Der Lebenslauf spielt weltweit eine entscheidende Rolle bei den Bewerbungsunterlagen. Allerdings verbindet jedes Land eine etwas andere Erwartungshaltung damit. Eine aktuelle Umfrage zeigt die Unterschiede auf und liefert nützliche Infos für internationale Bewerbungen.

Die Ansprüche an den Lebenslauf mögen von Land zu Land unterschiedlich sein– in einem Punkt sind sich Personalverantwortliche auf der ganzen Welt einig: Bei einem schlechten Lebenslauf ist die Absage vorprogrammiert. Eine aktuelle Befragung* unter mehr als 5.000 Personalverantwortlichen und HR-Profis aus den zehn größten Wirtschaftsnationen der Welt zeigt die sechs wichtigsten Punkte und ihre regionalen Unterschieden auf.

Die deutschen Ansprüche zusammengefasst

Mit Blick auf Deutschland zeigt sich: Jeder zweite Recruiter sortiert einen Lebenslauf mit Rechtschreibfehlern sofort aus. Fast ebenso viele legen Wert auf eine übersichtliche Auflistung der Fähigkeiten des Bewerbers. Wirkt ein Lebenslauf wie Massenabfertigung, ist das für knapp die Hälfte ein Ausschlusskriterium. Nicht zuletzt fällt auch eine Bewerbung ohne Anschreibung meist direkt durch. Für Bewerber bedeutet das in erster Linie: Sorgfältige Rechtschreibprüfung, Lebenslauf an die Stellenausschreibung anpassen, individuelles Anschreiben beifügen.

Anschreiben ist vor allem in Deutschland Pflicht

Auf ein Anschreiben legen Personalverantwortliche besonders in Deutschland viel Wert: 39 Prozent aller Befragten würden eine Bewerbung ohne Motivationsschreiben ignorieren. In vielen anderen Ländern wird diesem Thema allerdings wenig Bedeutung beigemessen. Frankreich und Großbritannien folgen mit 30 und 24 Prozent, die USA liegen noch weiter hinten mit 13 Prozent. In Russland kann man sich das Anschreiben scheinbar komplett sparen, da es nur drei Prozent der Personalverantwortlichen vermissen würden.

Bei Rechtschreibfehlern keine Chance in Frankreich

Wer in Frankreich eine Bewerbung mit Rechtschreibfehlern im Lebenslauf einschickt, kommt in der Regel nicht weit: Zwei Drittel der dortigen Recruiter würden eine solche Bewerbung sofort ablehnen. Ähnlich streng geht es bei 67 Prozent in Brasilien zu. 58 Prozent der US-Personaler lassen die Rechtschreibprüfung genauer durchlaufen. In Deutschland geht man mit einem solchen Makel etwas großzügiger um. Knapp die Hälfte aller Befragten würde darüber hinwegsehen und die Bewerbung trotzdem eingehend prüfen. Besonders entgegenkommend sind Personalverantwortliche in Indien bei fehlerhafter Rechtschreibung: Nur für 28 Prozent ist dies ein Ausschlusskriterium.

Chinesen legen Wert auf Individualität

Wer zeigen möchte, dass sein Profil wirklich auf die ausgeschriebene Stelle passt, der sollte beim Lebenslauf anfangen. In China ist dies sogar absolut unerlässlich: 71 Prozent der Personalverantwortlichen lehnen einen CV ab, der diese Anpassungen missen lässt. Indien folgt mit 45 Prozent. In Deutschland, Frankreich und Italien erwarten nur 39 Prozent einen individualisierten Lebenslauf.

Auch Formulierungskunst ist in China gefragt

65 Prozent der chinesischen Personaler sehen es gar nicht gerne, wenn Bewerber großzügig Formulierungen aus der Stellenausschreibung in ihre Bewerbungsunterlagen einfließen lassen. Über die Hälfte der Befragten in Brasilien sehen das genauso. In Deutschland wird diese Taktik weitgehend geduldet – nur 24 Prozent stören sich daran. In Großbritannien und den USA schadet etwas Kreativität bei der Formulierung auch nicht, denn 42 bzw. 37 Prozent achten sehr darauf.

Persönliche Fähigkeiten in Indien Pflicht

Wer in Indien mit seinem Lebenslauf punkten möchte, der sollte unbedingt eine Auflistung seiner Fähigkeiten einbauen. Fehlt diese, sortieren 56 Prozent der indischen HR-Manager die Bewerbung direkt aus. In Deutschland handeln immerhin 44 Prozent der Personalverantwortlichen genauso. In Großbritannien und den USA ist dies für 40 bzw. 35 Prozent entscheidend. In Japan scheint dies nicht sehr üblich zu sein, da überhaupt nur sieben Prozent darauf Wert legen.

Unseriöse E-Mail-Adresse in Brasilien ein Erfolgskiller

Wer unter E-Mail-Adressen wie partychecker@email.com erreichbar ist, sollte sich für seine Bewerbung ein neues E-Mail-Konto anlegen. Wirklich schlimm ist dieser Faux Pas aber in den meisten Ländern nicht. Am ehesten schauen mit 38 Prozent noch die Brasilianer darauf, in Deutschland stören sich 22 Prozent daran, aber am wenigsten stört eine unseriöse E-Mail-Adresse mit 14 Prozent die Italiener.


*Die Umfrage wurde zwischen dem 9. Mai und 5. Juni 2013 online durch Harris Interactive im Auftrag von CareerBuilder mit Teilnehmern aus den 10 Ländern mit dem größten Bruttoinlandsprodukt durchgeführt.

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