06.02.2017 -

Die Biobranche hält die unterschiedlichsten Berufe für die unterschiedlichsten Menschen bereit. Studierte Wissenschaftler können hier ebenso wie Landwirte oder Verkäufer ihren beruflichen Weg gehen. Wir haben uns ein paar Möglichkeiten etwas näher angeschaut.

Der Bio-Trend ist ungebrochen und die Deutschen greifen immer mehr zu Bioprodukten. Wie das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) anlässlich der Biofach 2011 bekannt gab, ist Deutschland innerhalb der EU der größte Absatzmarkt für Bioprodukte und steht weltweit nach den USA an zweiter Stelle. Rund ein Drittel der 17,9 Milliarden Euro, die in der EU mit Bioprodukten erwirtschaftet werden (ohne Export), gehen damit auf den deutschen Umsatz mit Biowaren zurück.

Steigende Umsätze bei Bioprodukten

Laut Nielsen stieg der Umsatz von Bioprodukten im Lebensmitteleinzelhandel inkl. Drogeriemärkte im ersten Halbjahr 2011 um knapp zehn Prozent auf gut 1,2 Mrd. Euro. Ein Teil des Wachstums hängt mit dem erneuten Ausbau des Bio-Sortimentes im Discountbereich zusammen. Wie der Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) in seinem Report „Die Bio-Branche 2011“ schreibt, ist aber der eigentliche Motor für die Ausdehnung des Bio-Anteils am Gesamtmarkt der Naturkostfachhandel. Auch 2010 legte er überproportional zu. Doch noch gibt es nicht überall ein flächendeckendes Angebot von Bio-Vollsortimentern.

Vielfältige berufliche Chancen

Erzeuger und Händler haben also alle Hände voll zu tun um dieser starken Nachfrage gerecht zu werden. Demnach werden an verschiedensten Stellen der Biobranche Mitarbeiter gebraucht. Die Biobranche hält die unterschiedlichsten Berufe für die unterschiedlichsten Menschen bereit. Studierte Wissenschaftler können hier ebenso wie Landwirte oder Verkäufer ihren beruflichen Weg gehen. Wir haben uns ein paar Möglichkeiten etwas näher angeschaut.

Traineeprogramm Ökolandbau

Bereits zum neunten Mal bietet die Stiftung Ökologie & Landbau (SÖL) das Traineeprogramm Ökolandbau an. Wie die Stiftung auf ihrer Homepage erklärt, richtet sich das Programm an Hoch- und Fachhochschulabsolventen aus den Studiengängen Agrarwissenschaft, Gartenbau, Ernährungswissenschaft, Lebensmitteltechnologie, Betriebswirtschaft und Marketing. Während der einjährigen Traineeausbildung bei Unternehmen der ökologischen Land‐ und Lebensmittelwirtschaft werden fachliche, methodische und unternehmerische Kompetenzen vermittelt und praktisch angewandt.

Biobauer

Die Deutschen wollen Bio. Allerdings basiert die Versorgung des deutschen Marktes mit Bioprodukten derzeit noch auf einem relativ hohen Importanteil. Die importierten Lebensmittel könnten durch regional erzeugte Produkte ersetzt werden und das ist die Chance für deutsche Landwirte auf Bio umzustellen. Um prüfen zu lassen, ob die Umstellung auf ökologischen Landbau für sie das Richtige ist, können Landwirte sich bis zum 25.9.2011 bei der bio-offensive der Stiftung Ökologie und Landbau für einen Betriebs-Check registrieren.

Bio-Gastronom und Bio-Koch

Nicht nur zu Hause, sondern auch wenn die Menschen außer Haus essen, wollen sie zunehmend nicht mehr auf Bio verzichten. Zwar bewegt sich Bio in der Gastronomie trotz großen Potenzials immer noch auf einem verhältnismäßig niedrigen Niveau. Der BÖLW hat in seinem Report „Die Bio-Branche 2011“ jedoch drei Trends herausgefunden: Gäste suchen im Restaurant zunehmend nach Sicherheit, Gesundheit und Frische – Attribute, die sich sehr gut mit Bio-Angeboten verknüpfen lassen.

In der Gastronomie werden Bio-Lebensmittel eingesetzt, indem einzelne Komponenten ausgetauscht, Bio-Menüs oder alle Speisen in Bio-Qualität angeboten werden. In den einzelnen Produktgruppen spielt Bio-Gemüse die größte Rolle, gefolgt von Bio-Obst, Bio-Salat und Bio-Fleisch. Restaurants und Großküchen erhalten z.B. bei Bio zu Tisch Tipps und Informationen zum Einstieg in die Bio-Küche. Einige Weiterbildungseinrichtungen bieten bereits die Fortbildung zum Bio-Koch an. Das Informationsportal Ökolandbau berichtet etwa von der Hanseatischen Weiterbildung Rostock (HWBR), die einen Lehrgang zum geprüften Bio-Koch anbietet.

Verkäufer/in für Naturkost

Bundesweit bieten aktuell rund 2350 Naturkostfachgeschäfte ein breites Sortiment an Bio-Lebensmitteln an, so das Ergebnis des Projekts „Marktdaten Naturkostfachhandel“ (laut BÖLW). Die meisten Biofachhändler konzentrieren sich im Süden Deutschlands. Alnatura blieb zum Jahresende 2010 Marktführer, gefolgt von Dennree und basic. Stetig werden neue Filialen eröffnet oder bestehende Läden vergrößert. Damit wird das wachsende Bedürfnis der Kunden nach regionalen, authentischen Bio-Lebensmitteln bedient. Die Kunden schätzen dort das hochwertige und große Bio-Sortiment und die kompetente Beratung. Dafür wird auch ständig neues Personal im Verkauf gesucht. Die großen Biofachmärkte bilden selber aus und mittlerweile gibt es auch anerkannte Umschulungen im Bereich Einzelhandel für Naturkost.

 


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