Ein Gastbeitrag von Nina Vogel.

Die USA sind eines der barrierefreiesten Länder der Welt und haben sogar seit vielen Jahren ein Behindertengleichstellungsgesetz, um die Diskriminierung von Behinderten einzudämmen. So müssen öffentliche Einrichtungen in den USA verschiedene Kriterien erfüllen, um auch für Menschen mit Behinderung problemlos zugänglich zu sein, die Beschäftigung behinderter Mitarbeiter wird forciert und auch Hotels oder Restaurants sind selbst auf dem Land immer barrierefrei.

An amerikanischen Universitäten verhält es sich genauso, sie sind barrierefrei zugänglich und Menschen mit Behinderung erhalten dort eine spezielle Förderung. So muss eine Behinderung kein Grund sein, nicht ins Ausland zu gehen und die Erfahrung eines Studiums an einer ausländischen Hochschule zu sammeln – erst recht nicht wenn es um die USA geht. Dennoch bedeutet ein Auslandsstudium für Menschen mit Behinderung eine ganz besondere Herausforderung, schließlich müssen sie sich neben der Suche nach einer geeigneten Gasthochschule auch um eine für sie passende Unterkunft, Finanzierungsmöglichkeiten und die Betreuungsmöglichen vor Ort kümmern. Wichtig ist eine frühzeitige Planung und die Unterstützung bei dieser Planung durch die richtigen Ansprechpartner und Anlaufstellen.

Die USA sind ein sehr beliebtes Land für Studenten, die ins Ausland gehen wollen . Die enge Betreuung durch die Dozenten, das Campusleben, das Hineinschnuppern in eine andere Kultur und das Vertiefen der Sprachkenntnisse sind nur einige der Aspekte, die Studenten in das Land der unbegrenzten Möglichkeiten ziehen. Entscheidend bei einem Auslandsstudium ist für Menschen mit Behinderung häufig die Finanzierung.

Finanzierung

Folgende Bereiche müssen sie dabei bedenken:

  • Studiengebühren in den USA
  • Lebenshaltungskosten
  • Mobilität
  • Krankenversicherung
  • Medizinische Kosten
  • Betreuungskosten

Für Studenten mit Behinderung wird es etwas aufwändiger sein, ihren Auslandsaufenthalt zu planen als für Menschen ohne Behinderung, das sollte sie aber nicht davon abhalten, sich in dieses Abenteuer zu stürzen. Finanzierungsmöglichkeiten gibt es für sie unter anderem beim DAAD, über die Hochschule oder über Stipendien von Stiftungen, die sich für die Förderung von Menschen mit Behinderung einsetzen.

Versicherung

Als Krankenversicherung empfiehlt sich die Gruppenversicherung des DAAD. Viele herkömmliche Auslandskrankenversicherungen übernehmen keine Kosten, die aus einer Behinderung resultieren, wodurch viele klassische Versicherungsgesellschaften wegfallen. Auch beim Thema Reiserücktrittsversicherung sind in der Regel nur Fälle abgesichert, die nicht aus der bestehenden Behinderung resultieren. Hier ist es wichtig sich gut zu informieren, welche Versicherung überhaupt Sinn macht.

Hochschule

Welche Hochschule die Richtige ist hängt natürlich vom gewählten Studienfach ab. Darüber hinaus müssen Menschen mit Behinderung die Universität aber auch noch auf ihr Betreuungsangebot und die Barrierefreiheit hin checken. Zwar sind in den USA grundsätzlich alle Universitäten darauf ausgerichtet, die einen jedoch mehr, die anderen weniger. Die Homepages der Universitäten sollten Auskunft darüber geben, wie die Situation vor Ort ist, bei Fragen oder Unklarheiten können die Hochschulen auch direkt kontaktiert werden, sodass die eigene Situation geschildert werden kann.

Betreuung und Wohnen

Wer auf eine intensive Betreuung angewiesen ist, kann sich in den USA einen Assistenten suchen. Börsen dafür gibt es in der Regel direkt über die Hochschule. Auch die benötigten Hilfsmittel sollten vor der Abreise unbedingt geprüft werden, sie sollten alle noch funktionstüchtig sein, andernfalls ist es wichtig sich rechtzeitig um Ersatz zu kümmern. Der Transport des Rollstuhls sollte mit der Fluggesellschaft abgesprochen werden, gerade bei elektronischen Rollstühlen gibt es Versicherungen und besondere Bestimmungen, die vorher abgeklärt werden müssen.

Wohnheime in den USA sind ebenfalls behindertenfreundlich ausgebaut und ermöglichen so das Wohnen auf dem Campus oder in der Stadt für die Studenten. Am besten wenden sich Studenten im Zuge ihrer Planung an die Hochschule und lassen sich beraten, welche Wohnmöglichkeit für sie am ehesten infrage kommt. Manche Universitäten bieten sogar Wohneinrichtungen eigens für Menschen mit Behinderung an, diese sind allerdings sehr kostenintensiv.

Je besser organisiert alles ist, desto reibungsloser klappt das Studium

Je behindertenfreundlicher eine Hochschule ist, je besser die Betreuung geregelt wird und je barrierefreier sowohl die Universität als auch der Wohnort zugänglich sind, desto besser können sich die Studenten auf ihr Studium in den USA konzentrieren. Es lohnt sich intensiv zu recherchieren und den Fokus bei der Wahl der Universität auf die Behindertenfreundlichkeit zu legen. Die Qualität der angebotenen Lehre sollte dabei jedoch nicht vernachlässigt werden, denn so wird die Kombination optimal.

 


Weitere Informationen:

https://usatipps.net/auslandsstudium-usa/, https://www.daad.de/versicherung/allgemein/bedingungen/de/14380-daad-versicherung-zielland-ausland/

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