Ein Gastbeitrag von Felix Wolf.

In der Arbeitswelt macht die Erkenntnis die Runde, gute Stimmung wirke sich nachhaltig positiv auf Erfolg und Ertrag von Unternehmen aus. Aus gutem Grund also investieren Unternehmen in eine gute Atmosphäre, verpflichten teils sogar Feel Good Manager dafür. Mitarbeiter können aber auch selbst dafür sorgen, dass der Arbeitsalltag verbessert und erleichtert wird, ohne großartig Mehraufwand zu betreiben. Entscheidend dafür sind körperliche und seelische Faktoren, die es zu beachten gilt.

Frischluft und Tageslicht: Warum nur in den Pausen?

Fangen wir beim Licht an. Eine grundlegende Beleuchtung am Arbeitsplatz sollte selbstverständlich sein, gerade zur Herbst- und Winterzeit. Noch wichtiger ist Tageslicht. Wenn möglich, ist ein Arbeitsplatz am Fenster also sinnvoll. Darüber hinaus sind Mittagspausen im Freien zu empfehlen. Wenn Sie zu lange auf künstliches Licht starren, werden Sie sich müde und ausgelaugt fühlen. Schuld daran ist unser Stresshormon Cortisol. Was wir im Sport oder in aufregenderen Situationen bräuchten, ist im Büro – wo Ruhe gefragt ist – Fehl am Platz. Das Immunsystem wird schwächer und der Biorythmus gerät durcheinander.

Bei Sauerstoff ist das nicht anders. Stickige Luft und schlechtes Klima senken das Leistungsvermögen und greifen die Gesundheit an. Wer regelmäßig lüftet, zum Beispiel stoßlüftet, sorgt für ein immer wiederkehrendes Frischegefühl und vermeidet so das Austrocknen der Schleimhäute. Egal ob Temperatur zwischen Fuß- und Kopfhöhe, Luftzirkulationen (um Zug zu vermeiden), Luftfeuchtigkeit oder Wärme. All das wird individuell unterschiedlich empfunden, was abhängig von Gewicht, Geschlecht, Tätigkeit etc sein kann. Die Kunst ist es, die perfekte Balance für alle zu finden.

Keine Lust auf Müdigkeit? Essen und Laufen Sie!

Essen, Auto, Arbeitsplatz, Fernsehen – wir sitzen viel. Bewegung ist deshalb wichtig! Ein paar Minuten Stehen oder Spazieren können auch bei der Arbeit nicht schaden. Telefonate müssen Sie beispielsweise nicht zwangsläufig im Sitzen führen. Auf dem Weg zur Arbeit ist es kein Verbrechen mal eine Haltestelle früher auszusteigen, das Auto weiter entfernt zu parken und den Rest der Strecke zu Fuß auf sich zu nehmen. Fahren Sie bei schönem Wetter mit dem Fahrrad. Treppe statt Aufzug, Stehen statt Sitzen – es gibt so viele Chancen den Kreislauf wieder in Schwung zu bringen und die Konzentration zu steigern. Auch der Rücken wird sich bedanken.

Um Leistungseinbrüche und Müdigkeit zu vermeiden, ist es ratsam, bei der Arbeit auf ausgewogene Ernährung zu setzen, angefangen beim Wasser. Es sorgt für mehr Konzentration und hält langfristig wacher als Kaffee. Es regt die Sauerstoffversorgung des Gehirns an, ebenso die Durchblutung des Körpers. Das Frühstück sorgt für Nachschub an Energie, die über Nacht aufgebraucht wurde. Es ist praktisch unverzichtbar. Vollkornprodukte, Müsli, Joghurt, u.v.m. können da schon helfen. Zwischenmahlzeiten wie Obst halten wach und Hunger zurück. Am wichtigsten ist das richtige Mittagessen. Hier gibt es von Suppen und Kartoffeln über Fisch bis Salat diverse Kombinationen, die gesund sind und fit halten.

Feel Good

Miteinander gegen Stress und Hektik

Der Lautstärkepegel ist wohl eines der bekanntesten Probleme am Arbeitsplatz. Je lauter es ist, desto eher wirkt sich das negativ auf die Konzentration aus. Infolgedessen leiden auch die Produktivität und das Gemüt darunter. Gerade Großraumbüros oder lautere Produktionsstätten sind anfällig dafür. Es lohnt sich auf schalldichte Wände und Fenster zu setzen und Geräte wie Kopierer oder Kaffeemaschinen außerhalb der Büroräume zu positionieren. Kollegengespräche können durch Verhaltensregeln und Ansagen des Chefs minimiert und geregelt werden.

Neben den äußeren Einflüssen an Geräuschen entwickelt sich der damit einhergehende Stress auch gerne von alleine – nämlich dann, wenn man sich mit seiner Arbeit alleine oder überfordert fühlt. Planen Sie ihre Projekte in Teams, teilen Sie sich Aufgabengebiete fair auf und sorgen Sie so für Entlastung. Wer aktiv beim Miteinander mithilft, der wird diese Loyalität auch selbst zu spüren bekommen. Beispielsweise, wenn Ihnen weniger beanspruchte Kollegen Hilfe anbieten, weil Sie mit ihren Projekte gerade überlastet sind.

Schweigen bringt garnichts, Reden ist Gold

Konflikte sollten zeitnah mit Kollegen bereinigt werden, um einer psychischen Belastung entgegenzuwirken. Unterschätzen Sie diesen Punkt nicht. Konflikte mit Kollegen können aus den verschiedensten Gründen entstehen, von Missverständnissen über Beziehungsproblemen bis zu Neid und Positionskämpfen. Versuchen Sie aktiv Lösungen zu erarbeiten. Warten sie einen passenden Zeitpunkt ab und konfrontieren Sie denjenigen dann damit. Natürlich sind Freundlichkeit und Höflichkeit Ihrem Gegenüber allein als Wertschätzung schon wichtige Signale, auch wenn es Ihnen schwerfällt. Streit ist nie gesund, verursacht Stress und verursacht hohen Blutdruck, Kopfschmerzen oder Magengeschwüre.

Übrigens: Ein Streit hat immer zwei Seiten. Wollen Sie stressbefreiter arbeiten, hinterfragen Sie immer auch sich selbst. Seien Sie nicht stur, lassen Sie sich auf andere Standpunkte ein. Nur so kommen beide Seiten auf einen Nenner.

Konflikte zu lösen bedeutet immer auch Kommunikation. Auf sie kommt es an und sie ist es, die einem ebenso positive Einflüsse auf Karriere und Wohlbefinden schenken kann. Nutzen Sie die Kaffee- oder Mittagspausen, um Beziehungen auf der Arbeit zu pflegen. Raucher haben es da meist leichter, da man in Raucherecken schneller ins Gespräch kommt. Doch auch beim gemeinsamen Mittagessen, auf der gemeinsamen Zugfahrt oder auf internen Veranstaltungen ergeben sich Chancen, das eigene Netzwerk zu erweitern und vielleicht sogar Freunde hinzu zu gewinnen.

Fazit: Es gibt so viele verschiedene Möglichkeiten, den Arbeitsplatz als angenehm zu erleben. Führungskräfte sollten sich verpflichtet fühlen, ihren Mitarbeitern Lust auf den Job zu machen. Doch auch jeder Angestellte selbst kann aktiv an der Verbesserung seines Arbeitsalltag mitarbeiten. Mit den oben genannten Faktoren und Kriterien wurden erste wichtige Schritte aufgezählt. Nun liegt es an Ihnen, viel Spaß!

 


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