13.03.2017 -

IT-Fachkräften lacht die Sonne – wenn auch nur im übertragenen Sinn. 43.000 freie Stellen verzeichnet der Branchenverband BITKOM derzeit in Deutschland. Tendenz steigend. Auch für Quereinsteiger gibt es attraktive Möglichkeiten.

IT-Spezialisten haben auf dem Arbeitsmarkt derzeit die besten Aussichten. Denn die IT-Branche ist nach wie vor DER Wachstumstreiber in Deutschland. Nicht nur Bundeskanzlerin Angela Merkel betonte dies anlässlich der letzten CeBIT, sondern auch eine ganze Reihe von Berufsverbänden und Wirtschaftsexperten. So prognostiziert der Branchenverband BITKOM der IT-Branche, also den Unternehmen, die sich mit Informationstechnologie und Telekommunikation befassen, für dieses Jahr einen Zuwachs von 1,4 Prozent. Erstmals werde es auf diesem Sektor mehr als 900.000 Beschäftigte geben.

Zu wenig Informatiker an deutschen Unis

Und trotzdem sind es zu wenig: In Deutschland gibt es derzeit rund 43.000 offene Stellen für IT-Experten – 23.000 mehr als noch vor drei Jahren, so das Ergebnis einer BITKOM-Studie im Oktober vergangenen Jahres. Und der Bedarf an IT-Fachkräften steigt kontinuierlich an. Rund die Hälfte der IT-Unternehmen will in diesem Jahr neue Mitarbeiter einstellen. Beste Bedingungen also für Programmierer, Entwickler, Administratoren und solche, die es werden wollen. Doch von diesen gibt es an deutschen Hochschulen nicht genügend. Laut Wirtschaftswoche sind die beliebtesten Studiengänge derzeit Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften. Auch in Sprach- und Kulturwissenschaften gäbe es doppelt so viele Studienanfänger wie in Informatik. Dabei hätten Informatiker aufgrund der guten Auftragslage und der guten Prognosen für die IT-Branche hervorragende Karrierechancen, so der Verein Deutscher Ingenieure (VDI). Während sich in anderen Branchen die Bewerber um eine Stelle prügeln, hat der Informatiker die Qual der Wahl: Laut VDI gab es im Dezember 2012 im Durchschnitt 3,7 offene Stellen für jeden arbeitslosen Informatiker.

Softwareentwickler und Administratoren stehen hoch im Kurs

18.000 der unbesetzten Stellen fallen nach Angaben der BITKOM auf die ITK-Branche selbst. Vor allem bei Anbietern von Software und IT-Dienstleistungen dürfte eine Bewerbung äußerst aussichtsreich sein. Aber auch Hardwarehersteller und Produzenten von Unterhaltungselektronik suchen derzeit neue Mitarbeiter. Die besten Chancen auf einen Job in der ITK-Branche haben demnach Softwareentwickler. Drei Viertel der ITK-Unternehmen, die freie Stellen haben, suchen Fachkräfte auf diesem Gebiet – gefolgt von IT-Beratern (24 Prozent), Marketing- und Vertriebsspezialisten (23 Prozent), Anwendungsbetreuer und Administratoren (20 Prozent). Aber auch Projektmanager (8 Prozent) und IT-Sicherheits-Experten (7 Prozent) sind gefragt.

Das Gros der unbesetzten Stellen, nämlich 25.000, liegt laut BITKOM bei Unternehmen in anderen Branchen, die ITK-Lösungen einsetzen. 79 Prozent von ihnen suchen händeringend Administratoren und Anwendungsbetreuer. Mit deutlichem Abstand folgen IT-Berater mit 24 Prozent sowie Software-Entwickler mit 11 Prozent. Eingesetzt werden sollen die neuen IT-Fachkräfte in allen Branchen vor allem für betriebswirtschaftliche Anwendungen, in der IT-Sicherheit und beim Cloud-Computing. Aber auch die Programmierung von mobilen Webseiten und Apps ist eine häufige Aufgabenstellung für die neuen IT-Spezialisten.

Perfekt für Quereinsteiger: Social Media Manager

Eine steigende Nachfrage verzeichnet der Branchenverband BITKOM im Bereich Social Media. Laut einer aktuellen Umfrage unter 854 Unternehmen in Deutschland beschäftigen bereits 16 Prozent von ihnen Social Media Manager, die die Kommunikation des Unternehmens über Facebook, Twitter & Co. steuern. Weitere sieben Prozent der Firmen planen derzeit konkret die Schaffung einer entsprechenden Stelle. „In vielen Unternehmen sind soziale Medien heute ein wichtiger Kommunikationskanal zum Beispiel für das Marketing, den Service oder das Recruiting“, sagt BITKOM-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder in einer Presseerklärung. „Für die sinnvolle und effektive Nutzung sozialer Medien brauchen die Unternehmen entsprechende Spezialisten.“ Diese Entwicklung eröffne neue Job-Perspektiven zum Beispiel für Kommunikations- und Geisteswissenschaftler sowie Seiteneinsteiger.

Sollten Sie sich aufgrund dieser vielversprechenden Aussichten für eine Karriere als IT-Spezialist und Wachstumstreiber entscheiden, hat die Bundeskanzlerin im Hinblick auf die Menschen, die sich nicht den ganzen Tag mit der neuesten IT-Entwicklung befassen, noch eine Bitte an Sie: „Machen Sie einfache Gebrauchsanleitungen, schöne Vorführungen – und nicht zu viele Stecker und Steckdosen.”

 


Quellen: www.bitkom.org, www.dw.de, www.deutsche-mittelstands-nachrichten.de, www.bundesregierung.de

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