Egal ob man am Anfang seines Berufslebens steht, bereits berufliche Erfahrungen gesammelt hat oder nach einer längeren Pause wieder durchstarten will – im Anschreiben einer Bewerbung die richtigen Worte zu finden, ist nie leicht. Austauschbarer Einheitsbrei wird von Personalern nicht geschluckt. Wir haben deshalb individuelle Tipps für unterschiedliche Bewerber zusammengestellt!

Anschreiben für Berufsanfänger

Berufseinsteigern fehlt es an Erfahrung – nicht nur beruflich sondern auch bei der Bewerbung. Ihre Anschreiben wirken daher oft unsicher oder sind aus dem Internet kopiert.

:-( So bitte nicht!

„Mit großem Interesse habe ich Ihre Stellenanzeige gelesen…“ Verwenden Sie keinen langweiligen Standard-Einstiegssatz, wie zum Beispiel, „Hiermit bewerbe ich mich um…“

„Ich arbeite teamorientiert, bin belastbar und durchsetzungsstark.” Wiederholen Sie keine Anforderungen aus dem Stellenprofil:

„Es wäre mein Traum…“ Schreiben Sie nicht im Konjunktiv. So wirken Sie zu bescheiden und wenig selbstbewusst.

:-) Besser:

Ohne Umschweife zur Sache kommen. Wer keine wirklich kreative Idee für den Einstieg hat, kann alternativ mit der Tür ins Haus fallen. Das spart Platz auf dem Papier und die Zeit des Personalers. „Ich schreibe gerade an meiner Master-Arbeit zum Thema XY und beschäftige mich in diesem Zusammenhang intensiv mit … Deshalb ist mir Ihre Stellenanzeige sofort aufgefallen.“

Softskills auch ohne Berufserfahrung an konkreten Beispiele beweisen, etwa durch leitende oder organisatorische Funktionen in Schule, Verbänden oder Vereinen. Auch durch ehrenamtliches Engagement, Ferienjobs oder Hobbies kann man für den Beruf wichtige Fähigkeiten erlernen.

Starke, aktive Sprache verwenden. Stehen Sie auch als junger, berufsunerfahrener Bewerber zu dem, was Sie können und wollen und werden Sie konkret, indem Sie Praxisbeispielen wenn möglich immer mit Namen und Zahlen belegen (z.B. Vereinsname, Mitgliederzahl usw.)

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Anschreiben für Berufserfahrene

Bewerber mit Berufserfahrung haben sich bereits so manche Stunde den Kopf über Lebenslauf und Anschreiben zerbrochen. Da ist die Verlockung groß, Altes einfach wieder aufzuwärmen.

:-( So bitte nicht!

Copy & Paste. Es reicht nicht, den neuen Firmennamen und den Job-Titel in einem alten Bewerbungsschreiben auszutauschen.

Zuviel Information. Das Anschreiben ist nicht der Platz für Ihre Memoiren. Für die aktuell ausgeschriebene Stelle muss nicht jede Berufserfahrung von Belang sein.

„Wie Goethe schon zu sagen pflegte…“ Der Einstieg mit einem Zitat ist in etwa so originell wie der Senf auf der Bockwurst und überzeugt den Personaler noch lange nicht vom hohen Bildungsniveau des Kandidaten. Zeilenlange, komplizierte Schachtelsätze übrigens auch nicht.

:-) Besser:

Mix & Match. Liefern Sie dem Personaler kein buntes Potpourri an Kenntnissen und Fähigkeiten, sondern genau die Argumente, die Sie für genau diesen Job qualifizieren. Natürlich müssen Sie bei der Formulierung Ihrer Qualitäten das Rad nicht jedes Mal neu erfinden. Inhaltlich sollte Ihr Text jedoch exakt auf das Unternehmen und die Stellenausschreibung zugeschnitten sein.

Weniger ist mehr. Für einen lückenlosen Nachweis Ihrer Kenntnisse und Fähigkeiten ist der Lebenslauf da. Im Anschreiben beschränken Sie sich auf Ihre Motivation für den Job und zwei bis drei überzeugende Kernargumente.

„Zurzeit trage ich die Verantwortung für…“ In den meisten Fällen interessiert den Personaler vor allem Ihre aktuelle Position. Warum also nicht mit dieser Information in das Anschreiben starten? Wichtiges nach vorn! Das gilt auch für die Bewerbung.

Übrigens: Wir haben auch Tipps und Vorlagen für Ihren Lebenslauf – zugeschnitten auf Bewerber mit Berufserfahrung.

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Anschreiben für Arbeitsuchende

Wer längere Zeit arbeitslos war, dem fällt es womöglich schwer, ein positiv klingendes Anschreiben zu verfassen. Hier ist es besonders wichtig, den Fokus auf das eigene Können zu setzen, auch wenn die letzte Berufserfahrung nicht mehr ganz taufrisch ist.

:-( So bitte nicht!

Ich bin arbeitslos und suche einen neuen Job…” Das ist wahrscheinlich das schwächste Argument, dass Sie für Ihre Einstellung vorbringen können. Damit sollten Sie nicht starten.

„Ich arbeite als IT-Controller in einem mittelständischen Unternehmen“ Im Präsens formuliert wird diese Aussage zum Schwindel. Spätestens beim Blick auf den Lebenslauf, fühlt sich der Personaler hinters Licht geführt.

„In meiner Situation ist es sehr schwierig, beruflich wieder Fuß zu fassen.“ Kein Personaler wird Sie aus Mitleid einstellen. Fokussieren Sie sich nicht auf Negatives!

:-) Besser:

„Vielen Dank für das informative Telefonat am xx.xx.xx. Unser angenehmes Gespräch hat mich darin bestärkt, für Ihr Unternehmen zu arbeiten.“ Ein Telefonat ist ein guter Einstieg in das Bewerbungsschreiben. Natürlich nur, wenn Sie den Personalverantwortlichen tatsächlich angerufen haben, zum Beispiel um etwas über den zeitlichen Ablauf des Auswahlverfahrens oder über die geforderten Qualifikationen in Erfahrung zu bringen.

“In meiner letzten Position habe ich mit Freude den gleichen Aufgaben gewidmet, die Sie in Ihrer Stellenanzeige beschreiben. Ich suche nun eine neue berufliche Aufgabe und möchte mich Ihnen daher kurz vorstellen…” Bleiben Sie bei der Wahrheit, aber stellen Sie nicht Ihre Arbeitslosigkeit, sondern Ihre Befähigung in den Vordergrund.

„Ich kann meine Arbeit in Ihrem Unternehmen bereits am xx.xx.xx beginnen.“ Zeigen Sie Vorteile auf und formulieren Sie positiv. Vermeiden Sie das Wort arbeitslos in der Bewerbung. Verwenden Sie stattdessen lieber „arbeitssuchend“, wenn es sich nicht vermeiden lässt. Formulierungen wie „ich möchte mich beruflich neu orientieren“ oder „ich suche eine neue berufliche Herausforderung“ klingen aktiver und selbstbewusster.

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