Teil 3 unserer Städteserie führt uns in den Norden. Nach Ansicht vieler Experten ist Hamburg die Stadt mit den besten Zukunftsaussichten Deutschlands. Auch jetzt schon gibt es zahlreiche Gründe, warum das Leben und Arbeiten in der friesisch herben Hansestadt lohnenswert ist.

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Der Wind bläst beinahe jeden Tag kräftig in der Hansestadt. Doch auch wenn man die Sonne in Hamburg seltener sieht als in München oder Stuttgart, erliegen immer mehr Menschen dem rauen Charme der deutschen Hafenmetropole.

Aktuell zählt die Stadt etwa 1,8 Millionen Einwohner –  Tendenz steigend. Hamburg bietet bereits jetzt eine hohe Lebensqualität, die stetig zunimmt. Das belegen die Ergebnisse des aktuellen Städte-Rankings der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM).

Regionale Gründerdynamik und hohe Kaufkraft

Hamburg lockt mit Spitzenwerten hinsichtlich Wohlstand, Kaufkraft und Wirtschaftsleistung. Mit einem verfügbaren Pro-Kopf-Einkommen von 22.000 Euro pro Jahr liegen die Hamburger weit über dem Durchschnitt. 2016 betrug die Arbeitslosenquote im Schnitt 7,0 Prozent. Das ist kein Spitzenwert, für eine deutsche Großstadt aber vergleichsweise gering. „Regionale Gründerdynamik“ bescheinigt die INSM-Studie der Freien und Hansestadt im Hinblick auf den positiven Saldo der Gewerbean- und -abmeldungen. Laut der Hamburgischen Gesellschaft für Wirtschaftsförderung sind mehr als 149.000 Unternehmen und Gewerbetreibende bei der Handelskammer registriert. Prägend ist der Dienstleistungssektor, in dem rund drei Viertel aller Beschäftigten arbeiten.

Hafen sichert langfristig Arbeitsplätze

Darüber hinaus aber gibt es viele Wachstumsbranchen wie etwa die Luftfahrt, Erneuerbare Energien, die Mineralölwirtschaft, den Tourismus oder den Handel mit Asien und insbesondere China. Hamburg ist der zweitgrößte Standort in Europa für die Flugzeugindustrie. Und natürlich ist da der Hamburger Hafen, das Tor zur Welt: Hafen, Logistik und maritime Wirtschaft sichern langfristig die Bedeutung der Stadt als internationale Handelsmetropole und damit auch Arbeitsplätze. Zu den größten Arbeitgebern zählen Airbus, Gruner & Jahr, Asklepios Kliniken, Deutsche Bahn AG, Beiersdorf AG, Vattenfall, die Hamburger Hafen und Logistik AG und Lufthansa.

Seit jeher hat der Hafen eine zentrale Bedeutung für die Stadt. Nicht nur für deren Wirtschaft, sondern auch für die Mentalität der Bevölkerung, die traditionell aus kaufmännischen Tugenden, Weltoffenheit und Wertschätzung der Natur gewachsen ist. Der Hafen prägt auch das Bild der Stadt. Acht Prozent Wasserfläche umfasst das gesamte Stadtgebiet – übrigens das zweitgrößte Deutschlands. Venedig hat knapp 400 Brücken, Hamburg 2.500. Aufgrund der vielen Parks und Grünflächen gilt die Hansestadt als die grünste Millionenstadt Deutschlands.

Wohnen in Hamburg: vielfältig, knapp & teuer

An den Ufern von Alster und Elbe sind Stadtviertel gewachsen, die unterschiedlicher nicht sein können, aber nur zusammen das unverwechselbare Bild Hamburgs ergeben. Von Altona bis Wandsbeck findet man alles: weiße Elbstrand-Villen, schicke Großstadt-Appartements, Familienwohnungen mit begrüntem Innenhof, Künstlerlofts in alten Fabriken und rote Mietskasernen. „Am Strand von Övelgönne treffen sich alle: Anwälte, Ex-Punker, Studenten aus Altona, Millionäre aus den Elbvororten“, schreibt Niklas Maak auf Spiegel Online. In Hamburg ist man zusammen verschieden.

Trotzdem ist Wohnraum knapp und teuer. Die Mietpreise liegen zwischen 11 und 14 Euro pro Quadratmeter. Wer ein Haus kaufen möchte, muss in manchen Stadtteilen bis 5.000 Euro für den Quadratmeter berappen. Doch vielerorts entsteht neuer Wohnraum – etwa auf den Brachflächen von Altona. Günstiger, jedoch nicht weniger attraktiv wohnt man im Umland zum Beispiel in Norderstedt, Quickborn und Henstedt-Ulzburg. Hier ist der Traum vom eigenen Haus oft leichter realisierbar und die Hansestadt ist trotzdem schnell erreichbar.

Kitas, Kultur und Kriminalität

Die Stadt investiert in Bildung und Betreuung. Das flächendeckende Kita-Angebot brachte Hamburg im Städteranking Platz 9. Ein Drittel aller unter Dreijährigen nutzt bereits ein entsprechendes Betreuungsangebot. Ein Problem ist jedoch die Kriminalität, mit der Hamburg zu kämpfen hat. 2016 wurden 13.724 Straftaten je 100.000 Einwohner registriert – kein guter Platz unter den bevölkerungsreichsten Städten Deutschlands.

Hans Albers, Udo Lindenberg oder Jan Delay – die Künstlerszene ist international und eng mit ihrer Stadt verbunden. Das Kultur- und Vergnügungsangebot der Hansestadt mehr als üppig. Nach New York und London ist Hamburg die weltweit drittgrößte Musical-Metropole. Die Staatsoper, die Hamburger Philharmoniker, das Ohnsorg-Theater – kulturelle Highlights gibt es viele. Die Elbphilharmonie, die derzeit in der Hafen-City gebaut wird, soll ein weiteres werden. Weltweit berühmt wie berüchtigt ist auch das Vergnügungs- und Rotlichtviertel St.Pauli, dessen „sündige Meile“, die Reeperbahn, schon Hans Albers besang. Und wem die richtige Tonlage egal ist, der stimmt im Stadion des wohl kultigsten deutschen Fußballvereins FC St. Pauli mit in die Fan-Gesänge ein – sofern er nicht zu den Anhängern des Lokalrivalen HSV zählt.


Quellen: www.arbeit-in.info, www.hamburg.de; www.insm-wiwo-staedteranking.de; www.spiegel.de

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