Teil 4 unserer Städteserie führt uns ins Rheinland. Köln ist die viertgrößte Stadt der Bundesrepublik und weltoffen wie keine andere. Als Medienstadt bietet Köln vielseitige Jobs, kämpft aber mit Kriminalität und hoher Arbeitslosenquote.

Jetzt aktuelle Jobs in Köln finden

Der Kölner wird als Lokalpatriot geboren, saugt die Liebe zur Stadt erst mit der Muttermilch und später mit dem Kölsch auf. Freude liegt den Kölnern im Blut, nicht nur während des Karnevals. „Du häs e herrlich Lache im Jeseech“, singen Bläck Föös und jeder Kölner grinst glückselig bei diesen Worten. In Köln genießt man das Leben, nimmt sich selbst nicht so ernst und ist neugierig und aufgeschlossen jedem Fremden gegenüber. Es sei denn, er kommt aus Düsseldorf, aber selbst das will mit einem Augenzwinkern verstanden werden. „Leben und leben lassen“ ist das Motto der Stadt und diese liberale Haltung macht es Fremden leicht, hier Fuß zu fassen und sich heimisch zu fühlen.

Im Deutschland-Ranking nur mittelmäßig

Die äußeren Umstände geben allerdings weniger Anlass zur Freude. Im aktuellen Städte-Ranking der Wirtschaftswoche (WiWo) schafft es Köln nur auf einen mittelmäßigen 30. Platz im Niveau-Vergleich unter den fünfzig einwohnerstärksten deutschen Städten. Beim Dynamikranking kommen die Jecken nur auf Platz 50. Das ist vor allem der hohen Kriminalität geschuldet, die in den letzten Jahren noch gestiegen ist. 2016 registrierte man in Köln 15.009 Straftaten je 100.000 Einwohner. Das hält Jungunternehmer jedoch nicht davon ab, in der Stadt am Rhein ihr Glück zu versuchen. Der positive Saldo der Gewerbean- und -abmeldungen beweist regionale Gründungsdynamik. Außerdem stieg die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Köln in den vergangenen Jahren kontinuierlich um insgesamt 60.000.

Interessante Berufsfelder im Medien- und IT-Sektor

Trotz ihrer geschichtsträchtigen Historie als alte Kirchen- und Handelsmetropole ist Köln eine junge Stadt. Hier leben verhältnismäßig mehr Untersechzigjährige als in den meisten anderen deutschen Großstädten. Dazu passt, dass Köln als größter Medienstandort Deutschlands gehandelt wird. Mehr als ein Drittel der bundesdeutschen Fernsehinhalte entsteht in Köln und fast jeder waschechte Kölner stand schon einmal als Komparse für eine der vielen Doku-Soaps vor der Kamera, die hier gedreht werden. Doch nicht nur Fernsehsender und Medienunternehmen wie RTL und Brainpool haben ihren Sitz in Köln, in ihrem Umfeld haben sich auch viele IT-Unternehmen angesiedelt.

Messestandort Köln

Auch als Messestandort ist Köln ein Schwergewicht. Mit rund 80 internationalen Messen ist die Koelnmesse Messeplatz Nr. 1 für 25 Wirtschaftszweige. Im Bereich Digitale Medien und Entertainment locken vor allem die gamescom, die dmexco und die photokina viele Aussteller und Besucher in die Rheinmetropole. Bei dieser Kombination aus Medien- und IT-Unternehmen entstehen interessante Arbeitsplätze, bei denen Kreativität und Flexibilität sowie der Wille, sich ständig weiterzubilden gefragt sind, um auf dem aktuellen Stand der Technik zu bleiben.

Doch auch andere Wirtschaftszweige wie die Automobil- und Chemieindustrie oder die Versicherungsbranche bieten Jobmöglichkeiten. Zu den größten Arbeitgebern in der Region zählen die Ford-Werke, die Bayer AG, die Stadtwerke Köln, REWE Group, Deutsche Bahn AG, AXA Konzern AG oder die Mediengruppe RTL. Trotzdem ist die Arbeitslosenquote in Köln mit 9,3 Prozent relativ hoch.

Große Preisspanne bei den Mieten

In den kommenden Jahren wird die Nachfrage nach Wohnraum in der Domstadt steigen. Mit einer Million Einwohnern ist Köln derzeit die viertgrößte Stadt Deutschlands. Experten gehen davon aus, dass bis im 2030 zehn Prozent mehr Menschen in der Stadt leben werden als heute. Für sie muss neuer Wohnraum geschaffen werden, Reserven gibt es kaum. Nach einer Analyse des Immobilienberaters CBRE stehen nur etwa zwei Prozent aller Wohnungen in der Stadt leer. Laut wohnungsboerse.net liegt der durchschnittliche Mietpreis für eine 30m²-Wohnung aktuell bei 13,37 EUR/m². Bei einer 60m²-Wohnung zahlt man derzeit durchschnittlich 10,27 EUR/m² Miete. Allerdings ist die Spanne weit. Während man im Stadtteil Meschenich eine Mietwohnung für 7,5 EUR/m² findet, muss man in Altstadt und Neustadt-Nord 13,14 EUR/m² bezahlen

Kölner Karneval als Wirtschaftsfaktor

Einmal im Jahr ist Karneval und ganz Köln ist jeck. Zwar beginnt die fünfte Jahreszeit traditionell immer am 11. November, der absolute Ausnahmezustand herrscht allerdings eine Woche lang von Weiberfastnacht bis Aschermittwoch. Höhepunkt des Karnevals ist der Rosenmontag. Über eine Million Menschen säumen dann den Weg des Kölner Rosenmontagszugs, der vom Chlodwigplatz durch die Kölner Innenstadt zieht. Spätestens ab Mittag haben fast alle Geschäfte geschlossen und die wenigsten Kölner müssen arbeiten.

Als Wirtschaftsfaktor ist der Kölner Karneval nicht zu unterschätzen: 460 Millionen Euro Gesamtumsatz kommen während einer Karnevalssaison zusammen. Das meiste davon entfällt auf Gastronomie, Hotellerie und Transport. Rund 1,5 Millionen Besucher fallen in diesen Tagen in die Stadt ein. Rund 3.000 Unternehmen sowie 40.000 Beschäftigte leben ganzjährig vom Karnevalsgeschäft. Kölle Alaaf!


Quellen: www.arbeit-in.info; www.insm-wiwo-staedteranking.de; www.wohnungsboerse.net, www.koelnmesse.de, www.wikipedia.de

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