Selbstständige im IT- und Engineering-Bereich erhalten durchschnittlich einen Stundensatz von 79 Euro, so die Ergebnisse einer Umfrage. Selbst wenn sie als Festangestellter vielleicht finanziell mehr rausholen könnten, würde das kaum ein IT-Freelancer tun. Fast einstimmig erklärten die Freiberufler, diese berufliche Situation aus Überzeugung gewählt zu haben und zufrieden mit ihr zu sein.

Positive Stundensatz-Entwicklung 2013

In der Stundensatzumfrage von GULP, Projektportal und Personalagentur für externe IT- und Engineering-Spezialisten, zeigten sich die Freelancer auch optimistisch über die künftige Entwicklung ihrer Einnahmen. Mehr als die Hälfte (53,8 Prozent) der IT-/Engineering-Freelancer rechnet damit, dass ihr Stundensatz dieses Jahr da bleibt, wo er ist. 40,9 Prozent von ihnen geben an, dass sie ihn anheben werden. Dabei erhalten 44,7 Prozent in ihrem derzeitigen Projekt bereits einen höheren Stundensatz als in dem Projekt davor.

Drei unbezahlte Tage pro Monat

Im Schnitt arbeiten IT-/Engineering-Selbstständige 145 Stunden pro Monat im Projekteinsatz für den Kunden. Dazu kommen monatlich durchschnittlich 12 Stunden für Fort- und Weiterbildung und 13 Stunden für Verwaltung, Buchhaltung, Projektakquise und ähnliches. „Das sind gute drei unbezahlte Arbeitstage pro Monat, die IT- und Engineering-Freelancer für ihr eigenes Unternehmen aufwenden. Das ist einer von mehreren Gründen dafür, dass der direkte Vergleich zwischen dem Gehalt eines Festangestellten und dem Stundensatz eines Freelancers immer hinken wird“, kommentiert Stefan Symanek, Marketing-Leiter von GULP.

Freiberufler aus Überzeugung

Selbstständige im IT- und Engineering-Bereich ziehen eine durchweg optimistische Bilanz ihrer beruflichen Situation. Fast jeder der befragten Freelancer (93,8 Prozent) sagt von sich: Ich bin selbstständig aus Überzeugung. Zusätzlich geben 88,4 Prozent von ihnen an, dass sie mit ihrer momentanen beruflichen Situation zufrieden sind. Ebenfalls sind die Freiberufler zu 78,9 Prozent überwiegend der Meinung, dass einem Selbstständigen unterm Strich mehr zum Leben übrig bleibt als einem Festangestellten.

Großteil der Aufträge über einen Vermittler

Insgesamt kamen 72,9 Prozent der IT-/Engineering-Selbstständigen über einen Vermittler an ihr aktuelles oder zuletzt durchgeführtes Projekt. Nur ein gutes Viertel bleibt da für Direktbeauftragungen, also für Auftragsvergaben ohne eine weitere Instanz zwischen Endkunde und externem Spezialisten. Dieser Anteil schwankt je nach Größe des Unternehmens, in dem die Externen eingesetzt sind.

Bei kleinen Unternehmen ist eine Direktbeauftragung wahrscheinlicher. So kamen in Unternehmen mit bis zu zehn Beschäftigten weltweit 82,5 Prozent der IT- und Engineering-Projekte ohne Vermittler zustande. In Großunternehmen mit mehr als 5.000 Beschäftigten sind es nur 18,6 Prozent. „Je größer das Unternehmen, desto unwahrscheinlicher werden Direktbeauftragungen. Gerade Großunternehmen und Konzerne reduzieren unter anderem aus Kosten- und Komplexitätsgründen die Anzahl ihrer Lieferanten und konzentrieren sich auf wenige „Preferred Supplier“ – für externe Spezialisten ist es dann schwer, einen direkten Vertrag zu schließen“, erklärt Stefan Symanek.

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