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Die schriftliche Bewerbung bietet gegenüber Online-Bewerbungsformularen meist mehr Freiraum, sich zu präsentieren. Allerdings steigt damit auch das Fehlerpotenzial. Wir sagen Ihnen, welchen Fettnäpfchen Sie unbedingt ausweichen sollten.

Obwohl immer mehr Unternehmen Bewerber auffordern, ihre Daten über Online-Bewerbungsformulare zu übermitteln, kommt die klassische Bewerbung dennoch nicht aus der Mode. Vor allem kleine Unternehmen, Arztpraxen, Behörden oder Kanzleien bevorzugen die Version mit Anschreiben, Lebenslauf und Anlagen. Für den Bewerber bieten schriftliche Bewerbungen meist mehr Freiraum, sich zu präsentieren. Hüten Sie sich allerdings vor den folgenden Fettnäpfchen:

1. Peinliche Fehler

Der Personaler darf zu Recht erwarten, dass Sie der deutschen Sprache mächtig sind. Rechtschreib- und Grammatikfehler in einem Bewerbungsschreiben sind ein absolutes k.o.-Kriterium. Noch peinlicher sind falsch geschriebene Firmennamen oder Rechtschreibfehler in der Adresse und im Namen des Ansprechpartners. Prüfen Sie diese Stellen also genau und lassen Sie Ihre Bewerbung von einer kundigen Person Korrektur lesen.

2. Aufgewärmten Einheitsbrei

Gääähn! Nichts langweilt Personaler mehr, als in jeder zweiten Bewerbung den gleichen Text zu lesen. Schicke Formulierungen aus einschlägigen Ratgebern zu kopieren, bringt ebenso wenig, wie den Text aus der Stellenbeschreibung eins zu eins zu übernehmen. Kreativität ist gefragt, sofern es zum potentiellen Arbeitgeber passt. Ein Koch hat sich zum Beispiel einmal in Form einer Menu-Karte beworben: Als Aperitif empfahl er seine Leidenschaft fürs Kochen, als Vorspeise seine strukturierte Arbeitsweise, als Hauptgang servierte er Know-How und das Dessert bestand aus seiner Kreativität garniert mit einer Portion Neugier.

3. Nichts sagen

Ein Standard-Bewerbungsschreiben dient nicht als Vorlage für jede sich bietende Gelegenheit. Wer meint, Zeit sparen zu können, weil er in jeder neuen Bewerbung einfach nur den Firmennamen austauscht, wird bald Zeit im Überfluss haben. Denn seine geringen Mühen werden kaum von Erfolg gekrönt sein. Nichtssagende Texte oder Informationen, die ohnehin im Lebenslauf stehen, reißen keinen Personaler vom Hocker. Was motiviert Sie, sich bei dieser Firma oder um diesen Job zu bewerben? Argumentieren Sie präzise, warum das Unternehmen genau Sie einstellen sollte.

4. Kein Ende finden

Kein Personaler hat die Zeit, Bewerbungsromane zu lesen. Wenn Sie es nicht schaffen, Ihr Anliegen in kurzen, aussagekräftigen Sätzen auf insgesamt einer Seite zu formulieren, schreiben Sie es nochmal. Ohnehin liegen Kurzbewerbungen im Trend. Diese bestehen in der Regel nur aus einem Anschreiben und dem tabellarischen Lebenslauf. Bei Interesse können Zeugnisse und Referenzen nachgereicht werden. Das spart beiden Seiten viel Zeit.

5. Würden Sie nicht

„Ich würde mich freuen, wenn Sie mich zu einem Gespräch einladen könnten.“ Aber eigentlich bin ich es nicht wert. Das jedenfalls implizieren Sie, wenn Sie permanent im Konjunktiv formulieren. Sie wissen, was Sie können und sind überzeugt, dem Unternehmen, bei dem Sie sich bewerben, einen Mehrwert zu bieten. Strahlen Sie dieses Selbstbewusstsein auch in Ihrem Bewerbungstext aus.

6. Dick auftragen

Sprachkenntnisse: fließend Englisch, Spanisch und Französisch? Klar, das sieht immer gut aus im Lebenslauf. Pech für Sie, wenn der Personaler im Vorstellungsgespräch plötzlich französisch parliert und Sie nur beschämt ein „Excusez-moi“ murmeln können. Seien Sie auch nicht der beste, motivierteste, effektivste Mitarbeiter – Sie bewerben Sie ja schließlich nicht um den Job von Superman. Übertreibungen machen Sie unglaubwürdig. Besinnen Sie sich auf Ihre Stärken, ohne dabei zu prahlen.

7. Mut zur Lücke

Im Idealfall sollte Ihr Lebenslauf keine Lücken in der Dokumentation Ihres beruflichen Werdegangs aufweisen. Das animiert zu kreativen Mutmaßungen und falschen Interpretationen. Vielleicht waren Sie ja während längerer Arbeitspausen im Ausland, haben Praktika absolviert oder Weiterbildungsmaßnahmen ergriffen. Und auch hier gilt: Wer einen Standard-Lebenslauf seinen Bewerbungen beilegt, riskiert schneller Absagen. Stattdessen sollte der Inhalt des Lebenslaufs individuell auf den Arbeitgeber zugeschnitten sein. Je genauer Sie dem Personaler das liefern können, was er gerade sucht, desto besser für Sie.

8. Schnappschuss

Sie können Ihrer Bewerbung ein Foto von sich beifügen (in der Regel oben rechts auf dem Lebenslauf) – Sie müssen aber nicht. Aber bitte kein Urlaubsfoto oder einen Schnappschuss aus dem Familienalbum. Lassen Sie sich von einem professionellen Fotografen ablichten, um Sie ins rechte Licht zu rücken. Ein kreatives, individuelles aber doch seriöses Bewerbungsfoto ist allerdings eine Gratwanderung. Wichtig: Wählen Sie für das Bild die Kleidung, die Sie auch im Job tragen würden und vergessen Sie nicht zu lächeln!

9. Bewerber Allerlei

Legen Sie Ihrer Bewerbung nicht wahllos alles bei, was einen Stempel hat. Wählen Sie die Anlagen sorgfältig aus und beschränken Sie sich auf die wesentlichen und zum Job passenden. Auch eine Dritte Seite macht nur dann Sinn, wenn sie dem Personaler einen wirklichen Mehrwert bietet und er sich dadurch ein präziseres Bild von Ihnen machen kann. Noch ein Tipp zum Thema Anlagen: Immer mehr Personaler bevorzugen die Angabe von Referenzen, da diese in Regel aussagekräftiger sind als Arbeitszeugnisse.

10. Innen hui, außen pfui

Auch das schönste Anschreiben und der eindrucksvollste Lebenslauf überzeugen nicht, wenn es Abzüge in der B-Note gibt. Achten Sie unbedingt auf eine einheitliche und übersichtliche Formatierung, saubere Ausdrucke und lesbare Kopien bzw. Scans der Zeugnisse!


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