Geschlechtsbedingte Diskriminierung ist auch heute noch festzustellen. Der “Gender Gap” beschreibt die Ungleichheit, u.a. in der Wirtschaft. Es geht um die Aufteilung der Geschlechter unter den verschiedenen Berufsgruppen, um den Anteil und die Art der Erwerbstätigkeit und um Lohnunterschiede bei den Geschlechtern. Im Beruf fühlen sich auch immer mehr Männer aufgrund ihres Geschlechts benachteiligt.

Erwerbstätigkeit

Während der Mann arbeiten geht, ist die Frau im Besonderen für die Erziehung der Kinder verantwortlich. Diese Rollen sind immer noch in den Köpfen der Menschen verankert. Dementsprechend müssen Mütter ihre Arbeit aufgeben bzw. auf Teilzeitjobs ausweichen. Ungefähr die Hälfte aller erwerbstätigen Frauen arbeitet als Teilzeitkraft in einem oder mehreren Unternehmen. Der männliche Anteil liegt bei unter 10%. Auch wenn Teilzeitbeschäftigte zwei Stellen annehmen, sind sie immer noch wesentlich armutsgefährdeter als Vollzeitbeschäftigte.

Berufswahl

Allein die Berufswahl der Frauen unterscheidet sich in großem Maße von der der Männer. Während die Technikbranche vor allem von Männern besetzt ist, sind Frauen beispielsweise mehrheitlich im sozialen Bereich tätig. Diese Umstände sind auf die typische Rollenverteilung zurückzuführen und wirken sich negativ auf die Karrierechancen der Frauen aus. Die Löhne sind vergleichsweise gering, Aufstiegsmöglichkeiten begrenzt gegeben und Klischees, die sich schon in der Schule etablieren, werden bestätigt. Ein Beispiel hierfür ist das Vorurteil, Mädchen seien im Allgemeinen schlechter in Mathe als ihre männlichen Mitschüler.

Lohnunterschiede bei den Geschlechtern

In Deutschland ist ein Gehaltsunterschied von etwa 22% zwischen den Geschlechtern festgestellt worden. Mit berücksichtigt werden die Tatsachen, dass Frauen häufiger auf Teilzeit arbeiten, weniger in Führungspositionen arbeiten, schlechter bezahlte Berufe wählen oder sich ganz auf ihre Familie konzentrieren wollen, also gar nicht arbeiten. Dennoch gibt es Unterschiede im Lohn bei gleicher Arbeit und Qualifikation. Ein Grund ist die Annahme, das Frauen Kinder bekommen und schließlich ihre Arbeit unterbrechen. Soziologen nennen dieses Phänomen auch “Mutterschaftsstrafe”. Die Einstellung der Frau stellt ein Risiko dar, dessen Folgen man schon zu Beginn möglichst gering halten will, ganz gleich ob die Frau überhaupt vorhat Kinder zu bekommen. Abgesehen davon ist immer noch die Überzeugung verbreitet, dass Männer generell bessere Arbeit verrichten als Frauen. Hier ist nicht entscheidend, ob es sich um eine typischen Frauen- oder Männerberuf handelt.

Männer beklagen Diskriminierung

Auch Männer fühlen sich aufgrund ihres Geschlechts benachteiligt. Sie beklagen die nur an Frauen gerichteten Stellenanzeigen und das gerichtliche Klagen über ungleiche Behandlung von ihnen unerhört bleiben. Viele können zudem nichts mit der Frauenquote anfangen. Die Frauenquote möchte einen bestimmten Prozentsatz an Plätzen in Führungspositionen für Frauen sichern. Einige Männer sind der Überzeugung, dass dafür die Leistung von Männern nicht mehr anerkannt wird und der Gleichstellungskampf der Frau den Mann vom Markt verdrängt.

Lösungsansätze

Gegen die geschlechtsspezifische Diskriminierung im Beruf wird in Deutschland, rechtlich gesehen, wenig gemacht. Trotzdem gibt es mittlerweile Ansätze, um die Ungleichheit zu umgehen. Die Frauenquote soll verhindern, dass Männer bei der Stellenbewerbung mit Führungsverantwortung nicht wegen ihres Geschlecht bevorzugt werden. Die von Frauen unterrepräsentierten Berufe sollen mehr junge Frauen ansprechen. Der “Girl’s Day” wendet sich speziell an Schülerinnen und möchte diesen die sogenannten MINT-Berufe näher bringen. Mehr Informationen zur Online-Umfrage “Gender in der Berufswelt” finden Sie hier.

 


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