Die Videokamera hat sich in den vergangenen Jahren zu einem beliebten Bewerbungstool gemausert – nicht nur für Vorstellungsgespräche via Skype und Google Hangouts, sondern auch für kurze Faktenchecks oder eigene Bewerbungsvideos. Wir erklären, wie Sie sich geschickt ins rechte Licht rücken.

Bleiben wir doch gleich beim Thema „Licht“, denn das wird immer, sobald eine Kamera im Spiel ist, zum Erfolgskriterium. Gerade vor der eigenen Webcam unterschätzen viele die Wirkung des Lichts in einem Videointerview. Sitzen Sie mit dem Rücken zum Fenster, kann Ihr Gegenüber nur Ihre Konturen erkennen, Gesicht und Mimik bleiben im Schatten verborgen. Fällt das Licht ausschließlich von oben, zaubert es unvorteilhafte Schatten und Augenringe auf Ihr Gesicht. Achten Sie daher immer, wenn Sie vor einer Kamera sitzen oder stehen, auf eine optimale Ausleuchtung. Empfehlenswert ist ein warmes, nicht zu grelles Licht von vorn, das Ihr Gesicht gleichmäßig ausleuchtet, ohne zu blenden oder Schatten zu werfen.

Spart Zeit und Geld: Das Bewerbungsgespräch vor der WebCam

Ein Vorstellungsgespräch via Skype oder Google Hangouts führen Bewerber häufig dann, wenn sie sich im Ausland bewerben. Kaum ein Bewerber kann mal eben nach New York oder Shanghai fliegen, um sich bei einem potenziellen neuen Arbeitgeber vorzustellen, und auch den Unternehmen ist die WebCam als kosten- und zeitsparende Alternative zum herkömmlichen Bewerberinterview sehr willkommen. Hierzulande setzen bereits 14 Prozent der Arbeitgeber auf Videobewerbungsgespräche, so die Staufenbiel-Studie „Jobtrends Deutschland 2014“.

Wer sich über den Computer-Bildschirm bei einem Unternehmen vorstellt, sollte dabei ein paar Dinge berücksichtigen. Machen Sie sich mit der Technik vertraut – sowohl mit Hardware als auch Software sollten Sie sich auskennen und alle relevanten Einstellungen im Vorfeld vorgenommen haben. Nutzt der Arbeitgeber ein Standardprogramm wie Skype oder eine eigene Software, die Sie womöglich noch auf Ihrem Rechner installieren müssen? Klären Sie auch, wer wen kontaktiert, sonst warten am Ende beide Seiten auf den Anruf des jeweils anderen. Sorgen Sie dafür, dass Sie während des Gespräches nicht gestört werden – weder von zwei- oder vierbeinigen Familienmitgliedern noch von Klingeltönen oder anderen akustischen Signalen. Schalten Sie am besten Telefone auf lautlos und schließen Sie alle anderen Programme auf Ihrem Computer.

Ohne Gegenüber: Das zeitversetzte Videointerview

Manche Unternehmen bitten zum Kandidateninterview, ohne dabei anwesend zu sein. Bei diesen web-basierten Videos, die zeitversetzt durchgeführt werden, sind Fragen und Antwortzeiten in einer Software programmiert. Sie erhalten eine Interview-Einladung per E-Mail mit den entsprechenden Log-in Daten und können selber entscheiden, wann und wo Sie das Interview führen möchten. Starten Sie die Applikationen, werden Sie gebeten bestimmte von Recruitern vorgegebene Interviewfragen zu beantworten. Das Ganze wird über Ihre Webcam als Video festgehalten und kann dann unternehmensintern von verschiedenen Personen angesehen und bewertet werden.

Bereiten Sie sich gut auf das Interview vor, denn meist haben Sie nur eine Chance, die Fragen zu beantworten. Während Sie in einem Gespräch kleine Hänger oder Blackouts gegebenenfalls überbrücken können, fallen diese bei einem zeitversetzten Video-Interview unangenehm auf. Achten Sie auch darauf, immer direkt in die Kamera zu schauen. Das mag ungewohnt sein, weil Sie keinen direkten Gesprächspartner haben, wirkt im Video aber professionell, weil Sie den Betrachter direkt ansehen. Falls Ihnen der Blick in die Kamera schwerfällt, stellen Sie sich einfach eine Ihnen sympathische Person vor, die direkt hinter der Kamera steht.

Kurzes Kennenlernen: Der Faktencheck als Auswahlhilfe

Oft nutzen Personaler ein kurzes Videointerview, um so die Kandidaten für die eigentlichen Bewerbungsgespräche auszuwählen. Stellen Sie sich in dem Fall auf ein kurzes und faktenorientiertes Gespräch ein ohne jeglichen Smalltalk zu Beginn. Beantworten Sie die Fragen möglichst präzise und vermeiden Sie weitschweifende Erzählungen. Als kleine Gedankenstütze können Sie sich wichtige Informationen und Daten wie zum Beispiel Ihren Lebenslauf oder Antworten auf zentrale Bewerbungsfragen ausgedruckt an Ihren Monitor kleben. Aber bitte so, dass der Interviewpartner davon nichts mitbekommt.

Kreative Ergänzung: Das Bewerbungsvideo

In den USA ist die Videobewerbung schon weit verbreitet. In Deutschland hingegen tun sich manche Personaler noch schwer mit dem Format. Während die Nutzung und Erstellung kurzer Videos für die junge Smartphone-Generation an der Tagesordnung ist, sitzen in vielen Personalabteilungen häufig noch wenig internet-affine Kollegen, die eher auf traditionelle Bewerbungen Wert legen und Ihr Video vielleicht gar nicht ansehen. Deshalb ist ein Bewerbungsvideo immer nur als eine Ergänzung der Bewerbungsunterlagen zu sehen und kann diese keinesfalls ersetzen. Sie haben jedoch mit dem Format die Möglichkeit, sich von dem Einheitsbrei der meisten Bewerbungsschreiben kreativ abzuheben und einen persönlichen Eindruck beim Recruiter zu hinterlassen. Fassen Sie sich aber kurz, wenn Sie sich per Video vorstellen möchten. Das Filmchen sollte nicht länger als zwei Minuten sein und keinesfalls von einem Freund per Handy am Küchentisch aufgenommen werden. Wenn Sie sich für dieses Bewerbungstool entscheiden, sollten Sie auch in eine Aufnahme vom Profi investieren.


(Quellen: focus online, englische-karrieremanufaktur.de, competitiverecruiting.de)
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