Sind Sie auf der Suche nach dem passenden Job? Achtung, das allein reicht nicht. Sie sollten auch nach dem passenden Unternehmen suchen. Denn da gibt es wesentliche Unterschiede. Nur wer möglichst genau weiß, wie er arbeiten möchte, kann sich zielgerichtet bewerben oder sich aus mehreren Angeboten für das optimale entscheiden. Wir stellen Ihnen drei Unternehmenstypen vor.

Angefangen beim Gehalt über die Arbeitszeiten, die Anzahl der Hierarchieebenen, die Kleiderordnung bis hin zur Arbeit im Großraum- oder in Einzelbüros – meist abhängig von ihrer Größe bieten Unternehmen Mitarbeitern ganz unterschiedliche Voraussetzungen. Die Arbeit in einem kleinen Startup sieht nun mal anders aus als in einem riesigen Konzern. Nur wer möglichst genau weiß, wie er arbeiten möchte, kann sich zielgerichtet bewerben oder sich aus mehreren Angeboten für das optimale entscheiden.

Eine Frage des Geschmacks … und der Lebensphase

Geschmäcker sind ja bekanntlich verschieden und so sind die eigenen Vorlieben auch in Bezug auf Arbeitsweise und –umgebung in erster Linie eine Typ-Frage. Vielleicht arbeiten Sie gern spontan und kreativ, Ihr bester Freund hingegen bevorzugt klare Strukturen und ein geplantes Vorgehen. Je nach Lebensphase können sich die Vorlieben ändern. Berufsanfänger stürzen sich mit Idealismus und Selbstverwirklichungszielen in das Abenteuer „Job“. Wenn sie später eine Familie gründen, stehen finanzielle Sicherheit und Work-Life-Balance auf der Prioritätenlisten ganz oben. Ein Wechsel in späteren Jahren hingegen kann wieder dem Wunsch entspringen, eigene Ideen zu verwirklichen oder ganz persönliche Ziele zu erreichen.

Der Konzern – Work-Life-Balance, Struktur und gute Bezahlung

Die verschiedenen Unternehmenstypen sind weitgehend mit Stereotypen behaftet, die Bewerbern erste Orientierungspunkte bieten. Große Kapitalgesellschaften oder Konzerne sind riesig. Mindestens 250 Kollegen warten hier auf Sie. Als Arbeitgeber punkten Konzerne meist mit überdurchschnittlichen Gehältern, Sozial- und Zusatzleistungen, geregelten Arbeitszeiten, Überstundenausgleich und einer guten Work-Life-Balance. Ein strukturiertes Arbeiten, geregelte Zuständigkeiten und etablierte Arbeitsprozesse bieten Ihnen viel Sicherheit. Sie werden garantiert nicht ins kalte Wasser geworfen, sondern von einer funktionierenden Personalabteilung optimal ins Unternehmen eingeführt.

Politik und Macht

Eine bekannte Unternehmens- oder Produktmarke kann ebenfalls verlockend sein, weil deren Glanz sich auch auf die Angestellten überträgt. Es gibt eine Arbeitnehmervertretung, die Ihre Rechte wahrt, und natürlich ausreichend Urlaubstage. Vergleichsweise viele Hierarchiestufen bieten zahlreiche Entwicklungsmöglichkeiten, bremsen aber auch Flexibilität und persönliches Engagement. Der große Kritikpunkt an Konzernen ist die interne Politik. Wer sich in dem Machtgefüge nicht schnell zurechtfindet und sich geschickt durch die komplizierten Beziehungsgeflechte mit all den individuellen Befindlichkeiten und Zielen manövriert, wird keine Karriere machen. Kandidaten mit nur wenig Berufserfahrung haben es ohnehin schwer, in einem Konzern Fuß zu fassen.

