Der Fachkräftemangel verschärft sich in vielen Branchen Deutschlands zunehmend. Gerade bei den hochqualifizierten Jobs fehlt talentierter Nachwuchs.

Dennoch sei vor zu viel Euphorie gewarnt. Je nach Branche, Region und Alter kann es für viele Beschäftigte noch immer heißen: Die Zeiten eines sicheren Jobs sind vielleicht bald vorbei…

Wenn es für Sie wirklich soweit kommt, haben Sie mit diesen fünf Tipps die beste Ausgangslage für einen Neueinstieg ins Berufsleben:

1. Machen Sie sich keine Vorwürfe

Wenn Ihre Stelle abgebaut wird, sind Ihre ersten Gedanken sicher voller Schock, Angst, Wut und Sie werden sich immer wieder fragen „Warum gerade ich?”  — diese Reaktionen sind ganz normal. Anders herum sind Sie vielleicht sogar erleichtert, wenn die Entlassungswelle schon länger rumging und Sie endlich Klarheit haben.

Führen Sie sich immer vor Augen, dass sich die Entlassung auf Ihre Arbeitsstelle bezieht und nicht auf Sie persönlich. Das Resultat mag letztendlich dasselbe sein, aber diese Unterscheidung wird Sie aufbauen  — und sie wird Ihnen helfen, wenn Sie sich um eine neue Stelle bemühen. In diesem Fall ist es in der Tat gut, wenn Sie „nur eine Nummer” sind.

2. Nutzen Sie Ihre Chancen

Im Laufe Ihrer Karriere werden Sie sicher schon durch einige wirtschaftliche Tiefs gelernt haben, dass viele gut ausgebildete und talentierte Leute ihre Jobs verlieren, ohne selbst Schuld daran zu tragen. Selbst der beste PR-Manager wird überflüssig, wenn die Firma entscheidet, alle PR-Aktivitäten an eine Agentur abzugeben.

Es mag Ihnen nicht gleich so vorkommen, aber ein Jobverlust kann eine große Chance für Sie sein. Vielleicht fragen Sie sich: „Welche Karriere passt zu meinem Lebensstil?”, „Wie kann ich mein volles Potenzial nutzen?”, „Was kann ich und was könnte ich noch lernen?” und „Wenn es nicht ums Geld ginge, was würde ich wirklich gerne tun?”

3. Aktualisieren Sie Ihre Bewerbungsunterlagen

Wenn Sie schon seit längerem bei dem selben Arbeitgeber beschäftigt sind, sah der Bewerbungsprozess wahrscheinlich noch anders aus, als Sie das letzte Mal eine Bewerbung schrieben. Damals haben Sie diese ausgedruckt, in eine Bewerbungsmappe gesteckt und den Umschlag dann mit einer Briefmarke versehen in den Briefkasten geworfen  — das kommt Ihnen sicher bekannt vor. Doch die Zeiten haben sich geändert und heute ist die Online-Bewerbung die von den meisten Arbeitgebern bevorzugte Methode.

„Seit 2006 akzeptieren viele große Unternehmen nur noch Bewerbungen über ihr Online-Formular”, berichtet Karriereberaterin Svenja Hofert in ihrem Karriereblog. „Die E-Mail-Bewerbung wird vor allem von mittleren und kleineren Firmen bevorzugt. Ein Grund für den Siegeszug ist auch das Allgemeine Gleichstellungsgesetz AGG, das den Unternehmen Dokumentationspflichten auferlegt, die mit digitalen Dokumenten leichter zu erfüllen sind.”

Gut in Ihrer Bewerbung um einen neuen Job machen sich auch Kundenzitate sowie eine Auflistung Ihrer Schlüsselerfolge bei Ihrer vorigen Stelle.

4. Netzwerken ist mehr

Niemand sollte unterschätzen, was ein gutes Netzwerk leisten kann. Das bestätigt auch eine Studie von CareerBuilder.de: Dort geben 51 Prozent der befragten Arbeitgeber an, Kandidaten über die eine oder andere Art des Networking kennen gelernt zu haben. Dabei wurden so unterschiedliche Netzwerke wie Online-Sites, der Besuch von professionellen Jobbörsen und Events oder das Gespräch mit Familie, Freunden und Bekannten genannt.

Einige Karriere-Experten gehen davon aus, dass etwa acht von zehn freien Stellen nicht über eine Anzeige beworben werden. Persönliche Empfehlungen und Mund-zu-Mund Propaganda zählen damit zu den wertvollsten Informationsquellen. Nutzen Sie also professionelle und private Kontakte sowie ehemalige Kollegen, um potenzielle Stellen oder Möglichkeiten zur freien Mitarbeit aufzutun.

Bei Social-Networking-Seiten im Internet sollten Sie allerdings darauf achten, welche Informationen Sie von sich preisgeben, denn viele Arbeitgeber verschaffen sich über Social-Networking-Sites einen ersten Eindruck über potenzielle neue Mitarbeiter. Ein gutes Profil auf einer Social-Networking-Seite kann bei der Arbeitssuche den entscheidenden Vorteil bedeuten.

Das Fazit ist simpel: Veröffentlichen Sie nichts im Internet über sich, was Sie sonst vielleicht verheimlichen würden. Entfernen Sie Bilder, Inhalte oder Links, die einem potenziellen Arbeitgeber ein falsches Bild über Sie vermitteln können — bevor Sie mit der Arbeitssuche beginnen.

5. Können Sie finanziell noch etwas rausschlagen?

Zwar ist bei betriebsbedingten Kündigungen die Zahlung einer Abfindung laut Kündigungsschutzgesetz freiwillig, jedoch wird ein halbes Monatsgehalt pro Jahr im Betrieb vorgeschlagen. Wie hoch die Abfindung dann zu guter Letzt tatsächlich ausfällt, ist aber reine Verhandlungssache. Wie Sie etwa bei arbeitsrecht.de erfahren können, ist Ihre Position umso besser, je schwieriger es ist, Ihnen zu kündigen.

Wenn Ihr Arbeitgeber beweisen kann, dass der Personalabbau erforderlich ist, kann er nicht kündigen, wem er will, sondern muss dabei die Regelungen der Sozialauswahl einhalten. Hierfür kommt es auf das Alter, die Unterhaltspflichten und die Betriebszugehörigkeit an. Wer hiervon am wenigsten vorzuweisen hat, für den ist das Risiko, gekündigt zu werden, am höchsten. Wenn die Sache bei Ihnen nicht ganz klar ist, treten Sie am besten mit einem Fachanwalt für Arbeitsrecht in Kontakt.

 


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