Rollt bald eine Grippewelle über uns herein? Für einige Unternehmen könnte das verheerende Folgen haben. Warum Unternehmen für solche Fälle einen Pandemieplan brauchen und was Mitarbeiter bei Krankheit selbst tun können, lesen Sie hier.

Studien des IMWF Institut für Management- und Wirtschaftsforschung haben ergeben, dass deutschen Unternehmen im Februar massive grippebedingte Mitarbeiterausfälle drohen, die erhebliche Konsequenzen für das Geschäft bedeuten: Würde die Hälfte aller Mitarbeiter für sechs Wochen ausfallen, könnte das für jedes zweite Unternehmen das Aus bedeuten.

Folgt die Grippewelle dem Saisonverlauf der letzten beiden Jahre, ist ihr Höhepunkt für Anfang bis Mitte Februar zu erwarten. Zahlreiche Mitarbeiterausfälle würden in vielen Unternehmen zu erheblichen Engpässen bei der Auftragsentwicklung führen: Denn ein überdurchschnittlich hoher Krankenstand in der Belegschaft lässt sich in nur zwei von zehn Unternehmen durch Kollegen kompensieren.

Im Falle einer Grippe brauchen Unternehmen einen Pandemieplan

Um den betrieblichen Alltag auch bei plötzlich und massiv auftretenden Erkrankungsraten am Laufen zu halten, ist die Einführung eines Pandemieplans erforderlich, empfiehlt das IMWF. Dieser sieht insbesondere vor, alle Schlüsselpositionen im Unternehmen zu identifizieren und dafür Vertretungskapazitäten bereitzuhalten. Außerdem wird die Bedeutung des individuellen Gesundheitsschutzes in den Pandemieplänen betont, um die Zahl der erkrankten Mitarbeiter so klein wie möglich zu halten.

Wenn Sie in einem Unternehmen mit Pandemieplan arbeiten, zählen Sie wahrscheinlich zu den glücklicheren Arbeitnehmern. Denn dann können Sie sich bis zur Genesung auskurieren, falls es Sie doch mal erwischt. Ein Großteil der deutschen Arbeitnehmer muss jedoch ohne einen solchen Plan auskommen – laut IMWF verfügte 2009 nur jede zweite Firma über einen Pandemieplan, um für betriebliche Ausfälle gewappnet zu sein.

Arbeiten trotz Krankheit – keine gute Wahl

Gerade weil es oft keine Vertretungsregelung gibt, gehen viele Arbeitnehmer trotz Krankheit zur Arbeit. Es gibt keine angemessene Vertretung, sie stecken mitten in einem Projekt und viele werden einfach gebraucht, oder meinen es zumindest. Meist bekommen Sie aber nichts wirklich auf die Reihe, wenn Sie krank zur Arbeit gehen und stecken womöglich noch andere Kollegen an.

Um den Schaden für sich selbst (vor allem gesundheitlich) und Ihr Unternehmen möglichst gering zu halten, beherzigen Sie die folgenden Tipps, möglichst bevor die Grippewelle Sie niederstreckt:

  • Wenn Sie merken, dass Sie krank werden, bleiben Sie einen Tag zu Hause. Damit geben Sie Ihren Körper die Chance sich rechtzeitig zu erholen, damit Sie so schnell wie möglich mit vollen Kräften zurück zur Arbeit können.
  • Falls es Ihr Job und Ihr Chef zulassen, arbeiten Sie von zu Hause aus, sofern es Ihr gesundheitlicher Zustand zulässt. Diese Möglichkeit hat den Vorteil, dass Sie sich nicht krank melden müssen und zugleich braucht Sie niemand zu vertreten.
  • Wenn Sie nicht von zu Hause aus arbeiten können, schränken Sie den Kontakt zu anderen ein. Niemand sucht die Nähe zu dem niesenden Kollegen und wahrscheinlich ist Ihnen ohnehin nicht nach Smalltalk.
  • Wenn Sie nicht zur Arbeit können und das Bett hüten müssen, lassen Sie Ihren Chef davon wissen. Auch Kollegen, mit denen Sie zusammen arbeiten, sollten Sie direkt Bescheid geben. Falls von irgendeiner Seite noch ein Projekt von Ihnen erwartet wird, schicken Sie eine E-Mail an die betreffenden Personen. So vermeiden Sie unnötige Missverständnisse.

Ansonsten: Gute Besserung an alle, die jetzt mit Grippe & Co. zu kämpfen haben!

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