31.07.2013 -

Ihre Karriere stagniert und bei der Vergabe neuer Positionen ziehen Sie regelmäßig das kurze Streichholz? Wir sagen Ihnen, woran es liegen kann und was Sie tun müssen, um Ihre Karriere in Schwung zu bringen.

Eine verpasste Beförderung brachte die Mitarbeiterin eines oberpfälzer Versandhandels kürzlich dermaßen in Rage, dass sie ihre Kolleginnen mit Morddrohungen bedachte und das Büro ihres Chefs vollkommen verwüstete. Danach wurde sie festgenommen. Vermutlich wird die Frau nun viel Zeit haben, um zu analysieren, warum sie entgegen ihren Erwartungen nicht auf die frei gewordene Führungsposition gerutscht ist. Vielleicht lag es ja an den folgenden Gründen:

Sie sagen nicht, dass Sie befördert werden wollen.

Erwarten Sie bitte nicht, dass Ihr Chef Ihnen von sich aus die Beförderung anbietet, weil Sie jahrelang still und bescheiden Top-Leistungen erbracht haben. Wenn Sie Karriere machen wollen, müssen Sie das auch kommunizieren. Zielvereinbarungsgespräche mit dem Vorgesetzten sind der optimale Rahmen dafür. Machen Sie darin von Anfang an deutlich, welchen Weg Sie in den nächsten Jahren im Unternehmen gehen wollen. Zeigen Sie zudem Engagement, wenn es darum geht, mehr Verantwortung durch neue Projekte oder Aufgabenbereiche zu übernehmen. Seien Sie für Vorgesetzte und Kollegen gleichermaßen präsent und verstecken Sie sich nicht hinter Ihren beruflichen Erfolgen. Ob Sie befördert werden oder nicht, hängt zum Großteil von Ihrer Eigeninitiative ab. Die neue Position wird Ihnen niemand auf dem Silbertablett servieren.

Ihnen fehlt der Mut zur Karriere.

Oft fehlt es an der nötigen Portion Selbstbewusstsein, um auf sich und seine Kompetenzen aufmerksam zu machen. Doch Top-Leistungen begünstigen Ihre Karriere nicht, wenn keiner weiß, dass sie von Ihnen kommen. In Ihrem Karriereplan sind Sie Ihr eigener PR-Chef und müssen sich im Job bestmöglich verkaufen. Wer sich selbstbewusst präsentiert, verstärkt damit die Wertschätzung seiner Leistung. Die wichtigste Voraussetzung für eine gelungene Eigen-PR ist dabei immer die persönliche Einstellung. Wer sich unsicher fühlt, wird von anderen auch so wahrgenommen. Entschuldigen Sie sich deshalb nicht für die 20 Prozent, die vielleicht schief gelaufen sind, sondern seien Sie stolz auf die 80 Prozent, die Sie hervorragend gemeistert haben. Doch auch wenn Sie mutig Ihre Karriere vorantreiben wollen, kann es sein, dass Sie gegen die Wand laufen. Eine klassische Sackgasse. Egal wie sehr Sie rackern, in diesem Unternehmen werden Sie einfach nicht vorankommen. Dann erfordert es auch Mut, einen sicheren Job aufzugeben und für das Ziel „Karriere“ querzudenken. In welchen Positionen, Branchen oder Märkten kann Sie Ihr Know-How voranbringen? Akzeptieren Sie, dass eine Karriere nicht immer geradlinig verläuft.

Sie überlassen Ihre berufliche Laufbahn dem Zufall.

Wer kein Ziel hat, wird nie ankommen. Karriere per Zufall ist höchst selten. Sie müssen ein Ziel vor Augen haben und die Vorstellung, wie Sie es erreichen können. Das motiviert und treibt an. Vor allem wenn Sie Zwischenetappen nach und nach erfolgreich abhaken können. Ihre Karriereziele definieren Sie allein – und dafür sollten Sie sich Zeit nehmen. Was ist Ihnen wirklich wichtig? In einem ganz bestimmten Unternehmen zu arbeiten? Ein Job mit sozialem oder ökologischem Engagement? Ein anspruchsvoller Arbeitsplatz, der aber genügend Freiräume für Familie und Hobbies lässt? Oder haben Sie vielleicht eine klare Gehaltsvorstellung, die Sie realisieren wollen? Hauptsache ist, Sie können sich jederzeit mit Ihrem Karriereziel identifizieren. Das heißt nicht, dass sich Ihre Ziele nicht verändern dürfen. Das ist in unserer schnelllebigen Zeit ohnehin kaum möglich. Deshalb ist es wichtig, sich immer wieder zu hinterfragen, um die eigene Karrierestrategie gegebenenfalls anzupassen.

Ihr Chef kann Sie nicht leiden.

Bei einer Beförderung spielt immer auch Ihre Beziehung zum Chef eine Rolle. Im Unternehmen hat er nun einmal das Sagen. Sie tun also gut daran, ein möglichst gutes Verhältnis zu ihm aufzubauen und dieses zu pflegen. Das heißt nicht, dass Sie auf einer dicken Schleimspur in seinem Windschatten kriechen sollen. Devote Ja-Sager eignen sich in der Regel nicht für Führungspositionen, das ist auch den meisten Chefs bewusst. Allerdings sollten Sie auch nicht bei jeder Gelegenheit die Opposition anführen und sich in Kritik an ihrem Vorgesetzten üben. Machen Sie ihm stattdessen doch mal ein Kompliment für seine Arbeit. Schließlich ist der Chef auch nur ein Mensch mit Bedürfnissen – wenn Sie diese in beruflicher Hinsicht befriedigen können, wenn Sie seiner Arbeit Respekt zollen und ihn unterstützen, wird er Sie sympathisch finden.

Sie schauen nicht über den Tellerrand.

Sie machen genau das, was in der Job-Beschreibung von Ihnen verlangt wird? Für eine Beförderung reicht das nicht. Zu keinem Zeitpunkt Ihrer Karriere sollten Sie aufhören, nach neuem Wissen zu streben. Wenn Ihnen Ihr Job Spaß macht – auch das ist maßgeblich für eine Beförderung – sind Sie ohnehin an allem interessiert, was mit ihm zusammenhängt. Ob in Fachzeitschriften, Experten-Blogs, auf Weiterbildungen oder Branchen-Treffs – füttern Sie Ihre grauen Zellen, spüren Sie Trends auf und bringen Sie neue Ideen ins Unternehmen, dann klappt es auch mit der Beförderung. Vordenker und Innovatoren sitzen heute in den Chefsesseln vieler großer deutscher Unternehmen.


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