Start Up Unternehmen gibt es zu Hauf. Lohnt sich der Einstieg in ein so junges Unternehmen und wenn ja, was sollte man bei der Bewerbung beachten?

Begriffsklärung

Start Up ist ein englischer Begriff, der wortwörtlich so viel wie „losstarten“ oder „loslegen“ bedeutet. Dahinter verbirgt sich jedoch einiges mehr. Grundsätzlich handelt es sich um Unternehmen bzw. Firmen, die neu gegründet wurden und denen eine innovative Idee zu Grunde liegt.

Die Novität des Produkts ist hier der entscheidende Faktor, denn sie ist der Grundbaustein für das Hauptziel von jungen Unternehmen – nämlich rasant zu wachsen. Das Novum allein ist kein Garant für den Erfolg eines Start Ups. Das Produkt muss auch einen Nutzen bringen, damit es vom Markt angenommen wird.

Solche Innovationen können ihren Ursprung in den verschiedensten Branchen haben, doch der Großteil an Start Up Ideen stammt aus dem Internet- oder Technologiebereich. Dies begründet sich darin, dass viele Produkte mit neuen Technologien verbunden sind.

Häufig besitzen die meist jungen Gründer nur ein geringes Startkapital. Dieser Umstand führt dazu, dass die Gründer sich mit einem ausgereiften Businessplan und einer ausgearbeiteten Organisationsstruktur an Investoren wenden, um sich deren Know-how und finanzielle Ressourcen für die Verbreitung ihrer Geschäftsidee zu Nutzen zu machen.

Warum sich die Bewerbung bei Start Up Unternehmen lohnt

Natürlich besitzt nicht jeder einen Gründergeist. Diejenigen, die nicht selbst gründen wollen, aber Interesse an einem jungen und frischen Unternehmen haben, können sich bei ebensolchen um einen Job bewerben.

Vorteile

Gerade nach dem Hochschulabschluss ist ein Start Up in Bezug auf die Aufstiegschancen äußerst attraktiv. Darüber hinaus lassen sich in Jungunternehmen nützliche Erfahrungen sammeln. Hierarchien sind insbesondere zu Beginn noch sehr flach gehalten und die Vielfalt der Aufgaben groß. So haben Berufseinsteiger die Möglichkeit, in viele Bereiche hinein zu schnuppern und wertvolle Erfahrungen zu sammeln.

Selten ist es möglich, derart tiefe Einblicke in den Geschäftsablauf eines Unternehmens zu bekommen. Da sich ein Start Up Unternehmen anfangs nur wenig Personal leisten kann, erhalten die Mitarbeiter häufig viel Eigenverantwortung. So obliegt jedem ein gewisses Entscheidungspotential für die jeweiligen Bereiche. Dies wissen auch Personaler. In einem Start Up Unternehmen angestellt gewesen zu sein, kann sich also durchaus positiv im Lebenslauf bemerkbar machen.

Abgesehen vom beruflichen Fortkommen, finden Berufseinsteiger in Start Ups meist eine lockere Arbeitsatmosphäre. Da die Gründer in der Regel sehr jung sind, suchen sie Gleichgesinnte, die eine entspannte Arbeitsatmosphäre zu schätzen wissen. Hier ist man per Du und auf die Standard-Büro- Garderobe Anzug bzw. Kostüm wird eher weniger Wert gelegt.

Nachteile

Manche Vorteile eines Start Ups können zugleich negative Seiten mit sich führen. Die fehlenden Strukturen lassen einen vielleicht in verschiedenen Bereichen mitwirken, doch gleichzeitig wird so auch erwartet, dass jeder an allen Ecken mit anpackt.

Die Aufgaben des Einzelnen sind eher grob umrissen und es gibt keinen, der einen konkret in spezifischen Aufgaben anleitet. Hier ist ein hohes Maß an Eigeninitiative gefragt, was in manchen Fällen auch zu einer Überforderung führen kann.

Eine Kommunikationsstruktur ist ebenfalls nicht vorhanden. Das Team ist also gesammelt gefragt, wenn es um den Aufbau des Unternehmensgerüstes steht. Es gilt immer die Regel aus Fehlern zu lernen, um letztendlich bei solch festen Prozessabläufen und Gefügen von Standard-Unternehmen anzugelangen.

Man sollte darauf eingestellt sein, dass ein hohes Maß an Motivationsbereitschaft erwartet wird und man sich beim Einstieg in ein Start Up nicht auf einen 9-to-5 Job bewirbt. Zudem besteht trotz aller Motivation auch die Chance, dass das Unternehmen scheitert. Das Risiko dafür verringert sich natürlich mit dem Alter des Start Up Unternehmens.

Wie bewerbe ich mich bei einem Start Up?

