27.07.2016 -

Kennen Sie das? Sie haben sich für den Arbeitstag jede Menge vorgenommen, wollen Ihre Motivation in pure Produktivität umwandeln. Doch am Abend ziehen Sie, wie so oft, eine ernüchternde Bilanz: Sie haben nur die Hälfte geschafft. Die andere Hälfte Ihrer motivierten Arbeitsvorhaben müssen Sie auf den nächsten Tag verschieben oder den übernächsten oder den Tag danach. Häufig halten uns kleine Unterbrechungen und Ablenkungen vom konzentrierten Arbeiten ab. Mails im Minutentakt, dazu die Anrufe, ein spontanes Meeting und statt dem vielzitierten Workflow tröpfelt es nur noch.

Unter dem Titel „I can’t get my work done“ veröffentlichte das US-amerikanische Marktforschungsunternehmen uSamp die Ergebnisse eine weltweiten Befragung nach Aktivitäten, von denen sich Arbeitnehmer im Job und in Meetings häufig ablenken lassen. Die fünf häufigsten Konzentrationskiller haben wir für Sie aufgelistet, natürlich gleich mit einem Tipp, wie es besser geht:

Ablenkung Nr. 1: Klingelzeichen

Ob Alexander Graham Bell damals eine Ahnung davon hatte, dass sein Telefon in naher Zukunft die Arbeit nicht nur erleichtern sondern mitunter auch blockieren kann? Wohl eher nicht. Doch 28 Prozent der Befragten gaben an, dass sie durch Telefongespräche in ihrer Konzentration gestört werden. Damit sind Anrufe die häufigste Ursache für Ablenkungen im Job. Wenn Sie konzentriert arbeiten wollen, bitten Sie einen Kollegen für diese Zeit Ihre Anrufe entgegenzunehmen.

Ablenkung Nr. 2: E-Mail-Check

Es ist nur ein kleines „Pling“ und trotzdem bringt es 23 Prozent der Arbeitnehmer dazu, ihre Arbeit zu unterbrechen, um die eingetroffenen E-Mails zu lesen. Werden diese dann auch gleich beantwortet, dauert es erst mal eine Weile, bis am ursprünglichen Projekt weitergearbeitet wird. Hier gilt es, sich in Selbstdisziplin zu üben und nicht bei jedem „Pling“ in das E-Mail Programm zu wechseln. Der Benachrichtigungston lässt sich übrigens auch deaktivieren.

Ablenkung Nr. 3: Socializing

Durch Gespräche mit Kollegen lassen sich zehn Prozent der Befragten regelmäßig von der Arbeit ablenken. Ein kurzer Plausch dient zwar einem guten Arbeitsklima, aber die Konzentration auf die aktuelle Aufgabe ist erst einmal gestört. Gerade in offenen Büros fällt es schwer, die Gesprächsfetzen ringsumher auszublenden. Besser, man zieht sich für Aufgaben, die man konzentriert und schnell erledigen will, in einen anderen Arbeitsraum zurück.

Ablenkung Nr. 4: Social-Network-Pausen

Soziale Netzwerke bringen viele Vorteile – auch im Beruflichen. Aber sie halten uns auch häufig von der Arbeit ab. Das bestätigten immerhin neun Prozent der Umfrageteilnehmer. Da wird zwischendurch mal schnell getwittert oder der Status auf Facebook aktualisiert. Das kostet Zeit und schadet dem Workflow. Kurze Social-Network-Pausen also besser zwischen zwei konzentrationsintensive Aufgaben legen.

Ablenkung Nr. 5: Chatterling

Schnell und unkompliziert kann man sich über Instant Messenger austauschen – und genauso schnell und unkompliziert lassen sich sechs Prozent der Befragten von ihrer Arbeit ablenken. Wenn Sie für eine Weile nicht gestört werden wollen, schließen Sie den Chat oder stellen Ihren Status passend ein. Dann kommt niemand auf die Idee, Sie zu stören.

Die häufigsten Ablenkungen im Meeting

Auch Meetings – vor allem die spontanen – führen dazu, dass Arbeitnehmer alles andere stehen und liegen lassen müssen. Doch selbst während des Meetings folgen nicht alle Teilnehmer konzentriert den Ausführungen der Kollegen, sondern machen allerhand nebenbei:

Ablenkung Nr. 1: mailen

Scheinbar geht fast die Hälfte der Befragten davon aus, dass ein Meeting unproduktiv ist. Warum sonst „nutzen“ 48 Prozent die Zeit während des Meetings, um auf E-Mails zu antworten?

Ablenkung Nr. 2: telefonieren

Anstatt das Telefon auf einen Kollegen oder die Zentrale umzustellen, nehmen 35 Prozent der befragten Arbeitnehmer auch während eines Meetings Telefonate an. Dass sie damit die Besprechung stören und künstlich in die Länge ziehen können, scheint ihnen nicht bewusst zu sein.

Ablenkung Nr. 3: chatten

Auch eine beliebte Ablenkung: Während der Chef im Meeting monoton monologisiert, tauschen 28 Prozent der Mitarbeiten im Chat den neuesten Firmenklatsch aus. Da vergeht die Zeit gleich viel schneller.

Ablenkung Nr. 4: aktualisieren

Natürlich ist es ungemein wichtig, dass der Rest der Welt weiß, wo man steckt. Im Meeting nämlich. Deshalb nutzen 12 Prozent der Befragten ebendieses, um ihren Status bei Facebook & Co. zu aktualisieren.

Ablenkung Nr. 5: twittern

„Und wenn wir schon im Meeting sitzen müssen, können wir auch noch schnell bei Twitter vorbeischauen“, denken sich neun Prozent und senden Tweets in die weite Welt.

Dabei sollten Sie stets bedenken: Nur wenn alle Beteiligten konzentriert bei der Sache sind können Meetings produktiv sein. Je schneller alle wichtigen Dinge geklärt sind, desto früher können Sie wieder Ihrer „eigentlichen“ Arbeit nachgehen.

 


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