Es ist immer ratsam, die eigenen Bewerbungsunterlagen noch einmal von einer zweiten Person Korrektur lesen zu lassen. Dabei werden nicht nur Rechtschreibfehler und vergessene Kommata aufgespürt. Mit den richtigen Fragen an den befreundeten Lektor finden Sie heraus, ob Ihr Lebenslauf auch inhaltlich überzeugt.

Selbstverständlich sind Rechtschreibfehler, überflüssige Kommata oder vergessene Satzzeichen ein absolutes No-Go in den Bewerbungsunterlagen. Gut, wenn man Duden-sichere Freunde hat, die den Lebenslauf noch einmal auf Herz und Nieren überprüfen. Doch wie findet man heraus, ob man auch inhaltlich ins Schwarze getroffen hat, wenn der Freund kein Bewerbungsprofi ist? Ganz einfach: Bitten Sie ihn oder sie, die folgenden Fragen zu beantworten. So merken Sie schnell, ob beim Recruiter genau das ankommt, was Sie mitteilen wollten.

Wie ist dein erster Eindruck?

Im Leben entscheidet oft der erste Eindruck über Gefallen oder Nichtgefallen. Das gilt auch für die Bewerbungsunterlagen. Beim Lebenslauf ist die Optik besonders wichtig. Vermittelt er Struktur und Übersicht? Sticht er positiv aus der Masse heraus? Regt er zum Lesen an? Bitten Sie Ihren Freund – noch bevor er zu lesen beginnt – seinen ersten Eindruck zu schildern. Dabei geht es nicht um Details, wie den millimetergenauen Abstand zwischen Datum und Seitenrand, sondern vielmehr um den Gesamteindruck, den das Dokument vermittelt. Unübersichtlich? Achten Sie auf eine einheitliche und gut lesbare Schrift, ausreichend Zeilenabstand sowie eine deutliche Gliederung. Zu langweilig? Mehr Abwechslung trotz klarer Struktur erreichen Sie mit einem farblich dezent hinterlegten Textfeld, zum Beispiel für die persönlichen Angaben.

Was ist bei dir hängen geblieben?

Nachdem Ihr Freund den Lebenslauf aufmerksam durchgelesen hat, bitten Sie ihn, das Dokument zur Seite zu legen und die Fakten aufzuzählen, die ihm im Gedächtnis geblieben sind. Daran können Sie erkennen, ob Sie die wesentlichen Informationen einprägsam und leicht erkennbar untergebracht oder doch eher zwischen unwichtigen Fakten versteckt haben. Relevante Inhalte wie zum Beispiel eine spezielle Berufserfahrung, Kernkompetenzen und Abschlüsse sollten sie immer so kurz und präzise wie möglich formulieren. Beginnen Sie Stichpunkte immer mit dem Wichtigsten.

Was hast du nur überflogen?

Je länger und je unübersichtlicher ein Dokument ist, umso schneller lässt die Aufmerksamkeit nach. Die Tatsache, dass ein Recruiter meist nicht nur einen Lebenslauf sondern einen ganzen Stapel auf dem Schreibtisch hat, kommt erschwerend hinzu. Fragen Sie Ihren Freund, ab wann er begonnen hat, den Lebenslauf nur noch zu überfliegen oder quer zu lesen. Durch eine geschickte Gliederung, z.B. rückwärts chronologisch, können Sie sicherstellen, dass die wesentlichen Informationen beim Personaler ankommen, bevor dessen Aufmerksamkeitspanne vorüber ist. Ein Deckblatt in Form eines Quickreaders mit einer Auflistung der 5 – 7 wichtigsten Stichpunkte ist vor allem bei längeren Lebensläufen ratsam.

Was sind meine Kernkompetenzen – in deinen Worten?

Da zermartert man sich das Hirn auf der Suche nach eindrucksvollen und wohlklingenden Formulierungen – die am Ende womöglich niemand versteht. Inhaltsleere Phrasen und Floskeln sind Personalern ein Gräuel. Ob Ihr Lebenslauf auch damit bestückt ist, bringen Sie am besten in Erfahrung, in dem Sie Ihren Freund bitten, mit eigenen Worten zu erklären, was Sie so alles auf dem Kasten haben. Trifft seine Beschreibung den Kern der Sache, können Sie sicher sein, Ihre Fähigkeiten und Qualifikationen authentisch aufs Papier gebracht zu haben. Fällt es ihm hingegen schwer, Ihre Frage zu beantworten, müssen Sie sich auf Floskel-Suche begeben und neu formulieren.

Welche Fragen hast du, nachdem du meinen Lebenslauf gelesen hast?

Oft sind wir der Meinung, wir haben uns klar verständlich gemacht, doch die Botschaft ist beim Adressaten nur bruchstückhaft angekommen. Wir neigen dazu, einen Teil unserer Informationen auch bei anderen vorauszusetzen oder gehen davon aus, dass für uns Unwichtiges auch den anderen nicht interessiert. Damit Ihr Lebenslauf beim Recruiter keine Unklarheiten hinterlässt, fragen Sie Ihren Freund danach. Vielleicht fehlen ein paar Jahre im Werdegang oder sie haben bei einer Projektbeschreibung seltene Fachbegriffe benutzt, unter denen sich nur die Wenigsten etwas vorstellen können. Eventuell ist Ihr Lebenslauf aber auch ein bunter Strauß aus Berufserfahrungen, aus denen nicht klar ersichtlich wird, für welchen Job oder welche Position Sie sich nun eigentlich bewerben. Die offenen Fragen Ihres Freundes zeigen Ihnen, ob und an welcher Stelle Sie Informationen fokussierter oder verständlicher einsetzen müssen.


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