Ist man von dem Potential, welches die Arbeit in einem Start Up Unternehmen bringt, überzeugt, dann sollte man sich am besten an spezielle Portale im Internet wenden. Viele Jungunternehmer legen großen Wert auf das Engagement und die Persönlichkeit ihrer Mitarbeiter. Da sie oft schnell unterstützende Hände brauchen, wird zuerst im direkten Umfeld gesucht.

Bei StartupCVs beispielsweise lädt man nur ein Profil von sich hoch und wartet, bis Startup-Unternehmen einen direkt ansprechen. Eine Auflistung verschiedener Jobangebote in dem Bereich lässt sich hingegen auf der Seite gruenderszene.de/jobboerse/ oder unter foerderland.de/job/.

Damit die Unternehmensgründer sehen können, wie gut der Bewerber ins Team passt, wird meist der Berufseinstieg über ein Praktikum angeboten. Hier kann man zeigen wie motiviert und engagiert man ist. Der Vorteil liegt insbesondere darin, dass der Anspruch an sehr gute Noten im Studium gering ausfällt. Persönlichkeit und Eigeninitiative punkten weitaus mehr.

Das Bewerbungsanschreiben

In vielen Start Ups wird es immer mehr Usus, das durchgängig genutzte „Du“ auch im Bewerbungsanschreiben zu akzeptieren. Um auf Nummer sicher zu gehen, sollte man sich die Webseite des Unternehmens genauer ansehen. Je nach Art der Ansprache der Kunden, kann man sich auf den allgemeinen Umgangston im Unternehmen einstellen. Wird der Kunde hier gesiezt, sollte im Bewerbungsschreiben definitiv auch das „Sie“ verwendet werden.

Der Lebenslauf

Bei der Bewerbung kommt man mit einem Standardanspruch nicht wirklich weiter. Hier empfiehlt es sich etwas Kreativität an den Tag zu legen. Ob ein anderes Format, ein neues Design, die Einbindung von Symbolen oder auch Farbvorherbungen: es ist viel erlaubt. Wichtig ist, dass der Lebenslauf übersichtlich bleibt, damit der Personaler einen schnellen Überblick über die wichtigsten Informationen bekommt. Sich einmal von dem klassischen Bewerbungsmuster zu entfernen, kann auch befreiend sein. Es ist also durchaus möglich, dass die Bewerbung bereits die eigene Persönlichkeit widerspiegelt.

Die im Englischen schon weit verbreiteten Kurzprofile lassen sich für die Übersichtlichkeit sehr gut nutzen. Hierbei solltest du in nur zwei bis drei Zeilen die wichtigsten Informationen über deine Person zusammenfassen. Der Personaler kann so direkt erkennen, ob sich die bisherige Berufserfahrung für den Job eignet, ohne erst lange den Lebenslauf scannen zu müssen.

Initiativbewerbungen

Bei Initiativbewerbungen sollte man direkt zum Kern der Bewerbung kommen. Warum bewerben Sie sich bei dem Unternehmen und was können Sie konkret einbringen, um eben diesem zu einem weiteren Erfolg zu verhelfen. Indem Sie direkt Verbesserungspotentiale aufdecken, sieht das Unternehmen, warum Sie einen Mehrwert bieten. Natürlich sollte Kritik immer nur in Maßen geübt werden.

Nutzung Sozialer Medien

Social Media hat in den letzten Jahren zunehmend an Bedeutung gewonnen. Nutzen Sie diese Möglichkeiten sich in digitaler Form gut zu verkaufen. Es sollte also darauf geachtet werden, dass das Facebook Profil ansprechend ist und persönliche Details oder Fotos ein positives Licht auf die eigene Person werfen.

Die Profilerstellung auf Portalen wie Xing und LinkedIn hat ebenfalls einige Vorteile. Wer sein Profil entsprechend seines Lebenslaufs wahrheitsgemäß angepasst hat und positive Charaktereigenschaften herausstellt, kann beim zukünftigen Personaler punkten. Derartige Portale eignen sich zudem sehr gut, um sich mit anderen Start Up Mitarbeitern zu vernetzen.

Fazit:

Start Ups bieten für Jobsuchende äußerst gute Perspektiven und können sich mit der richtigen Idee und Strategie zu äußerst erfolgreichen Unternehmen entwickeln. Anhand von Facebook, Skype, Youtube, Twitter, Zalando, Airbnb und ähnlichen Beispielen kann man sehen, dass eine kleine Idee einen weltweiten Markt erobern kann. Wer den Berufseinstieg in einem erfolgreichen Start Up Unternehmen gewagt hat, kann mitunter eine große Karriere machen.

Mehr Informationen:

http://www.uniturm.de/magazin/praktika/karrierestart-in-einem-start-up–918


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