10.01.2012 -

Winterzeit ist Erkältungszeit. Wer erkältungsfrei durch den Winter kommen möchte, muss sich nicht unbedingt warm anziehen, sondern in erster Linie die Ansteckungsgefahr minimieren.

Der Volksglaube, dass Kälte auch Husten und Schnupfen, also die sprichwörtliche Erkältung, bedingt, hält sich hartnäckig. Dabei widerlegten der Arzt J. Harlan Paul und sein Kollege, der Mikrobiologe H. L. Freese, diese These bereits 1930. Damals untersuchten die beiden, warum die Bewohner Longyearbyens auf Spitzbergen, einem der nördlichsten Orte der Welt, kaum Erkältungen bekamen. Nur wenn in den Sommermonaten das Postschiff anlegte, brachte es mit den Briefen und Päckchen auch Husten und Schnupfen. Die Forscher schlussfolgerten: Ohne Keime, keine Erkältung – auch wenn es noch so kalt ist. Warum die omnipräsenten Keime im Winter gehäuft auftreten, hat mehrere Ursachen.

Hygiene ist der beste Schutz vor Erkältungen

„Nach dem Klo und vor dem Essen Hände waschen nicht vergessen!“ Das sollten Sie als eine Art Mantra verinnerlichen, wollen Sie sich erfolgreich gegen triefende Nase und kratzenden Hals behaupten. Mit jeder Bewegung verteilen Sie Viren: von der Türklinke auf den Telefonhörer, von der Haltestange in der U-Bahn auf Ihren Schal und von der Euro-Münze auf die Tastatur. Da Ihre Hände zwischenzeitlich auch unbewusst in Ihrem Gesicht beschäftigt sind – Sie reiben sich die Augen oder fahren mit den Fingern über die Lippen – gelangen die Viren in kürzester Zeit in Ihre Schleimhäute. Hatschi, das war’s. Regelmäßiges Händewaschen mit Wasser und Seife beugt vor. Wenn es Ihnen dazu noch gelingt, in Zeiten von Erkältungswellen, Menschenansammlungen zu meiden und sich außerhalb der Schusslinien von Hustern und Niesern zu bewegen, haben Sie gute Chancen, unbeschadet davonzukommen. Das ist aber gerade am Arbeitsplatz nicht immer einfach, wenn man bedenkt, dass der Kollege mit einem beherzten Niesen Millionen von ansteckenden Schleimtröpfchen mit Tempo Hundert bis zu fünf Meter weit in die Gegend katapultiert.

Steht Ihre Abwehr?

Ein gesundes Immunsystem als natürlicher Schutzschild ist dann Gold wert. Dafür kann man einiges tun, zum Bespiel regelmäßig Saunieren. Das trainiert die Blutgefäße, sodass sie sich bei kalten Temperaturen nicht mehr krampfartig zusammenziehen. Die Schleimhäute bleiben gut durchblutet und es stehen genug weiße Blutkörperchen und Abwehrzellen zur Verfügung, um Viren abzuwehren. Den gleichen Effekt in abgeschwächter Form erzielt man auch durch regelmäßige Spaziergänge an der frischen, kühlen Luft. Statt die Mittagspause in der molligen Wärme der Cafeteria zu verbringen, gehen Sie lieber raus und bringen Ihre Abwehrkräfte in Schwung. So können Sie zudem Tageslicht „tanken“. Das ist wichtig, denn durch die geringere Sonnenstrahlung in den Wintermonaten produziert Ihr Körper weniger Vitamin D. Eine Mangelerscheinung begünstigt Infekte. Wer sich auch im Winter tagsüber viel an der frischen Luft bewegt, bleibt länger gesund. Erst recht, wenn er sich dazu noch gesund ernährt. Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente sind der Kraftstoff für ein intaktes Immunsystem. Wer es nicht schafft, abwechslungsreich zu essen und dabei mindestens fünf Portionen Obst und Gemüse am Tag zu vertilgen, sollte zumindest auf die wichtigsten Vitamine aus der Apotheke zurückgreifen.

Dicke Luft im Büro ist ein Paradies für Grippeviren

Neben mangelnder Hygiene und schwachen Abwehrkräften kann auch trockene Büroluft die Ausbreitung von Keimen und Viren begünstigen. Gerade in den Wintermonaten sinkt in vielen Büros die Luftfeuchtigkeit von empfohlenen 50 – 60 auf 30 Prozent. Prädestiniert für Grippeviren, denn die Viren haben in zu trockener Luft eine längere Lebensdauer und können sich durch feine Tröpfchen schneller und weiter verbreiten. Zudem hängt die Immunabwehr der Schleimhäute entscheidend von der Raumluftfeuchte ab. Ist diese unzureichend, können Mikroorganismen nicht optimal abtransportiert werden und die Anfälligkeit für Infektionskrankheiten nimmt zu. Pflanzen in Büros und Arbeitsräumen können das Klima hingegen verbessern, denn sie bauen Kohlendioxid ab, produzieren Sauerstoff und erhöhen auf natürliche Weise die Luftfeuchtigkeit. Luftbefeuchter, die regelmäßig gereinigt und gewartet werden, beleben mit mikrofeinem Sprühnebel die Büroluft und sorgen so für den gleichen Effekt. Wasserschalen auf der Heizung sind dagegen weniger zu empfehlen. In der Regel gedeihen die Bakterien darin prächtiger, als Ihr Immunsystem.

Noch mehr Tipps für Ihre Gesundheit

Sorgen Sie mehrmals am Tag durch Stoßlüften für frischen Wind im Büro. Das erfrischt gleichermaßen den Kopf und das Raumklima. Außerdem verhindert Stoßlüften, dass bei kalten Außentemperaturen zu viel Feuchtigkeit nach außen verloren geht. Gleichzeitig sollten die Räume, in denen Sie arbeiten, nicht zu warm sein. Warme Luft kann mehr Feuchtigkeit absorbieren als kühle Luft. Werden Räume überheizt, sinkt die relative Luftfeuchte. Eine Raumtemperatur von 20 bis 22 Grad Celsius schafft beste Voraussetzungen für eine angenehme Arbeitsatmosphäre. Bei zu trockener Luft sollten Sie viel trinken – Wasser, Tee oder Fruchtsäfte. Empfohlen sind zwei Liter pro Tag, um rissigen Händen und gereizten Schleimhäuten vorzubeugen. Auch Meerwasser-Nasensprays oder Nasensalben helfen gegen trockene Nasenschleimhäute und unterstützen so die Immunabwehr.

(Quellen: Bild der Wissenschaft online, apotheken-umschau.de)