Lampenfieber und Nervosität sind lästige aber durchaus normale Begleiterscheinungen eines Vorstellungsgesprächs. Damit Sie dennoch zu jeder Zeit Herr der Lage bleiben, haben wir ein paar hilfreiche Tipps für Sie.

Der Eine wippt vor Aufregung mit dem Fuß ein mörderisches Stakkato, die Andere wischt permanent imaginäre Krümel von der Tischplatte. Der nächste versucht sich den gordischen Knoten in die Finger zu machen und fegt dabei das Wasserglas vom Tisch. Die meisten zappeln, schwitzen, stottern oder zittern sich durch das Vorstellungsgespräch. Ihre Nervosität zu verbergen, gelingt den wenigsten Bewerbern. Das Beruhigende daran: Es ist ganz normal. Sich vor Fremden präsentieren zu müssen, löst bei Ungeübten fast immer Stresssymptome aus. Bis zu einem gewissen Grad sei das durchaus positiv, meinen Experten. Denn Lampenfieber kann einen Adrenalinschub bewirken, der uns zu Höchstleistungen antreibt. Um die Nervosität während des Bewerbungsgesprächs jedoch in einem kontrollierbaren Rahmen zu halten, gibt es ein paar hilfreiche Tricks.

Stehen Sie dazu!

Sie sitzen dem Personaler, dem Geschäftsführer und der Abteilungsleiterin gegenüber und sind wahnsinnig nervös? Na und! Wer wäre es nicht an Ihrer Stelle? Nervosität ist kein Zeichen von Schwäche, sondern einfach nur menschlich. Indem Sie Ihr inneres Durcheinander offen ansprechen, gewinnen Sie ein Stück Sicherheit zurück. „Entschuldigen Sie, aber ich bin sehr nervös. Dies ist ein äußerst wichtiges Gespräch für mich.“ Dafür werden Ihre Gesprächspartner ganz bestimmt Verständnis haben.

Fühlen Sie sich zugehörig!

Großes Unbehagen bereitet meist die Vorstellung, auf dem Präsentierteller zu sitzen und sich vor dem Publikum – dem Feind – beweisen zu müssen. Wer mit diesem Bild im Kopf ins Bewerbungsgespräch geht, ist schon von vorn herein eingeschüchtert und nervös. Fühlen Sie sich nicht von Ihren Zuhörern ausgeschlossen, sondern einer gemeinsamen Gruppe zugehörig, die miteinander kommuniziert, weil sie ein „Problem“ lösen will. Es geht ja darum, eine Stelle zu besetzen. Schauen Sie sich ihre Zuhörer an. Wer macht ein Pokerface und wer lächelt freundlich? Kehren Sie mit Ihrem Blick immer wieder zu dem freundlichen Gesicht zurück. Das entspannt und gibt Selbstvertrauen.

Bereiten Sie sich optimal vor!

Wer sich sicher fühlt, hat keinen Grund, sich zu fürchten. Diese Sicherheit erlangen Sie, indem Sie sich gewissenhaft vorbereiten. Das hält Ihr Lampenfieber garantiert im Zaum. Es versteht sich von selbst, dass Sie sich im Vorfeld umfassend über das Unternehmen informieren, bei dem Sie sich beworben haben. Auch alle wichtigen Daten Ihres Werdegangs sollten Sie parat haben. Dazu ist es sinnvoll, sich schon ein paar Antworten für die gängigsten Fragen im Vorstellungsgespräch im Kopf zurechtzulegen.

Vermeiden Sie unnötige Hektik, indem Sie am Tag des Gesprächs nichts dem Zufall überlassen. Ihr Outfit haben Sie zurechtgelegt und optimaler Weise auch Probe getragen. Sie wissen, welche Zeit Sie für die Anfahrt einplanen müssen und gegebenenfalls, wo Sie parken können. Stellen Sie die Situation im Bewerbungsgespräch ruhig mit Familienmitgliedern und Freunden nach und bitten Sie diese danach um ihre Meinung. Das nimmt der realen Situation später den Schrecken und Sie üben, einen positiven Eindruck zu hinterlassen.

Atmen Sie ganz tief durch!

Wenn Sie die Möglichkeit haben, sich kurz vor dem Gespräch noch einmal in Ruhe zu sammeln, sind Atemübungen eine wirkungsvolle Übung, um die innere Ruhe zurückzubringen. Beim ganz bewussten Ein- und Ausatmen können Sie sich zum Beispiel vorstellen, Sie atmen reine Energie ein und füllen beim Ausatmen den Raum mit Ihrer Präsenz. Es gibt natürlich auch andere Atem- und Entspannungstechniken. Wählen Sie eine für Sie passende und üben Sie diese unbedingt schon einige Male vor dem Gespräch, so dass Ihnen im „Ernstfall“ die Routine hilft, schnell wieder ins Gleichgewicht zu kommen.

Bezwingen Sie den Blackout!

Sollten Sie tatsächlich vor lauter Nervosität während des Vorstellungsgesprächs einen der berüchtigten mentalen Aussetzer bekommen, bei denen das Gehirn sich weigert die gewünschte Information abzurufen, verfallen Sie bitte nicht in Panik. Trinken Sie erst einmal ganz in Ruhe einen Schluck Wasser. Um dann den Gesprächsfaden wieder aufzunehmen, richten Sie sich bewusst auf Ihrem Stuhl auf und atmen Sie kurz durch. Statt den kleinen Hänger krampfhaft zu überspielen, sprechen Sie ihn lieber offen an, um danach neu anzusetzen.

Wie in so vielen Situationen gilt auch beim Vorstellungsgespräch: Übung macht den Meister. Je mehr Gespräche Sie absolviert haben, umso sicherer wird Ihr Auftreten sein. Gerade bei den ersten Bewerbungsterminen ist es ganz normal, nervös zu sein und, wie es so schön heißt, ein bisschen Bammel zu haben. Wichtig ist nur, dass zur ursprünglichen Angst vor dem Versagen später nicht die Angst vor der Angst kommt. Denn dann wird es schwer werden, sich ohne professionelle Hilfe aus der Lampenfieberspirale zu befreien.

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