Reihenfolge eines Menus ein, kombinieren Sie also nicht Vorspeisen, Hauptgerichte und Nachspeisen auf einem Teller. Nehmen Sie bei jedem Gang ans Buffet nur einen – und zwar sauberen –  Teller und mischen Sie nie Kaltes mit Warmem oder Fisch mit Fleisch. Essen und Trinken Sie nicht im Stehen, sondern fangen Sie erst an, wenn Sie wieder am Tisch sitzen.

8. Keine Telefonate bei Tisch

Telefonieren während des Essens ist ausgesprochen unhöflich und störend. Schalten Sie Ihr Mobiltelefon deshalb wenn möglich für die Dauer des Geschäftsessens aus. Auch E-Mails und Kurznachrichten werden am Tisch weder gelesen noch beantwortet. Falls Sie einen dringenden Anruf erwarten, können Sie den Vibrationsalarm aktivieren und sich bei Eingang des Telefonats kurz entschuldigen. Gehen Sie zum Telefonieren in jedem Fall vor die Tür.

9. Der Rest ist für Sie

Das Trinkgeld ist eine freiwillige Anerkennung der Serviceleistung im Restaurant. Wenn Sie mit dem Service des Kellners zufrieden waren und diesen honorieren wollen, können Sie sich beim Trinkgeld an die 5/10-Prozent-Regel halten. 10 Prozent Trinkgeld sind bei Rechnungen unter 100 Euro angemessen, 5 Prozent bei höheren Rechnungsbeträgen. Wenn Sie mit Karte zahlen, sollten Sie dem Kellner das Trinkgeld separat zukommen lassen, allerdings ohne dabei gönnerhaft zu wirken. Am besten bedanken Sie sich für den schönen Abend verbunden mit den Worten: „Das ist für Sie.“

10. Dies und Das

Noch ein paar kleine Tipps zum Abschluss: Bei einem Gedeck für mehrere Gänge wählt man das Besteck immer von außen nach innen. Beginnen Sie erst dann mit dem Essen, wenn jeder am Tisch sein Gericht vor sich hat oder der Gastgeber sie auffordert, schon einmal mit dem Essen zu beginnen. Gestikulieren Sie nicht mit dem Besteck in der Hand und führen Sie die Gabel oder den Löffel immer zum Mund und nicht umgekehrt. Sogenannte „Anstandsreste“ gibt es nicht – Sie dürfen gern Ihren Teller leer essen.