Kaum eine andere Position im Unternehmen ist so vielfältig wie die des Produktmanagers. Im gesamten Produktlebenszyklus – von der Markteinführung bis zum Abverkauf – übernimmt er eine wichtige Schnittstellenfunktion und koordiniert technische Entwicklung, Vertrieb, Marketing, Controlling und Kundenservice.

Produktmanager halten die Fäden in der Hand

Wenn die rechte Hand nicht weiß, was die linke tut, braucht es einen klugen Kopf dazwischen, der alles koordiniert. So in etwa lässt sich die große Herausforderung eines Produktmanagers mit wenigen Worten beschreiben. Will ein Unternehmen ein Produkt verkaufen, sind hunderte Spezialisten involviert. Die einen forschen und entwickeln, die nächsten konstruieren und fertigen, andere kümmern sich um den Vertrieb, sorgen für die nötigen Aufmerksamkeit beim Kunden, passen Preise an, kümmern sich um Retouren und holen Feedback ein. Der Produktmanager sorgt dafür, dass die vielen notwendigen Einzelschritte aufeinander abgestimmt werden, und die verschiedenen Abteilungen Hand in Hand arbeiten.

Kaum eine andere Position ist so vielseitig

Soweit die Theorie. Dass das in der Praxis gar nicht so einfach und mitunter ziemlich nervenaufreibend ist, weiß jeder, der schon einmal in einem Unternehmen gearbeitet hat. Von A wie Abteilungsdenken bis Z wie Zuständigkeitsgerangel muss der Produktmanager tagtäglich aufs Neue Hindernisse überwinden, ohne dabei die ihm gesteckten (Gewinn-)Ziele aus den Augen zu verlieren. Im Unternehmen ist er ein Hürdenläufer, der mit einer Idee startet und an der Ziellinie die Kassen klingeln lässt. Doch so anstrengend der Beruf ist, so vielseitig und spannend ist er auch. In kaum einer anderen Position bekommt man so umfassende Einblicke ins Unternehmen und eignet sich Knowhow aus den verschiedensten Unternehmensbereichen an wie als Produktmanager.

Vertriebsprofi, Marketingexperte und Controller in Personalunion

Produktmanager sind echte Allrounder. Da sie die strategische Verantwortung für ein Produkt oder eine Produktgruppe haben, müssen sie sich mit der technischen Produktentwicklung genauso gut auskennen, wie mit wichtigen Vertriebskennzahlen oder erfolgreichen Werbemaßnahmen. Sie müssen den Markt genau analysieren und die Bedürfnisse der Kunden aber auch die Konkurrenzprodukte kennen. Sie müssen die Optimierung bzw. Neuschaffung von Produkten vorantreiben, Qualitätsmerkmale und Anforderungsprofile für Produkte erstellen, die Markteinführung und Vermarktung strategisch planen und den Vertrieb unterstützen. Ein Produktmanager führt neue Produkte in den Markt ein und begleitet sie während ihres gesamten Lebenszyklus’ – die entsprechenden Produktionskosten und die Ressourcen des eigenen Unternehmens dabei immer fest im Auge.

Möglichst passgenaue Zukunftsszenarien entwerfen

Auch wenn die Aufgaben im Produktmanagement vor allem koordinativer und organisatorischer Art sind, sind ebenso Kreativität und innovatives Denken gefragt. Und natürlich ein Gespür für den Markt. Schließlich gilt es Produkte anzubieten, die sich von anderen abheben und daher besonders erfolgreich sind. Dabei müssen Produktmanager auch Zukunftsszenarien entwerfen, die zeigen, in welche Richtung sich Kundenbedürfnisse und technische Voraussetzungen entwickeln. Je passgenauer diese Szenarien sind, umso erfolgreicher ist am Ende das Produkt.

Durchsetzungskraft und diplomatisches Geschick sind gefragt

Produktmanager müssen über herausragende Kommunikationsfähigkeiten verfügen, um die Absprachen mit allen beteiligten Parteien transparent und konstruktiv gestalten und im Bedarfsfall geschickt vermitteln zu können. Markt- und zielorientiertes sowie analytisches Denken sind sehr wichtig für ihren Beruf, ebenso ein grundlegendes technisches Verständnis. Auch die Fähigkeit zur kompetenten Beratung und Betreuung der Kunden sollte ein Produktmanager besitzen und dabei die nötige Durchsetzungskraft an den Tag legen können. Bei internationalen Unternehmen ist ein Gespür für kulturspezifische Unterschiede wichtig. Verhandlungssicheres Englisch ist ein Muss und weitere Fremdsprachen vorteilhaft. Produktmanager sind in der Regel viel unterwegs, eine gewisse Reisebereitschaft wird also von vielen Arbeitgebern vorausgesetzt.

Klassischer Quereinsteiger-Job

Ein spezielles Studium oder eine dedizierte Ausbildung für den Beruf des Produktmanagers gibt es nicht. Die meisten in dieser Funktion sind klassische Quereinsteiger. Sie benötigen technisches Fachwissen sowie idealerweise Kenntnisse in Projektmanagement, Marketing und Distribution. Ein abgeschlossenes Ingenieur- oder Betriebswirtschaftsstudium kann daher den Grundstein für eine Karriere im Produktmanagement legen. Auch mit einer technischen oder kaufmännischen Berufsausbildung gelingt in der Regel der Einstieg. Durch entsprechende Weiterbildungen zum Beispiel im Bereich Marketing oder ganz gezielt zum Produktmanager, kommt die Karriere in Schwung.

Gute Berufschancen für Produktmanager

Die Berufsaussichten sind generell gut, denn Produktmanager werden in fast allen Branchen gebraucht und die Zahl der ausgeschriebenen Stellen für diese Position übersteigt schon seit Jahren die Zahl der Bewerber. Laut karrieresprung.de lässt sich das Gehalt nur ungefähr beziffern: zwischen 3.000 und 4.500 Euro brutto für Produktmanager ohne Teamverantwortung, während für Produktmanager mit Personalverantwortung Bruttogehälter zwischen 4.500 und 6.300 Euro monatlich gezahlt werden.

 

 


Quellen: http://www.absolventa.de/, http://www.karrieresprung.de/

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