05.03.2010 -

Ein Bewerbungsgespräch ist oft wie eine Gleichung mit vielen Unbekannten. Obwohl jeder Gesprächpartner unverwechselbar ist und die Fachfragen von Branche zu Branche variieren, gibt es einige Fragen, die immer wieder gestellt werden.

Eine erste Vorbereitung ist es, die folgenden Fragen durchzugehen und eigene Antworten darauf zu finden. Und nicht vergessen: Übung macht den Meister! Ein potenzieller Arbeitgeber wird beeindruckt sein, wenn Sie als Bewerber sich für alle möglichen Wechselfälle des Lebens gewappnet zeigen.

1. Erzählen Sie uns von sich.

Während diese Frage wie etwas Small-Talk daher kommt, sollten Sie sie aufgrund der breit gefächerten Antwortmöglichkeiten nicht unterschätzen. Wichtig dabei ist es, im Hinterkopf zu behalten, dass der Gesprächspartner meist keine Details über Ihre Heimatstadt hören möchte oder was Sie an den Wochenenden machen. Hierbei geht es darum, Näheres über Ihre beruflichen Erfahrungen und Bestrebungen herauszufinden. Stellen Sie ein oder zwei Aspekte aus Ihrem Lebenslauf, Ihren Berufserfahrungen und Ihren Karrierezielen heraus und bleiben Sie bei dieser Auswahl.

Schließen Sie Ihre Ausführungen damit ab, dass Sie gern in diesem Unternehmen mitarbeiten möchten. Wenn Sie auf diese Frage eine fundierte Antwort in petto haben, können Sie dem weiteren Gesprächsverlauf eine Ihnen genehme Richtung geben und Sie können z. B. genauer auf Ihre Qualifikationen eingehen.

2. Warum möchten Sie ausgerechnet bei uns arbeiten?

Mit dieser Frage wollen die Gesprächspartner überprüfen, ob der Bewerber seine Hausaufgaben gemacht hat. Gehen Sie nie zu einem Interview, ohne zuvor Informationen über das Unternehmen, seine Ziele und die Branche, in der es angesiedelt ist, einzuholen. Wenn Sie gut recherchiert haben, gibt diese Frage die Möglichkeit, eigene Initiative zu zeigen und zu erläutern, inwiefern Sie Ihre Erfahrungen und Qualifikationen zum Nutzen des Unternehmens einbringen können.

3. Worin sehen Sie Ihre größten Schwächen?

Der Trick bei der Beantwortung dieser Frage ist, eine Schwäche ehrlich einzugestehen, jedoch dabei gleichzeitig aufzuzeigen, wie Sie diese in eine Stärke umgewandelt haben. Wenn Sie beispielsweise früher ein Ordnungsproblem hatten, sollten Sie aufzeigen, welche Schritte Sie unternommen haben, um mit dem Chaos aufzuräumen. So zeigen Sie, dass Sie in der Lage sind, sich selbst realistisch einzuschätzen, Ihre Schwächen zu erkennen und etwas dagegen zu unternehmen.

4. Warum haben Sie Ihre letzte Stelle aufgegeben?

Selbst wenn Sie sich von Ihrer alten Firma im Bösen getrennt haben, müssen Sie hier aufpassen, die Frage nicht negativ zu beantworten. Seien Sie so diplomatisch wie nur irgend möglich. Wenn Sie aber unbedingt die negativen Seiten an deiner früheren Stelle erwähnen müssen, sollten Sie etwas Positives dagegen stellen. Wenn Sie sich endlos über die frühere Firma beklagen, wird das kein vorteilhaftes Licht auf Sie werfen.

5. Beschreiben Sie eine Problemsituation und wie Sie diese gelöst haben.

Auf diese Frage sofort etwas parat zu haben, ist mitunter schwierig, besonders dann, wenn Sie noch nicht viel Berufserfahrung vorzuweisen haben. Gesprächsleiter wollen so erfahren, ob Sie kritisch denken und Lösungen entwickeln können, egal welches konkrete Problem Sie dabei im Auge haben. Auch wenn Ihr Problem schlicht darin bestand, nicht ausreichend Zeit für die Prüfungsvorbereitung zu haben, beschreiben Sie, wie und welche Prioritäten Sie gesetzt haben. Sie zeigen so, dass Sie Verantwortung übernehmen und eigenständig durch widrige Umstände steuern können.

6. Auf welche Verdienste sind Sie besonders stolz?

Der Kniff mit dieser Frage ist, einen ganz konkreten Verdienst auszuwählen, der einen Bezug zu Ihrem künftigen Job aufweist. Auch wenn Ihr größter Verdienst darin besteht, dem Auswahlteam für die nächste Handballmeisterschaft anzugehören, entscheiden Sie sich besser für eine berufsspezifischere Leistung. Bedenken Sie, welche Qualitäten für das Unternehmen von Interesse sind, und geben Sie ein Beispiel, an dem Sie aufzeigen können, wie Sie den Anforderungen des Unternehmens entsprechen können.

7. Welche Gehaltsvorstellungen haben Sie?

Diese Frage ist am schwierigsten zu beantworten, besonders für Bewerber mit wenig Erfahrung. Bevor Sie zum Bewerbungsgespräch erscheinen, sollten Sie als Erstes einen Tarif- und Gehaltsspiegel zu Ihrer Branche studieren, um eine Vorstellung zu bekommen, was Sie realistischerweise verlangen können. Halten Sie sich mit Gehaltsverhandlungen zurück, bevor Sie ein Einstellungsangebot vorliegen haben. Lassen Sie Ihren Gesprächspartner wissen, dass Sie zum richtigen Zeitpunkt offen sind für die Aushandlung einer angemessenen Vergütung. Wenn man unbedingt eine konkrete Antwort hören will, nennen Sie keinesfalls eine konkrete Zahl, sondern immer eine Spanne.

8. Warum sollen wir gerade Sie einstellen?

Mit der Beantwortung dieser Frage haben Sie die Möglichkeit, sich selbst anzupreisen. Zeigen Sie kurz und knapp Ihre Stärken, Qualifikationen und alle Vorzüge auf, die Sie in die Waagschale zu werfen haben. Geben Sie sich in der Antwort jedoch nicht mit Gemeinplätzen zufrieden. Nahezu alle Bewerber werden darauf antworten, dass sie engagiert und motiviert seien. Heben Sie sich von der Masse ab, indem Sie dem Gesprächspartner ganz individuelle und beeindruckende Qualitäten nennen.


Bildquelle: © AndreyPopov – Veer.com