09.10.2012 -

Job- und Karrieremessen sind die Speed-Dating-Veranstaltungen auf dem Arbeitsmarkt. Es gibt kaum eine andere Gelegenheit, so viele potentielle Arbeitgeber an einem Tag zu treffen und miteinander zu vergleichen. Damit der Besuch nicht zum ergebnislosen Messebummel wird, sollte man gut vorbereitet sein…

Während nach der Sommerpause in Mailand, Paris, London und New York neueste Designerkreationen über den Laufsteg rauschen, startet in München, Bielefeld oder Augsburg das große Schaulaufen auf den Karrieremessen. Arbeitgeber machen sich schick und buhlen mit möglichst beeindruckenden Messeauftritten um die besten Talente. Die Chance für Bewerber! Wer auf der Suche nach einem Arbeits- oder Praktikumsplatz ist, sollte sich daher über die kommenden Job- und Recruitingmessen, Branchentreffen oder Praktikumsbörsen informieren. Ein Besuch lohnt sich in jedem Fall. Bewerber können sich ein umfassendes Bild über potentielle Arbeitgeber machen und diese direkt miteinander vergleichen. Sie erfahren, welche Profile und Kompetenzen von den Unternehmen gesucht werden. Außerdem können sie erste Kontakte knüpfen, die auch später, wenn man sich noch nicht direkt auf der Messe bewerben will, hilfreich sein können.

Orientierung oder Recruiting – Karrieremessen haben unterschiedlichen Fokus

Allgemeine Jobmessen sind für jeden zugänglich und sprechen alle Bewerbergruppen an. Egal ob man auf der Suche nach einer geeigneten Hochschule, einem Ausbildungsplatz, einer spezifischen Weiterbildung oder einem neuen Arbeitsplatz ist. Die Jobmessen werben mit einem breiten Angebot an Informationen. Auch Existenzgründer oder die Generation 50+ werden hier beraten. Während diese Events eher als Orientierungsmessen gelten, geht es bei Recruiting-Messen oder Branchentreffen schon konkreter zu. Diese sind in der Regel für eine bestimmte Berufsrichtung oder Branche ausgelegt. Wer also schon bestimmte Vorstellungen davon hat, wo sein neuer Schreibtisch demnächst stehen soll, ist mit diesen Veranstaltungen besser beraten.

Mehr als ein Bummel über die Stände

Um den Messebesuch als Erfolg verbuchen zu können, ist eine gute Vorbereitung unabdingbar. Nur mal über die Stände zu „bummeln“ und zu schauen, was sich so ergibt, wird kaum mehr als ein paar Eindrücke und das eine oder andere Give-Away bringen. Eine Karrieremesse ist wie Speed-Dating mit potentiellen Arbeitgebern und damit alles andere als ein Spaziergang. In kürzester Zeit muss es dem Bewerber gelingen, sich selbst als geeigneten Kandidaten zu präsentieren und dabei alles für ihn Wichtige über das Unternehmen und die Wunschstelle in Erfahrung zu bringen.

Termin im Vorfeld vereinbaren

Daher beginnt ein erfolgreicher Messebesuch schon mit einer umfangreichen Recherche. Im Internet und in den Messe-Guides finden sich schon im Vorfeld zur Messe wichtige Eckdaten zu den teilnehmenden Unternehmen und Institutionen. Die meisten Aussteller bieten direkt auf der Messe konkrete Arbeits-, Aus- und Weiterbildungs- sowie Studienplätze an. Verlassen Sie sich nicht auf Ihr Glück, spontan auf dem Messestand zu einem Gespräch eingeladen zu werden. Außer Ihnen sind da noch ein paar hundert andere mit dem gleichen Wunsch. Kontaktieren Sie daher schon rechtzeitig die Personalabteilung mit der Bitte um einen Gesprächstermin während der Messe.

Bereiten Sie individuelle Bewerbungsmappen vor

Wenn Sie wissen, welche Firmen Sie auf einer Karrieremesse besuchen werden, können Sie Ihre Bewerbungsunterlagen entsprechend vorbereiten. Bitte keinen Einheitsbrei. Erstellen Sie jede Bewerbung individuell passend zum jeweiligen Unternehmen bzw. zur Position, für die Sie sich bewerben, in dem Sie das Anschreiben, den Lebenslauf und auch die Zeugnissen nach den Anforderungen des Stellenprofils gestalten und wählen.

Nur leichtes Gepäck

Außer Ihren Bewerbungsmappen – in ausreichender Zahl –  Notizbuch und Stift brauchen Sie auf einer Karrieremesse nichts weiter. Kommen Sie also nicht mit Rucksäcken und Taschen behängt. Sie sollten die Hände frei haben, um Ihren Gesprächspartnern ohne akrobatischen Aufwand die Hand geben zu können.

Messe-Dresscode

Ihr Outfit wählen Sie den Unternehmen entsprechend, bei denen Sie sich vorstellen müssen. Ziehen Sie sich so an, wie Sie auch zum ersten Arbeitstag erscheinen würden. Während ein angehender Banker konventionell den dunklen Anzug und Krawatte wählt, darf es für die Werbeagentur schon etwas einfallsreicher sein. Hauptsache, Ihre Kleidung ist von guter Qualität und in tadellosem Zustand.

Selbstpräsentation üben

Auf der Messe selbst, bleibt Ihnen nur wenig Zeit, sich zu präsentieren. Da sollten die wichtigsten Sätze sitzen. Am besten üben Sie, zum Beispiel vor Freunden, schon ein paar Tage vorher eine kleine Selbstpräsentation mit zwei bis drei entscheidenden Aspekten, die Sie besonders hervorheben möchten. Rechnen Sie auch mit der einen oder anderen Standardfrage seitens des Personaler. Natürlich dürfen Sie selbst auch Fragen stellen – das zeugt von Interesse – aber bitte nicht solche, die sich mühelos mit einem Blick auf die Website beantworten lassen.

Danke sagen

Innerhalb von zwei Tagen nach Ihrem Besuch der Karrieremesse sollten Sie sich bei Ihren Gesprächspartnern per E-Mail melden und sich für den informativen Dialog bedanken. An dieser Stelle können Sie nochmal Ihren Wunsch bekräftigen, für das Unternehmen zu arbeiten.


(Quellen: dpa, spiegel online, karrierebibel.de, karriereenews.de, jobmessen.de, karrierebibel.de)