Wer als Freelancer die Programmiersprache Cobol sehr gut beherrscht, kann sich seit rund einem Jahr über eine gestiegene Auftragslage freuen. Im Zuge der Umstellung auf den europaweit einheitlichen Zahlungsraum SEPA werden wieder verstärkt Cobol-Spezialisten nachgefragt. Auch neue IT-Trends können danach verlangen.

Die Programmiersprache Cobol ist Ende der 1950er Jahre entstanden und wird bis heute verwendet, vor allem in der betriebswirtschaftlichen Datenverarbeitung und für kaufmännische Anwendungen. Seit 2001 war ein anhaltender Abwärtstrend für Cobol zu beobachten, der 2012 aber gebrochen wurde.

Cobol-Aufschwung bei Banken und Versicherungen

Durch SEPA (kurz für engl. Single Euro Payments Area) soll der bargeldlose Zahlungsverkehr in Europa vereinheitlicht werden. Da vor allem Software im Banken- und Versicherungsumfeld auf Großrechnern läuft und entsprechend angepasst werden muss, werden wieder verstärkt Cobol-Anwendungsentwickler benötigt – sowohl für die Umstellung bestehender Zahlungsverkehrssysteme als auch für die Entwicklung neuer Komponenten und Schnittstellen. Wie die Projektbörse für IT und Engineering GULP feststellte, stieg die Nachfrage im letzten Jahr verglichen mit 2011 um 54 Prozent.

IT-Trends mögliche neue Chance für Cobol-Spezialisten

Auch 2013 war die Nachfrage weiter stark: Von Januar bis Juli zählte GULP über 1.000 Projektanfragen für die Cobol-Programmierung. Mittlerweile nehmen die Anfragen aber wieder ab, denn die Umstellungen zur Vereinheitlichung des Zahlungsverkehrs sind in der Banken- und Versicherungsbranche bald abgeschlossen. Doch das Ende der SEPA-Umstellung muss nicht zwangsläufig auch das Ende für Cobol bedeuten. „Es ist wahrscheinlich, dass IT-Trends wie etwa Cloud, Big Data, Marketingautomatisierung, CRM-Optimierung oder Mobile Computing die Nachfrage nach Cobol-Spezialisten nicht abreißen lassen. Denn diese Anwendungen verlangen im Backend nach leistungsstarken Lösungen, wie sie von Cobol geliefert werden können“, sagt Stefan Symanek, Marketing-Leiter von GULP in einer Pressemitteilung der Projektbörse zu diesem Thema.

Cobol-Experte hat im Schnitt 32 Jahre Berufserfahrung

Unternehmen, die Großrechner im Einsatz haben und aufgrund von SEPA Umstellungsbedarf haben, greifen für Cobol-Programmierungen oftmals auf Freelancer zurück. Symanek weist auf den wichtigsten Grund dafür hin: Da die Programmiersprache an Hochschulen längst nicht mehr gelehrt wird, sind unter den internen Mitarbeitern meist keine Cobol-Spezialisten mehr zu finden – diese sind schlicht und einfach schon in Rente. Berufseinsteiger spezialisieren sich eher auf Trend-Skills wie App-Programmierung oder Virtualisierung.

Die bei GULP registrierten Cobol-Experten bringen mit ihren durchschnittlich 32 Jahren Berufserfahrung die nötige Expertise für komplexe Umstellungsprojekte mit. Im Schnitt fordern freiberufliche Cobol-Spezialisten in der GULP Datenbank ein Honorar von 69 Euro pro Stunde.

 


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