Millionen von Menschen tummeln sich täglich im Internet, und immer mehr auch in sozialen Netzwerken. Während sie sich nicht hauptsächlich dort aufhalten, um nach einem neuen Job zu suchen, sind viele von ihnen gleichzeitig genau dies — auf Jobsuche.

Auch Unternehmen haben soziale Medien für sich entdeckt. Rund 30 Prozent aller Neueinstellungen kommen in Deutschland mittlerweile über soziale Netzwerke zustande, laut einer Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB).

Wichtig: der Online-Ruf

Wer im Internet und in sozialen Netzwerken präsent ist und zugleich auf Jobsuche, sollte auf jeden Fall auf sein Image achten. Potienzelle neue Arbeitgeber sehen sich ihre Kandidaten auch im Netz genau an.
„Etwa 30-80% der Unternehmen ‘googeln’ nach Bewerbern“, sagt Olivera Wahl, Social-Media-Beraterin und Internet-Projektleiterin aus Köln. „Daher ist das eigene Online-Image für jeden Bewerber wichtig.“ Im Rahmen der Give-Initiative von der Agentur für Arbeit erklärt die Social-Media-Beraterin Jobsuchenden, wie sie ihren Online-Ruf positiv beeinflussen können.

Hier sind ein paar ihrer Tipps, wie Sie Ihren Ruf auch im Netz wahren können und sich dort von der besten Seite zeigen:

1. Werden Sie zum Experten.

„Finden Sie heraus, wo Ihre beruflichen Stärken liegen”, rät Wahl. „Am stärksten fällt man mit frischen Ideen auf.” Eine Event-Planerin auf Jobsuche etwa organisiert einen Branchentreff, lädt dazu ehemalige Kollegen und potenzielle Arbeitgeber ein und stellt interessante Themen vor. Die Ergebnisse fasst sie auf einer Website zusammen und künftige Termine veröffentlicht sie per Twitter, Facebook oder Xing.

2. Üben Sie Vorsicht.

Lästern Sie in Netzwerken nie über Kunden, Kollegen oder den Arbeitgeber. Olivera Wahl nennt Beispiele, die ihr schon begegnet sind: „Der Kunde war ja ganz nett, aber seine goldfarbenen Turnschuhe gehen gar nicht…“, „Mein Chef hat meine Ideen geklaut und als seine ausgegeben“. Erzählungen über Drogenexperimente oder Alkoholausschweifungen sind genauso tabu.

3. Seien Sie professionell.

Im Vordergrund Ihres Online-Profils sollten Ihre Fähigkeiten und Erfahrungen stehen — nicht Ihr Privatleben. Entfernen Sie also Bilder, Inhalte und Links und veröffentlichen Sie keine Kommentare, die potenziellen Arbeitgebern den falschen Eindruck über Sie vermitteln könnten.
„Ich sehe immer wieder Arbeitnehmer, die auf Facebook schreiben, dass sie keine Lust zum Arbeiten haben oder während der Arbeitszeit Spiele dort spielen“, erzählt Online-Expertin Wahl. „Das ist sehr leichtfertig, denn man muss immer damit rechnen, dass sich solche Dinge schnell herumsprechen.“

4. Weniger ist mehr.

Halten Sie Ihr Profil einfach. „Ich kann nur empfehlen, sich einige wenige Inhalte zu überlegen, die beruflich von Nutzen sein können und sich bei der Online-Kommunikation hierauf zu beschränken“, sagt Wahl. „So kommt man gar nicht erst in die Versuchung, Privates zu veröffentlichen, das niemanden etwas angeht.“

5. Seien Sie proaktiv.

Warten Sie nicht nur darauf, bis Sie jemand kontaktiert. Kontaktieren Sie selbst Leute, die in Firmen arbeiten, an denen Sie auch interessiert sind. Viele von Ihnen werden offen für den Dialog sein. Olivera Wahl gibt noch einen Tipp: „Man kann auch über Xing nach Mitarbeitern suchen, die beim Wunscharbeitgeber arbeiten und denen, die dort ein Twitter-Profil verlinkt haben, auch auf Twitter folgen. So ist man mittendrin.“

 


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