Ob mit Berufsausbildung, mit Studium oder über den Quereinstieg – in der Logistik-Branche gibt es viele Möglichkeiten, eine Karriere zu starten. Auch wenn Akademiker bei Personalern aufgrund der komplexen Tätigkeitsfelder immer beliebter werden, können Bewerber mit praktischer Erfahrung noch immer am besten überzeugen.  

Logistik-Boom beschert beste Karrierechancen

Jedes Jahr neue Rekordmeldungen. Die Logistik-Branche boomt nach wie vor und der Bedarf an hochqualifizierten Fachkräften ist ungebrochen. Nicht nur branchenspezifische Unternehmen wie die klassischen Spediteure suchen kompetenten Nachwuchs auf allen Ebenen, sondern auch Industrie- und Handelsunternehmen, in denen die Logistik ein wichtiges Tätigkeitsfeld einnimmt. Die Berufs- und Karrierechancen in diesem Bereich sind also so aussichtsreich wie vielfältig.

Der weltweite Handel mit Rohstoffen, Produktions- und Konsumgütern hat dazu geführt, dass sich die Aufgabenprofile in nahezu allen Bereichen der Logistik deutlich verändert haben. Kümmerten sich Logistiker früher hauptsächlich um Transport, Umschlag und Lagerung, so steuern sie heute ganze Wertschöpfungsnetze. Zu den Aufgaben gehören die marktorientierte, integrierte Planung, Gestaltung, Abwicklung und Kontrolle des gesamten Material- und dazugehörigen Informationsflusses zwischen Unternehmen, Lieferanten und Kunden sowie innerhalb eines Unternehmens.

Uni-Absolventen werden bei Personalern immer beliebter

Das macht viele der Logistik-Jobs abwechslungsreicher und interessanter, erhöht aber gleichzeitig auch die Anforderungen an künftiges Fach- und Führungspersonal. Wer eine Karriere in der Logistik-Branche anstrebt, sollte Prozessverständnis und analytische Fähigkeiten aber auch Kreativität für innovative Lösungen mitbringen. Laut der Bundesvereinigung Logistik (BVL) legen Personalabteilungen zunehmend Wert darauf, frei werdende Stellen mit Absolventen eines Logistik-Studienganges zu besetzen. Denn an der Universität eignen sich künftige Logistikprofis ganzheitliches Gestaltungswissen an, das sie für die Entwicklung innovativer Geschäftsmodelle und die Gestaltung komplexer Prozesse und Systeme brauchen.

Mehr als 160 logistische Studiengänge in Deutschland

Die zunehmende Bedeutung der akademischen Ausbildung für die Logistik spiegelt sich auch im Studienangebot der verschiedenen Hochschulen wider. Deutschlandweit gibt es derzeit rund 160 Logistik- und logistikorientierte Studiengänge – Tendenz steigend. Logistische Lehrinhalte bieten vor allem Studiengänge wie BWL, Wirtschaftsingenieurwesen, Verkehrswesen oder Wirtschaftsinformatik. Entsprechende Studienschwerpunkte können dann zum Beispiel durch Logistikmanagement, Supply Chain Management, Beschaffungs- und Produktionslogistik, Hafen-, Gesundheits- oder Industrielogistik gesetzt werden. Es gibt aber auch »reine« Logistikstudiengänge, vor allem an Fachhochschulen und Berufsakademien bzw. an Dualen Hochschulen. Einen umfassenden Überblick über sämtliche Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten bietet das Internet-Portal berufswelt-logistik.de.

Dachser setzt bei Bewerbern auf praktische Erfahrung

Doch wichtiger noch als eine akademische Ausbildung ist vielen Arbeitgebern die praktische Erfahrung der Bewerber und ihr Verständnis für logistische Prozesse und Zusammenhänge. Bernhard Simon, CEO des Logistik-Unternehmens Dachser, sagt zum Beispiel in einem Interview mit der VerkehrsRundschau: „Ich halte sehr viel von dem Praxisbezug, dass die Ausbildungsgänge in vernünftiger Zeit und Qualität organisiert werden und zunehmend die Bachelorstudiengänge mit der Praxis verwoben werden.“

Sein Unternehmen setze zuallererst die ein, die von der Berufsakademie (BA) kommen oder klassisch ihre duale Ausbildung gemacht haben. Wer keine Lehre oder den Bachelor gemacht hat, der könne kaum bei Dachser anfangen. Im Bachelor sieht er die Chance, akademische Elemente der FH mit den Vorteilen des klassischen Arbeitsverhältnisses der BA zu kombinieren. Für den Berufseinstieg sei das aus seiner Sicht die ideale Grundlage. Ein Master-Abschluss werde erst dann wichtig, wenn neben Berufserfahrung auch Führungserfahrung und weiteres Methodenwissen notwendig sind, um spezifische Projekte auf einem höheren wissenschaftlichen Level abwickeln zu können.

Die klassische Logistik-Karriere gibt es nicht

Eine typische Dachser-Karriere gäbe es nicht mehr, so Simon. „Früher sah die klassische Karriere so aus: Speditionskaufmann, in der Disposition mitgearbeitet, Chefdisponent, Speditionsleiter, vielleicht eine Zusatzausbildung und dann Niederlassungsleiter. Es gibt mittlerweile sehr viele andere Karrieren, die aus der Projektarbeit kommen. Praktiker können ein Studium aufsetzen, Akademiker können über eine Ausbildung oder Praktika in eine Niederlassung hineinkommen.“ Generell gilt: Die Logistik-Branche bietet Akademikern, Fachkräften mit Berufsausbildung aber auch Quereinsteigern individuelle Karrieremöglichkeiten.

Wer sich näher informieren will, ist beim BVL an einer guten Adresse. Der Verband bietet interessante Networking-Möglichkeiten, um wichtige Kontakte zu knüpfen, informiert über freie Plätze für Abschlussarbeiten, Praktika und Ausbildung oder Traineeprogramme in Deutschland und weltweit und hält für Schüler, die kurz vor dem Berufseinstieg stehen, nützliche Karrieretipps bereit.

 


Quellen http://www.karriere.de/karriere/logistik-arbeitgeber-buhlen-um-die-besten-absolventen-6655/

https://www.tag-der-logistik.de/logistik-ist-mehr/karriere

http://berufswelt-logistik.de/?studium_logistik0

http://www.verkehrsrundschau.de/karriere-in-der-logistik-dachser-chef-bernhard-simon-im-interview-746035.html?_apg=6

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