05.02.2014 -

Digitale Bewerbungen werden immer beliebter bei deutschen Unternehmen. Auch viele Jobsuchende übermitteln ihre Bewerbungen ausschließlich online. Doch auch dabei lauern typische Fehler. Wie Sie diese vermeiden, erfahren Sie hier.

Mittlerweile hat sie die klassische Bewerbung per Post fast abgelöst: Die Onlinebewerbung. Auch wenn die Gestaltungsmöglichkeiten im Vergleich zur Bewerbungsmappe ein wenig reduziert sind, addieren sich schnell die Fehlermöglichkeiten. Ob die Onlinebewerbung für Sie Neuland ist oder nicht – selbst tappt man häufig blind in diese Fehlerfallen.

Wir erklären Ihnen, wie man die häufigsten Fehler sicher umschifft und so bessere Chancen auf das Vorstellungsgespräch erhält.

Bewerbungen per E-Mail: Eine unseriöse E-Mail-Adresse

Sofern Sie sich nicht über ein Onlinebewerbungssystem bewerben, welches bei größeren Unternehmen üblich ist, werden die Dokumente per E-Mail versandt. Ungünstig ist es, wenn schon die E-Mail-Adresse unseriös klingt und Sie in ein schlechtes Licht rückt, etwa wie „Schokobiene1314@mail.de“ oder „Muskelman87@email.de“. Eine ganz klassische Adresse wie „Vorname.Nachname@Anbieter.de“ ist immer die richtige Wahl.

Rechtschreib- und Grammatikfehler

Achten Sie – wie in allen Dokumenten – auf eine einwandfreie Rechtschreibung und Grammatik. Das gilt bei der Onlinebewerbung genauso wie für die klassische Variante. Prüfen Sie Ihre Onlinebewerbung sorgfältig, bevor Sie auf „absenden“ drücken.

Undeutlicher Betreff und kein Ansprechpartner

Nehmen Sie sich ein wenig Zeit für die Formulierung eines kleinen Textes. Wählen Sie einen klaren Betreff. Allein mit der Angabe „Bewerbung“ können Personaler oft nichts anfangen – weil vor allem bei großen Firmen meist sehr viele Stellen gleichzeitig ausgeschrieben sind. Gibt es eine Kennziffer, dann gehört diese auch in den Betreff. Geben Sie ansonsten die korrekte Stellenbezeichnung an. Auf mangelnde Sorgfalt lässt auch ein „Sehr geehrte Damen und Herren“ als Anrede in E-Mail und Bewerbungsanschreiben schließen – insbesondere, wenn in der Stellenausschreibung ein(e) Ansprechpartner/in genannt wird.

Was Sie alles nicht können…

Ferner gehören Problemerörterungen („Ich habe es nicht geschafft, ein professionelles Bild zu machen.“ oder „Den Abschluss habe ich aus sehr ernsten, privaten Gründen nicht geschafft.“) unter keinen Umständen in eine Bewerbung. Was Sie alles nicht können, interessiert Personaler nicht. Vermeiden Sie unbedingt negative Aussagen und die Thematisierung von Problemen – auch in der Onlinebewerbung.

Passbilder sind keine Bewerbungsbilder

Passbilder sind schlichtweg keine Bewerbungsbilder und haben in einer Bewerbung dementsprechend nichts zu suchen. Ein professionelles Bewerbungsfoto ist eine gute Investition und rundet Ihre Unterlagen ab.

Wiederholungen

Handelt es sich um ein Onlinebewerbungssystem, welches kurz Angaben zur Motivation fordert, kopieren Sie nicht einfach den Text aus Ihrem Anschreiben. Doppelte und völlig identisch formulierte Informationen begeistern keinen Leser.

Die Dateien – zu groß, von schlechter Qualität und nicht benannt

Wählen Sie bei Anhängen einen Kompromiss aus Qualität und Größe, sodass Sie in etwa 2 – 3 MB große PDF-Dateien verschicken. Versenden Sie keine zu großen Dateien und auch nicht zu viele auf einmal. Fassen Sie Ihre Bewerbungsunterlagen entweder in einem Dokument zusammen oder wählen Sie drei Dateien – Anschreiben, Lebenslauf, Zeugnisanlage. Ungünstig ist es, wenn Sie die Dokumente nicht sinnvoll benannt haben. Eine Dateibenennung der Form „Vorname-Nachname-Anschreiben.pdf“ ist empfehlenswert.

Anrufe und Versandbestätigungen – ständiges Nachhaken

Fordern Sie bei E-Mail-Bewerbungen keine Versandbestätigung an. Die Personalmitarbeiter können sich unter Druck gesetzt fühlen und das sollten Sie im Bewerbungsprozess tunlichst vermeiden. Auch sollten Sie auf sehr zeitnahes und wiederholtes Nachfragen per Telefon verzichten. Hier sind Ihre Empathie und Ihr Verständnis für Arbeitsprozesse gefragt. Unter Druck arbeitet keiner gerne. Erst nach ungefähr 4 – 5 Wochen ohne Rückmeldung empfiehlt sich eine freundliche Nachfrage. Dies ist per Telefon oder mit einer kurzen und freundlichen E-Mail möglich. Seien Sie dabei bitte weder vorwurfsvoll noch ungeduldig.

Wenn Sie die oben genannten Punkte beherzigen, haben Sie beste Chancen, das Beste aus Ihrer Onlinebewerbung herauszuholen. Damit die Aussicht auf eine passende Stelle in naher Zukunft groß bleibt und der Frust über Absagen klein, sollten Sie immer mehrere Bewerbungen gleichzeitig versenden. Packen Sie es an!


Über den Autor:
Till Tauber ist ein erfahrener Bewerbungsschreiber und Buchautor mit einem langjährigen Businesshintergrund. Als Diplomingenieur und MBA-Absolvent betrachtet er Bewerbungssituationen stets aus verschiedenen Perspektiven. Sein Ziel ist es, den Bewerberinnen und Bewerbern mit hochwertigen Bewerbungsunterlagen optimale Voraussetzungen für einen Bewerbungserfolg an die Hand zu geben. Mit dem TT Bewerbungsservice bietet er ein breit gefächertes Angebot rund um das Thema Bewerbung in deutscher und englischer Sprache an.

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