Startups: Selbstverwirklichung und WG-Charme

Mit meist nur einer Hand voll Mitarbeitern bieten Startup-Unternehmen ganz andere Arbeitswelten. Hier finden Idealisten das Potenzial zur Selbstverwirklichung. Alles wirkt ein bisschen hemdsärmelig, aber authentisch und sympathisch ehrlich. WG-Charme und Office-Chic begeistern vor allem junge und unangepasste Kandidaten. Flache Hierarchien, kurze Entscheidungswege und ein lösungsorientiertes Arbeiten bieten den Mitarbeitern viel Eigenständigkeit, verlangen aber auch Risikobereitschaft. Die Jobs sind selten unbefristet – auf lange Sicht kann im Startup nichts garantiert werden.

Eigeninitiative und Verantwortung

In einer lockeren Atmosphäre setzt man eher auf Work-Life-Integration als auf Work-Life-Balance. Dank flexibler Arbeitszeiten und mobiler Arbeitsumgebungen verschmilzt der Job mit dem Privatleben. Ein Vorteil: Mitarbeiter sehen sofort das Resultat ihrer Anstrengungen und erkennen schnell ihren direkten Einfluss auf den Unternehmenserfolg. Das motiviert ungemein, erhöht aber auch den persönlichen Druck auf den Einzelnen. Zeit, sich in Ruhe einzuarbeiten, gibt es meist nicht. Hier gilt: Spring und schwimm! Wer das Tempo mithalten kann, lernt in kurzer Zeit viel Neues, denn Startups agieren schnell und flexibel auf neue Marktbedingungen. Berufseinsteiger haben in Startup-Unternehmen gute Chancen und nutzen diese Erfahrung meist als Sprungbrett für ihre Karriere.

Mittelstand: Mehr als Tradition und ländliches Idyll

Wenn Sie sich zwischen diesen beiden Extremen nicht entscheiden können, ist ein mittelständisches Unternehmen vielleicht genau das Richtige für Sie. Völlig zu Unrecht müssen Unternehmen dieser Größe mit Vorurteilen kämpfen. Leicht angestaubt, zu viele Traditionen, zu wenig Zeitgeist – und das alles in ländlichem Idyll, abseits der pulsierenden Metropolen. Und viele KMUs (kleine und mittelständische Unternehmen) kämpfen tatsächlich, um Bewerber zu überzeugen. Sie investieren in Leistungen und Angebote, die sie als Arbeitgeber besonders attraktiv machen und vereinen dabei die Vorzüge von Konzern und Startup.

Persönliche Wertschätzung und Gestaltungsspielräume

Solide Strukturen, geregelte Arbeitszeiten und in der Regel ein gutes Gehalt bieten Arbeitnehmern die nötige Sicherheit. Trotzdem sind die Gestaltungsfreiräume größer, die Entscheidungswege kürzer und die persönliche Wertschätzung größer als im Konzern. Zwar finden Bewerber im Mittelstand weniger Prestige und Glamour, dafür aber viele Hidden Champions, die als Weltmarktführer in ihrem Bereich Mitarbeitern erstaunliche Entwicklungsmöglichkeiten bieten. Je nach persönlichem Geschmack können Regionalität und Heimatverbundenheit ein Vor- oder Nachteil sein. Aber dass die Zeit im Mittelstand stehen geblieben ist, muss kein Bewerber fürchten. Im Gegenteil: Die deutschen KMUs sind für ihre Innovationskraft bekannt. Kreative Macher sind hier genau richtig.

Information ist alles

Jetzt sind Sie an der Reihe: Wie stellen Sie sich den perfekten Arbeitsplatz vor? Was ist Ihnen wichtig, worauf können Sie im Moment vielleicht verzichten? Wenn Sie wissen, was Sie wollen, sind Sie Ihrem beruflichen Glück schon ein großes Stück näher gekommen. Um herauszufinden, ob ein Unternehmen das Richtige ist, müssen Sie Informationen sammeln. Zur Unternehmensphilosophie, -vision und -werten geben Broschüren und Website Auskunft. Persönliche Erfahrungsberichte finden Sie auf Arbeitgeberbewertungsportalen. Auf Karrieremessen, vorab per Telefon oder dann beim Bewerbungsgespräch haben Sie außerdem die Möglichkeit die Fragen zu stellen, die Ihnen wirklich wichtig sind.

 


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