Bevor Sie einen Arbeitsvertrag unterschreiben, sollten sie ihn gründlich prüfen. Hier ist eine übersichtliche Checkliste, nach der Sie sich dabei richten können.

1. Günstige Regelungen
Achten Sie darauf, dass sich Sie günstige Regelungen im Arbeitsvertrag wiederfinden und nicht nur mündlich besprochen werden. Dies gilt insbesondere für:

  • Urlaub, der über den gesetzlichen Anspruch hinaus geht
  • Sondervergütungen (Weihnachtsgeld, Urlaubsgeld, sonstige Gratifikationen), die neben dem Gehalt gezahlt werden
  • Vergütung von Überstunden (ob und mit welchem Stundensatz)
  • Bonusvereinbarungen und hier insbesondere die Rahmenbedingungen (wann soll die Zielvereinbarung geschlossen werden? welcher Bonustopf steht zur Verfügung? Welche qualitativen und quantitativen Ziele sollen erreicht werden? Wann ist der Bonus fällig? usw.)
  • Kündigungsfristen, die länger als die gesetzlichen Fristen sind (aber Achtung: hier kann auch ein Nachteil für den Arbeitnehmer liegen, wenn er schnell den Job wechseln will, aber aufgrund langer Kündigungsfristen an den alten Arbeitgeber gebunden ist)

2. Arbeitszeit
Darüber hinaus sollte die Arbeitszeit explizit in den Arbeitsvertrag mit aufgenommen werden, um Streitigkeiten in Bezug auf Beginn und Ende der täglichen Arbeitszeit oder Überstunden zu vermeiden.

3. Vertragliche Verbote
Achten Sie darauf, dass vertragliche Wettbewerbsverbote und Nebenbeschäftigungsregelungen im Arbeitsvertrag nicht zu eng gefasst sind.

4. Achtung beim Verfall des Urlaubs
Wenn nicht ausdrücklich im Arbeitsvertrag verankert ist, dass der Urlaub bis zum 31.03. des Folgejahres genommen werden kann, verfällt der Urlaubsanspruch am Jahresende. Nur Arbeitnehmer, die aufgrund längerer Krankheit oder betrieblicher Gründe ihren Urlaub nicht nehmen können, behalten ihren Anspruch bis längstens Ende März.

5. Vertragsstrafen
Klären Sie, für welchen Fall Vertragsstrafen gelten sollen (Nichtantritt der Arbeit, Vertragsbruch durch Beendigung ohne Einhaltung der ordentlichen Kündigungsfrist, Verstoß gegen vertragliches Wettbewerbsverbot oder Verschwiegenheitspflicht usw.) und wie hoch sie sind.

Fallstricke im Arbeitsvertrag hat aber eher der Arbeitgeber zu befürchten. Arbeitnehmer werden durch die sogenannte Inhaltskontrolle geschützt, sodass unangemessen benachteiligende oder unklare Regelungen unwirksam sind.

(Quelle: Kanzlei Brodski und Lehner, Leopoldstraße 50, 80802 München)