Wer, was, wie, warum. In unserem Bewerber-FAQ geben wir kurze, klare Antworten auf die häufigsten Fragen im Bewerbungsdschungel. Im heutigen Beitrag erfahren Sie das Wichtigste zum Thema “Vorstellungsgespräch”.

Soll ich mich auf die Einladung zum Gespräch zurückmelden?

Bestätigen Sie den Termin telefonisch und fragen Sie bei dieser Gelegenheit höflich nach weiteren Details: Wer wird das Gespräch führen? Sind mehrere Gespräche mit verschiedenen Firmenvertretern (z.B. Personalverantwortlicher und Fachbereichsleiter) oder mehrere Gesprächsrunden geplant?

Was muss ich über meinen potenziellen Arbeitgeber wissen?

Alles, was Sie im Rahmen Ihrer Möglichkeiten recherchieren können. Je informierter Sie sind, umso sicherer wird Ihr Auftreten sein. Klassische Eckdaten wie Firmeninhaber / CEO, Mitarbeiterzahl, Firmenstandorte, Portfolio, Vertriebsländer usw. sollten Sie auf jeden Fall parat haben. Nützliche Informationsquellen neben Homepage und Unternehmensbroschüren finden sich auch in den Medien und über Internetsuchmaschinen. 

Wie kann ich mich selbst vorbereiten?

Gehen Sie Ihre Bewerbungsunterlagen noch einmal genau durch und prägen Sie sich alle wichtigen Daten ein. Es wäre peinlich, wenn Sie sich im Gespräch nicht mehr erinnern, wann Sie Ihr Studium begonnen haben. Überlegen Sie, bei welchen Punkten der Personaler nachfragen könnte – z.B. Jobpausen oder längere Auslandsaufenthalte.

Soll ich Arbeitsproben mit zum Gespräch bringen?

Wenn Sie überzeugende Arbeitsproben und andere Dokumente besitzen, die in Ihrer Bewerbung keinen Platz hatten, können sie diese in einer Mappe aufbereitet zum Vorstellungsgespräch mitbringen. Aber bitte nicht unaufgefordert vorlegen, sondern nur wenn sich im Gespräch die Gelegenheit dazu ergibt. Sie können zum Beispiel anbieten, die angesprochenen Qualifikationen durch reale Beispiele zu belegen.

Mit welchen Fragen muss ich rechnen?

Es gibt Standardfragen, die in ähnlicher Form in jedem Bewerbungsgespräch gestellt werden. Darüber hinaus sollten Sie aber auch mit kleineren Tests oder Fachfragen rechnen. Beliebt sind sogenannte Brainteaser, kleine Rätselaufgaben, mit denen Personaler das analytisch-logische Denkvermögen der Bewerber sowie deren Fähigkeit, unerwartete Probleme zu lösen, testen. Wichtig: Hier kommt es nicht auf die richtige Lösung, sondern auf Ihren Lösungsansatz an. Statt still vor sich hinzuknobeln, lassen Sie die anderen an Ihrem Gedankengang teilhaben. So beweisen Sie zudem Kommunikationsstärke.

Womit könnte mich der Personaler überraschen?

Wenn Sie im Lebenslauf neben der Muttersprache andere Sprachkenntnisse angeben haben, rechnen Sie damit, dass der Personaler während des Gesprächs zum Beispiel ins Englische oder Spanische wechselt, um Ihre Angaben zu überprüfen.

Darf ich im Bewerbungsgespräch lügen?

Dürfen Sie. Vorausgesetzt, die Frage steht in keinem sachlichen Zusammenhang zu der beruflichen Tätigkeit. Unzulässig in diesem Sinne sind zum Beispiel Fragen nach Parteizugehörigkeit, Religion, Heirat, Kinderwunsch, Schwangerschaft, Vorstrafen, Vereinsmitgliedschaften, Vermögensverhältnissen, Gewerkschaftszugehörigkeit oder nach Kündigungsgründen in früheren Unternehmen. Eleganter als eine Notlüge ist es aber, den Personaler darauf hinzuweisen, dass Sie diese Fragen nicht beantworten müssen oder wollen.

Worauf muss ich bei der Körperhaltung achten?

Sie dürfen sich setzen, wenn Sie dazu aufgefordert werden oder der „Gastgeber“ sich setzt. Sitzen Sie gerade, leicht nach vorn gebeugt und legen Sie die Hände übereinandergeschlagen auf den Tisch oder die Oberschenkel. Das vermittelt Offenheit, Interesse und Engagement. Entwickelt sich die Gesprächsatmosphäre auf angenehme und entspannte Weise, können Sie den Oberkörper später auch zurücklehnen. Vor der Brust verschränkte Arme signalisieren „Abwehr“. Wenn Sie die Beine überschlagen, achten Sie darauf, dass Sie sich nicht mit dem Körper von Ihrem Gesprächspartner abwenden.

Wie beantworte ich die Frage nach meinen Stärken und Schwächen?

Nennen Sie an dieser Stelle keine Schwächen, die auch als Stärken interpretiert werden können, z.B. Perfektionismus, Ehrgeiz oder Durchsetzungswille. Das langweilt Personaler. Setzen Sie stattdessen auf Authentizität. Geben Sie ehrliche aber umsichtige Antworten. Geben Sie zum Beispiel zu, wenn Sie bei Präsentationen vor großem Publikum nervös werden, oder dass Ihre englische Aussprache nicht perfekt ist und Sie das in Conference Calls unsicher macht. Gleichzeitig sollten Sie aber zeigen, dass Sie an diesen Schwächen arbeiten, indem Sie zum Beispiel erwähnen, ein Rhetorik-Seminar zu besuchen oder an einem Sprachkurs teilzunehmen.

Wie verabschiede ich mich?

Ganz gleich, wie gut oder schlecht das Gespräch Ihrem Empfinden nach verlaufen ist, widerstehen Sie dem Drang, den Raum fluchtartig zu verlassen. Geben Sie stattdessen jedem Anwesenden die Hand und bedanken Sie sich noch einmal abschließend für die Einladung. Dann hinterlassen Sie in jedem Fall einen guten letzten Eindruck.


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