Für eine Karriere im Einzelhandel ist die praktische Berufserfahrung genauso wichtig wie eine fundierte akademische Ausbildung. Ein cleverer Mix aus Beidem ist also die Grundlage für den perfekten Karriereplan. Das Gute daran: Die Branche bietet individuelle Möglichkeiten, um Aus- und Weiterbildung zu kombinieren. Wir geben Ihnen ein paar Beispiele.

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Von der Wursttheke in die Konzernspitze! Was zunächst nach einer Hollywood-Verfilmung klingt, ist im Einzelhandel ein durchaus realistischer Karriereweg. Engagierten Nachwuchs-Talenten mit der Bereitschaft sich weiterzubilden, stehen in dieser Branche zahlreiche Aufstiegsmöglichkeiten offen. Dabei müssen sie sich auch nicht zwischen Berufsausbildung oder Studium entscheiden. Wer beides clever kombiniert, kann die Karriereleiter weit nach oben klettern.

Karriere mit Lehre

Nach wie vor ist eine solide Ausbildung die Grundlage für eine Karriere im Einzelhandel. Auch wenn aufgrund der zunehmenden Komplexität der Handelsprozesse und der wachsenden Internationalisierung vieler Handelsunternehmen der Akademikeranteil im Handel steigt, sind praktische Berufserfahrung und fundierte Kenntnisse am Point of Sale unerlässlich, um eine Karriere im Handel zu starten. Viele Führungskräfte – auch in Konzernen – und selbstständige Händler haben deshalb ihre Berufslaufbahn mit einer fundierten Ausbildung begonnen und sich anschließend weitergebildet.

Handelsberufe bei Azubis seit Jahren hoch im Kurs

In der Hitliste der beliebtesten Ausbildungsberufe in Deutschland rangieren der Kaufmann/frau im Einzelhandel sowie der/die Verkäufer/in seit Jahren ganz oben. 2016 belegten sie die Plätze zwei und drei mit insgesamt rund 49.000 neuen Ausbildungsabschlüssen. Der Anteil der weiblichen Azubis war dabei nur geringfügig höher als der der männlichen Kollegen. In der Ausbildung lernen sie alles Wesentliche zu Verkauf und Kundenberatung, zum Umgang mit Warenwirtschaftssystemen, Warenpräsentation, Marketing, Bearbeitung des Wareneingangs, Weiterentwicklung der Warensortimente sowie Kaufmännische Steuerung und Kontrolle. Deshalb sind beide Ausbildungsberufe im Einzelhandel eine wichtige Voraussetzung für die Zulassung zu einer Aufstiegsfortbildungsprüfung.

Berufsakademien genießen hohes Ansehen

Wer seine Einzelhandelskarriere mit Abitur oder Fachhochschulreife startet, hat mehrere Möglichkeiten. Die Abiturientenausbildung zum Handelsfachwirt ist eine interessante Kombination aus dualer Ausbildung und einer bei Arbeitgebern gefragten Zusatzqualifikation der IHK. Auch das Studium an einer Berufsakademie, das theoretisches Wissen mit praktischer Ausbildung vereint, genießt im Einzelhandel einen sehr guten Ruf. Zusätzlich zu der kaufmännischen Tätigkeit absolvieren die Studenten ein betriebswirtschaftliches Studium und haben so die Möglichkeit, sich nach der Ausbildung für eine Führungsposition zu qualifizieren. Inzwischen kooperieren zahlreiche Handelsunternehmen mit Berufsakademien, um dort eigene Führungsnachwuchskräfte auszubilden.

Ab an die Uni: Einzelhandel sucht zunehmend Akademiker

Für eine immer größer werdende Zahl an Arbeitsplätzen im Handel ist inzwischen auch ein betriebswirtschaftliches Hochschulstudium zum Bachelor (an einer Universität oder Fachhochschule) besonders hilfreich. Weil die praktische Berufserfahrung gerade im Handel besonders geschätzt wird, ist ein berufsbegleitendes Studium empfehlenswert. Beispielsweise per Fernstudium kann man als Kaufmann im Einzelhandel den Bachelor oder Master anstreben und so beispielsweise in Studiengängen wie BWL, Wirtschaftswissenschaften, Business Administration oder Handelsbetriebswirtschaft einen international anerkannten akademischen Grad erwerben.

Die eigenen Ziele bestimmen den Karriereweg

Sowohl mit einer Ausbildung als auch mit einem Studium lässt sich im Einzelhandel Karriere machen. Welcher Weg individuell geeignet ist, hängt von den persönlichen Zielen ab. Den Sprung zum Bezirksleiter oder regionalen Vertriebsleiter ermöglicht zum Beispiel die Weiterbildung zum Handelsfachwirt, die auch berufsbegleitend absolviert werden kann. Voraussetzung ist dann neben der meist kaufmännischen Ausbildung eine ein- bis zweijährige Berufstätigkeit. Ein Studium oder eine Ausbildung plus Studium hingegen eröffnen die Chance, irgendwann eine Führungsposition in einem größeren Unternehmen oder Konzern zu übernehmen – gute Leistungen, Führungskompetenz und persönlicher Einsatz vorausgesetzt.

Über wichtige Karrierestationen im Einzelhandel und den Weg dorthin gibt der Handelsverband Deutschland auf seiner Website Auskunft. Eine Karriere könnte sich zum Beispiel wie folgt aufbauen:

  • Erstverkäufer, Erstverkäuferin
  • Substitut, Substitutin (auch stellvertretende/r Abteilungsleiter/-in); Teamleiter/-in
  • Verkaufsstellenleiter, Verkaufsstellenleiterin
  • Filialleiter, Filialleiterin oder Marktmanager/-in
  • Abteilungsleiter, Abteilungsleiterin
  • Bezirksleiter, Bezirksleiterin
  • Gebietsverkaufsleiter/-in
  • Einkäufer, Einkäuferin; Werbeleiter, Werbeleiterin; Personalleiter, Personalleiterin
  • Geschäftsführer, Geschäftsführerin
  • selbstständige/r Unternehmer, Unternehmerin

 


Quelle: http://www.bildungsxperten.net/bildungschannels/ausbildung/karriere-im-einzelhandel-ausbildung-oder-studium/

https://www.bibb.de/dokumente/pdf/naa309_2016_tab67_0bund.pdf

http://www.stzgd.de/weiterbildung/einzelhandelskaufmann-weiterbildung/

http://www.einzelhandel.de/index.php/themeninhalte/bildung/item/123525-ausbildung,-weiterbildung-und-karriere-im-einzelhandel

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