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Beim Small Talk scheiden sich die Geister: Viele Menschen mögen die unverfängliche Plauderei, anderen ist sie ein oberflächlicher Graus. Wie auch immer Sie zum Thema Small Talk stehen: Im Berufsleben werden Sie kaum darum herum kommen.

Ob beim Kundenbesuch oder auf einem geschäftlichen Empfang – immer wieder werden Sie in die Situation geraten, mit Menschen, die Ihnen fremd sind oder die Sie nur wenig kennen, ein kleines Gespräch zu führen.

„Wer erfolgreich sein will, muss die Kunst des Small Talk beherrschen“, sagt die renommierte Stilexpertin und Knigge-Trainerin Karin F. Hallinger aus Landsberg am Lech. „Daher ist es durchaus sinnvoll, ein paar Spielregeln zu kennen, mit denen Sie sich souverän im Small Talk unterhalten können. Dann kann das Plaudern sogar sehr viel Spaß machen.“

Im Folgenden gibt die Knigge-Expertin Karin F. Hallinger Tipps, wie Sie Kunst des Small Talk lernen und einen gelungenen Einstieg in das Gespräch finden, sich unterhalten, ohne langweilig, aufdringlich oder indiskret zu werden, und schließlich, einen höflichen Ausstieg aus dem Gespräch finden.

Worüber Sie am besten zwanglos reden können

Geeignete Small-Talk-Inhalte sind grundsätzlich angenehme Themen aus dem kulturellen Leben wie Literatur, Kunst, Kino, Film und Fernsehen. Auch über Sehenswürdigkeiten, den Urlaub, schöne Ausflugsziele und Freizeitbeschäftigungen lässt sich ungezwungen plaudern. Über Sport dürfen Sie gern reden, sofern Sie nicht gerade über die Fußballmannschaft herziehen, deren größter Fan möglicherweise Ihr Gesprächspartner ist. Andere relativ unverfängliche Themen sind neben dem Wetter auch Essen und Trinken, Shopping und Musik.

Der Plausch übers Wetter passt immer

Ein besonders beliebtes Thema ist natürlich immer und zu jeder Jahreszeit das Wetter, weil es nicht mit Emotionen verknüpft ist und jeden in so allgemeiner Weise betrifft, dass alle Gesprächsteilnehmer mitreden können. Nach ein paar Sätzen gibt das Thema Wetter dann allerdings auch nicht mehr viel her. Sie können dann einen Schritt weiter gehen und die Jahreszeiten mit ihren Begleiterscheinungen, den Veränderungen der Natur, den Festen und Terminen zum Thema machen. Damit können sie eine Unterhaltung mühelos in Gang halten. Natürlich sollten Sie sich nicht pausenlos über das Wetter und die Jahreszeit beklagen, das hört niemand gern. Tragen Sie stattdessen lieber konstruktive Ideen und Anregungen zum Gespräch bei, zum Beispiel Ihre Strategien gegen die Frühjahrsmüdigkeit oder tolle Freizeitadressen für den Winter.

Achtung, Tabu-Themen: Hier lauern Fettnäpfchen

Es gibt aber auch Themen, die für einen Small Talk absolut ungeeignet sind. Dazu gehören zum Beispiel Krankheit und Schwangerschaft, da sie zu persönlich sind. Ein Small Talk sollte auf keinen Fall zu intim oder zu ernst geraten. Wenn Sie eine Ihnen kaum bekannte Dame mit Blick auf den Bauch freudig fragen, ob sie vielleicht schwanger ist, die Angesprochene aber nur mehr als sonst gegessen hat, machen Sie sich sehr schnell unbeliebt.

Auch nach dem Alter zu fragen, zeugt nicht von gutem Stil. Sie sollten außerdem keine privaten Probleme thematisieren, über Geld und finanzielle Verhältnisse der Anwesenden diskutieren oder Betriebsinterna ausplaudern; damit bringen Sie nämlich nicht nur sich selbst, sondern auch Ihren Gesprächspartner in eine unangenehme Situation.

Heikel sind auch Themen wie Politik oder Religion, bei denen die Gesprächspartner möglicherweise unterschiedliche persönliche Überzeugungen vertreten; diese Themenkreise sollten Sie daher beim Small Talk ebenfalls meiden. Die kleine Unterhaltung dient eben nicht der Diskussion oder Auseinandersetzung, sondern der höflichen Kontaktaufnahme und angenehmen Geselligkeit.

Gekonnter Ausstieg aus dem Small-Talk

Wenn Sie das Gefühl haben, dass das Gespräch sich dem Ende neigt, oder wenn Sie die gegenwärtige Unterhaltung beenden möchten, sollten Sie wissen, wie Sie einen geschickten Ausstieg finden. Ihr Gesprächspartner sollte sich nicht vor den Kopf gestoßen fühlen oder den Eindruck bekommen, dass Sie sich mit ihm langweilen. Warten Sie einen geeigneten Zeitpunkt ab, wenn eine Gesprächsschleife endet, und verabschieden Sie sich dann höflich. Sie können in Aussicht stellen, die Unterhaltung zu einem späteren Zeitpunkt fortzusetzen. Kündigen Sie aber nicht an, gleich wieder zurückzukehren, wenn Sie dies nicht wirklich vorhaben.

Eine andere Möglichkeit: Verabschieden Sie sich, um zur Toilette zu gehen, etwas zu trinken oder zu essen zu holen, wenn es entsprechende Möglichkeiten gibt. Sie können zum Abschluss des Gesprächs auch den Tausch von Visitenkarten anregen. Damit signalisieren Sie Ihrem Gegenüber, dass Sie die Unterhaltung interessant fanden und den Kontakt gern aufrechterhalten wollen.

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