Deutsche Unternehmen werden bei ihren Strategien für das Outsourcing Ihrer Belegschaft immer erfinderischer. Denn der Kündigungsschutz hierzulande gilt als einer der strengsten der Welt. Und trotzdem müssen Menschen, die von einer plötzlichen Kündigung überrascht werden, genau darauf achten, dabei nicht übervorteilt zu werden. Mit den folgenden Tipps und einer professionellen Rechtsberatung können Verluste eingedämmt warden.

Zuerst die Gültigkeit der Kündigung prüfen

Statistisch betrachtet sind Montag und Mittwoch jene Wochentage, an denen am häufigsten Kündigungen ausgesprochen werden. Passieren kann es, trotz guter Arbeitsleistung und angenehmen Betriebsklima, jedem. Und meist ist an der Entscheidung des Dienstgebers durch Argumentationen oder gar aufbrausende Wutanfälle nichts mehr zu ändern. Deshalb besteht der erste Schritt darin, Ruhe zu bewahren und keine unüberlegten Schritte zu unternehmen. Denn mit jedem unangemessenen Verhalten könnte man einen weiteren Kündigungsgrund schaffen. Auf keinen Fall sollte man sofort einen Aufhebungsvertrag unterzeichnen, der eine einvernehmliche Lösung des Dienstvertrages bestätigt. Bei solch einem Angebot durch den Dienstgeber sollte eine Bedenkzeit von bis zu einer Woche jedenfalls möglich sein. In diesem Zeitraum sieht man sich die Formalien der Kündigung am besten genauer an. Denn eine Kündigung ist nur rechtswirksam, wenn sie vom Dienstgeber persönlich unterschrieben wurde. Wurde die Kündigung von einer Sekretärin unterzeichnet, so benötigt diese, rechtlich gesehen, eine Vollmacht. Ist diese nicht vorhanden, so kann die Kündigung aufgrund der fehlenden Bevollmächtigung zurückgewiesen werden. Ein weiterer Grund für die Unwirksamkeit einer Kündigung ist die mündliche Aussprache. Rechtswirksame Kündigungen müssen in Schriftform passieren. Gibt es zudem im Unternehmen einen Betriebsrat, so muss der Arbeitgeber diesen von der Kündigungsabsicht informieren. Ist dies nicht passiert, so gilt die Kündigung ebenfalls als gegenstandslos.

Beratung in Anspruch nehmen

Bei rechtlichen Schritten gegen die Kündigung lohnt sich eine Rechtsberatung

Grundsätzlich kann man laut Arbeitsrecht innerhalb von drei Wochen gegen die Kündigung rechtliche Schritte einleiten. Diese 3-Wochen-Frist beginnt mit dem Erhalt der Kündigung. Deshalb sollte man sich das Datum der Übergabe, falls diese persönlich erfolgte, sofort notieren. Gibt es rechtliche Gründe gegen die Kündigung, dann kann der Weg zum Gericht durchaus Erfolge bringen. In diesem Fall sollte man sich jedoch rechtzeitig mit einem Rechtsberater zusammen sprechen, der sich auf das Arbeitsrecht spezialisiert hat. Oft reicht dazu schon ein Erstgespräch, um herauszufinden, welche Aussichten auf Erfolg man bei solch einem Verfahren hat. Aber auch, wenn man die Kündigung akzeptiert, kann man mit einem Juristen noch einige Vorteile für sich herausholen, und sei es nur ein wohlwollendes Arbeitszeugnis durch den Arbeitgeber. Auch für das Abklären von offenen Leistungsansprüchen, wie Abfertigungen oder Überstundenauszahlungen, lohnt es sich, einen Profi zu konsultieren. Denn ein Rechtsberater kennt sich mit aktuellen gesetzlichen Regelungen im Bereich Dienstnehmerschutz bestens aus und weiß, wie in schwierigen Fällen die Arbeitnehmerrechte erfolgreichen durchgesetzt werden können.

In Deutschland gilt der Kündigungsschutz

Ein Anwalt wird zuallererst den im Arbeitsrecht geltenden Kündigungsschutz prüfen. Dabei wird zwischen dem allgemeinen und dem besonderen Kündigungsschutz unterschieden. Den allgemeinen Kündigungsschutz genießen alle Arbeitgeber in Betrieben mit mehr als 10 Arbeitnehmern, die für zumindest sechs Monate im Betrieb beschäftigt waren. Beim besonderen Kündigungsschutz wird auf weitere Sachlagen, wie eine bestehende Schwangerschaft, Elternzeit, auf schwerbehinderte Menschen, Wehrdienstnehmer sowie auf Menschen, die mit der häuslichen Pflege von nahen Angehörigen und Kindern betraut sind, Rücksicht genommen. In diesen Fällen gelten gesonderte Kündigungsbestimmungen. Auf jeden Fall sollte man im Fall einer Kündigung sorgfältig alle Vorgänge, die in Zusammenhang mit der Kündigung stehen, wie E-Mail-Korrespondenzen, Zustellnachweise oder Aussagen von Kollegen, genauestens dokumentieren.

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