Altenpfleger/innen haben nicht nur sehr gute Berufschancen, sondern ebenfalls gute Zukunftsaussichten. Denn Deutschland steht vor der Problematik, dass die Lebenserwartung der Bevölkerung stetig steigt, während die Geburtenrate jedoch sinkt. Das heißt, dass die deutschen Bürger/innen immer älter werden und somit mehr Pflegepersonal benötigt wird, welches die Senioren betreut und gegebenenfalls pflegt.

Es mangelt an qualifizierten Fachkräften in der Altenpflege

Die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten im Bereich Altenpflege stieg in den letzten vier Jahren. Das beweist die Statistik der Bundesagentur für Arbeit. Während es im Jahr 2012 rund 448.597 Beschäftigte waren, sind es 2016 bereits über 500.000. Trotzdem spricht man auch weiterhin von einem akuten Fachkräftemangel.

Dass die Anzahl der Beschäftigten allerdings nicht ausreicht, betonte auch der Präsident des Pflegerates, Andreas Westerfellhaus, gegenüber der Deutschen Presseagentur, so der Artikel „Auf Deutschland kommt ein großes Problem zu“ in der Frankfurter Allgemeinen. Der Bedarf an qualifiziertem Pflegepersonal würde auch weiterhin steigen.

Besonders in folgenden Bereichen wird sowohl zum jetzigen Zeitpunkt als auch in Zukunft gesucht:

  • Wohn- und Pflegeheime
  • Betreuungsdienste
  • (Reha-)Kliniken
  • Ambulante Pflegedienste
  • Hauskrankenpflege bzw. 24-Stunden-Pflegebetreuung, wie es beispielsweise die Deutsche Seniorenbetreuung anbietet

Die Ausbildung als Altenpfleger/in

Die Ausbildung ist bundesweit einheitlich geregelt. Sie besteht aus folgenden Teilen:

  1. Theoretischer sowie praktischer Unterricht in der Berufsfachschule für Altenpflege
  2. Praktische Ausbildung in einer Altenpflegeeinrichtung

Verlangt wird meist ein mittlerer Abschluss, wobei in einigen Einrichtungen auch ein Hauptschulabschluss oder ein Hauptschulabschluss mit abgebrochener Berufsausbildung ausreichen, um die Ausbildung als Altenpfleger/in zu beginnen. Allgemein wird jedoch empfohlen, im Vorfeld ein mehrwöchiges Praktikum zu absolvieren, um bereits frühzeitig zu erkennen, ob der Beruf wirklich das Richtige ist. Mehr Informationen zu den einzelnen Aspekten der Ausbildung gibt es bei der Agentur für Arbeit.

Welche Voraussetzung muss man für die Ausbildung als Altenpfleger/in mitbringen?

Zunächst einmal ist es wichtig, dass die Auszubildenden körperlich anpacken können. Daher verlangen viele Einrichtungen ein ärztliches Attest über die gesundheitliche Eignung. Denn nicht selten zählt es zu den Aufgaben des Pflegepersonals, die Patienten zu waschen. Zu den betreuenden Personen gehören nämlich nicht immer geistig oder körperlich fitte Senioren. Daher muss man sich ebenfalls psychisch auf den Beruf einstellen. Denn zu den Aufgaben zählt unter anderen auch das Begleiten von Sterbenden. Weiterhin sind soziale Kompetenzen unerlässlich für die Ausübung der Tätigkeit. Dazu zählen beispielsweise:

  • Einfühlungsvermögen
  • Verantwortungsbewusstsein
  • Gefahrenbewusstsein
  • Disziplin
  • Durchhaltevermögen
  • Kontakt- sowie Kommunikationsvermögen

Je nachdem in welchen Zweig die Tätigkeit ausgeübt wird, können auch mathematische Kenntnisse von Vorteil sein, denn Altenpflege hat nicht selten auch mit wirtschaftlichen Aspekten zu tun. Das beginnt beispielsweise mit einer Finanzkalkulation für das Einkaufen von Lebensmitteln und endet in höheren Positionen beim Bestellen von Medikamenten.

Was sind die Aufgaben eines Altenpflegers bzw. einer Altenpflegerin?

Als Altenpfleger/in hat man sowohl einen körperlich als auch geistig sehr anspruchsvollen Job. Denn oftmals geht es nicht nur darum, den Senioren bei der Bewältigung des Alltags zu helfen, obwohl dies durchaus einen großen Teil der Betreuung darstellt. Zu den Aufgaben gehört weiterhin die medizinisch-pflegerische Betreuung, wie:

  • Verbände wechseln
  • Medikamente verabreichen
  • Gegebenenfalls einen Ernährungsplan aufstellen
  • Körperhygiene

Als Altenpfleger/in ist man weiterhin für therapeutische Aufgaben zuständig, wie beispielsweise Freizeitaktivitäten planen und durchführen. Dadurch soll gewährleistet werden, dass sich die zu betreuenden Personen ausreichend bewegen und (sofern es möglich ist) in regelmäßigen Abständen die eigene Wohnung verlässt. Schließlich sind auch im Alter soziale Kontakte sehr wichtig, die sich nicht nur auf das Pflegepersonal oder die eigene Familie beschränken. Stattdessen sollen sowohl die geistigen wie auch die körperlichen Fähigkeiten trainiert werden. Ebenfalls zum Tätigkeitsfeld eines Altenpflegers/einer Altenpflegerin gehört es außerdem:

  • Den gesundheitlichen Zustand richtig einzuschätzen,
  • Eventuelle Krankheitssymptome zu erkennen,
  • Sterbende zu begleiten,
  • Pflegemaßnahmen zu planen sowie zu dokumentieren.

Diese werden dann beim nächsten Arztbesuch ausgewertet. Nur so können weitere Maßnahmen gegebenenfalls angepasst werden.

 


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