Bei welchen Jobs erntet man Anerkennung von seinen Mitmenschen und wann rümpfen sie eher die Nase? Laut einer aktuellen Befragung genießen Feuerwehrmänner das höchste Ansehen, Versicherungsvertreter eines der niedrigsten.

Das Meinungsforschungsinstitut forsa und der dbb beamtenbund und tarifunion führte dieses Jahr zum sechsten Mal die Bürgerbefragung öffentlicher Dienst 2012 durch und ging darin unter anderem der Frage nach, wie hoch verschiedene Berufe bei der Bevölkerung angesehen sind.

Das höchste Ansehen genießt 2012 unverändert der Beruf des Feuerwehrmanns, wie 95 Prozent der Befragten bestätigten. Ihre Gesundheit liegt den Deutschen sehr am Herzen, denn dicht dahinter folgen der Kranken- und Altenpfleger und der Arztberuf.

Pflege- und Kitamitarbeiter: Hohes Ansehen, aber Fachkräftemangel

Doch auch wenn der Pflegeberuf hoch in der Bevölkerung angesehen ist, ergreifen diesen Job bei weitem nicht genügend Menschen. Der Fachkräftemangel in der Pflegebranche wird immer bedrohlicher. Laut einer Studie der Bertelsmann-Stiftung werden bis 2030 möglicherweise eine halbe Million Vollzeit-Pflegekräfte fehlen, die aber aufgrund der steigenden Altersstruktur der deutschen Bevölkerung notwendig sein werden.

Bei Kita- und Kindergartenmitarbeiter/innen ist ein ähnlicher Trend zu beobachten. Sie genießen ein hohes Ansehen, sind jedoch vom Fachkräftemangel bedroht. Die staatliche Kinderbetreuung in Deutschland kann den Bedarf an Kita-Plätzen nicht decken und das angesichts des Rechtsanspruchs für die Betreuung von Kindern im Alter zwischen ein und drei Jahren, der ab August 2013 gelten soll. Schätzungen zufolge fehlen derzeit noch 220.000 Kita-Plätze um dies erfüllen zu können.

Schlechtes Image: Werbefachleute und Versicherungsvertreter

Das niedrigste Ansehen haben laut der Umfrage Mitarbeiter von Telefongesellschaften, die im letzten Jahr in der Befragung noch Telekom-Mitarbeiter genannt wurden, Mitarbeiter von Werbeagenturen und vor allem Versicherungsvertreter. Verbessert hat sich im Vergleich zum letzten Jahr das Ansehen von Briefträgern, Lokführern, Kindergartenmitarbeitern, Lehrern und Studienräten. Ein geringfügig niedrigeres Ansehen als im Vorjahr haben 2012 Unternehmer.

In Ostdeutschland herrscht negativeres Bild von Politikern

Das Ansehen einzelner Berufsgruppen unterscheidet sich auch nach wie vor zwischen Ost- und Westdeutschland. Viele Berufsgruppen haben bei den Ostdeutschen ein zum Teil deutlich höheres Ansehen als bei den Westdeutschen. Ein negativeres Bild als die Westdeutschen haben die Ostdeutschen von den Richtern, den Journalisten und vor allem von den Politikern.

Hier die Übersicht über das Ansehen einzelner Berufsgruppen mit dem Prozentsatz der Befragten, die den Beruf für angesehen halten:

Feuerwehrmann (95 Prozent)
Kranken-/Altenpfleger (91 Prozent)
Arzt (89 Prozent)
Kita-/Kindergartenmitarbeiter (87 Prozent)
Polizist (86 Prozent)
Pilot (83 Prozent)
Richter (79 Prozent)
Müllmann (79 Prozent)
Hochschulprofessor (74 Prozent)
Lehrer (73 Prozent)
Techniker (69 Prozent)
Lokführer (71 Prozent)
Dachdecker (66 Prozent)
Briefträger (68 Prozent)
Soldat (61 Prozent)
Lebensmittelkontrolleur (64 Prozent)
Unternehmer (56 Prozent)
Anwalt (56 Prozent)
Studienrat (56 Prozent)
Journalist (46 Prozent)
Steuerberater (43 Prozent)
EDV-Sachbearbeiter (41 Prozent)
Bankangestellter (36 Prozent)
Beamter (36 Prozent)
Steuerbeamter (32 Prozent)
Manager (29 Prozent)
Gewerkschaftsfunktionär (30 Prozent)
Politiker (19 Prozent)
Mitarbeiter einer Telefongesellschaft (19 Prozent)
Mitarbeiter in Werbeagentur (15 Prozent)
Versicherungsvertreter (11 Prozent)

 


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